Weinbaustatistik - Weinernte, Anbauflächen, Rebsorten und Betriebe

Die Erntestatistik liefert umfassende Informationen über die Entwicklung der Kulturen, die voraussichtlichen Ernteerträge zu einem möglichst frühen Zeitpunkt, sowie, nach Abschluss der Erntearbeiten, über die endgültige Produktion der wichtigsten Feldfrüchte sowie der Kulturen von Obst, Gemüse und Wein.

Anbieter: Statistik Austria
Veröffentlicht: Jun 2016
Autor: Statistik Austria
Preis: kostenlos
Studientyp: Statistik • Wirtschaftsstatistik
Branchen: Branchenübergreifend • Essen & Trinken • Land & Forst • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft
Tags: Alkohol • Anbauflächen • Ertrag • Landwirtschaft • Rotwein • Traubensaft • Wein • Weinbau • Weinbauern • Weinbestand • Weinernte • Weinregionen • Weißwein • Winzer

Weinernte 2015

Für das Jahr 2015 wurde mit Stichtag 30. November eine Weinernte von 2,3 Mio. hl ermittelt - deutlich mehr als im mengenschwachen Jahr 2014 (+13%) und auch leicht (+2%) über dem Ernteschnitt der letzten fünf Jahre. Die Weinernte setzte sich aus 1,5 Mio. hl Weißwein (+8% zu 2014) sowie 800.000 hl Rotwein (+24% zu 2014) zusammen, der nach den massiven feuchtebedingten Ausfällen im Vorjahr diesmal wieder in ausreichenden Mengen zur Verfügung stand.

Während in der ersten Jahreshälfte weitgehend optimale Witterungsbedingungen herrschten war das Weinjahr 2015 in weiterer Folge im Wesentlichen von zwei Einflussfaktoren geprägt: Einerseits von extremer sommerlicher Hitze mit verbreitet anhaltender Trockenheit (östliche Landesteile) und andererseits massivem großräumigen Hagelschlag, speziell in den niederösterreichischen Gebieten Wagram, Kamptal, Kremstal und in der Steiermark. In Abhängigkeit davon war die Weinausbeute diesmal regional sehr unterschiedlich. Auffällig - besonders im Hinblick auf die Fäulnisprobleme des Vorjahres - war der verbreitet sehr gute Gesundheitszustand des Traubenmaterials. Aus qualitativer Sicht wurden tendenziell höhere Zucker- und geringere Säurewerte als Resultat der heißen Witterungsbedingungen ermittelt.

Für Niederösterreich wurde mit 1,4 Mio. hl um 8% mehr Wein als 2014 gemeldet, womit mengenmäßig der Ernteschnitt der letzten 5 Jahre erreicht wurde. Markante Zuwächse wurden - nach den Fäulnisverlusten des Vorjahres - bei niederösterreichischen Rotweinen verzeichnet (352.200 hl; +20% gegenüber 2014), ohne jedoch den Produktionsschnitt der letzten fünf Jahre zu erreichen (-8%). Die niederösterreichische Weißweinernte legte - ausgehend von einer stabilen Vorjahresproduktion - auf 1,0 Mio. hl (+4% zu 2014) leicht zu. Auf regionaler Ebene verursachte Hagelschlag deutliche Ernteminderungen; so büßte das Gebiet Wagram fast ein Drittel seiner Weinernte (84.000 hl; -31% zum Fünfjahresschnitt) ein und auch das Kremstal (96.200 hl; -22% zum Fünfjahresschnitt) sowie das Kamptal (131.700 hl; -19% zum Fünfjahresschnitt) mussten Ertragseinbußen hinnehmen.

Deutliche Erntezuwächse wurden im Burgenland verzeichnet, wo mit 666.300 hl (+30% zu 2014) um 9% mehr Wein als im Fünfjahresschnitt zur Verfügung stand. Sowohl Weißweine (276.700 hl; +32% zu 2014) als auch Rotweine (389.600 hl; +28% zu 2014) legten gegenüber dem schwachen Vorjahresergebnis massiv zu.

Die Steiermark, die auch von Hagel betroffen war, blieb mit 214.000 hl (+8% zu 2014) knapp unter dem dortigen Produktionsschnitt (-3% zum Fünfjahresschnitt) zurück, während Wien mit 22.100 hl (+15% zu 2014) leicht gegenüber diesem (+3% zum Fünfjahresschnitt) zulegen konnte.

Im Hinblick auf die Weinprodukte standen bei Qualitäts- und Prädikatsweinen mit 2,1 Mio. hl (+21% zu 2014) deutlich größere Mengen zur Verfügung, wobei dies sowohl rote (728.400 hl; +30% zu 2014) als auch weiße (1,4 Mio. hl; +17% zu 2014) Qualitäts- und Prädikatsweine betraf. Im Segment Wein/Landwein (inkl. Sortenwein und Sturm) wurde mit 120.800 hl ein Minus von 45% verglichen mit dem Vorjahr ermittelt. Dabei sank das Volumen an weißem Wein/Landwein um mehr als die Hälfte und an rotem Wein/Landwein um 20%.

Weinbestand 2015

Der Weinbestand 2015 (Stichtag 31. Juli) zeigte sich mit 2,4 Mio. hl (-8% zu 2014) deutlich rückläufig. Eine besonders große Bestandslücke verursachte die schwache Rotweinernte des Jahres 2014, wodurch sich ein Lager-Minus von 12% auf 1,1 Mio. hl Rotwein ergab. Etwas moderater fiel der Rückgang des Weißweinlagers auf 1,3 Mio. hl (-5% zu 2014) aus.

Speziell am Sektor der Qualitäts- und Prädikatsweine lichteten sich die Bestandsreserven auf 1,9 Mio. hl (-10% zu 2014) beträchtlich, wobei für das Burgenland sogar ein Minus von 15% auf 536.600 hl erhoben wurde. In Niederösterreich, wo sich das umfangreichste Qualitäts- und Prädikatsweinlager (1,2 Mio. hl; Anteil von 63%) befand, wurde ein Rückgang um 7% gegenüber dem Lagerstand des Jahres 2014 festgestellt.

Bei Wein/Landwein wurde ein leichter Lager-Zufluss auf 291.400 hl (+3% zu 2014) notiert, wobei damit immer noch 23% weniger als im Fünfjahresmittel gelagert war. Der Wein/Landweinbestand setze sich aus 184.700 hl Weißwein (+9% zu 2014) sowie 106.700 hl Rotwein (-6% zu 2014) zusammen.

Tabellen

Weinernte 2015 nach Weinbaugebieten
Weinernte 2014 nach Weinbaugebieten
Weinernte 2013 nach Weinbaugebieten
Weinbestand 2015
Weinbestand 2014
Weinbestand 2013
Weingartenflächen 2009 nach Weinbauregionen
Weingartenflächen 1999 nach Weinbauregionen