Betriebssicherheit - Hürde oder Chance?

Sicherheit in den Betrieben wird zunehmend ernst genommen. Das umfassende Sicherheitspaket der EU ist für seine Mitgliedsstaaten verbindlich. Viele Unternehmer sehen in diesem Gesetz eher eine Hürde als eine Chance. Sie schrecken vor dem bürokratischen Aufwand zurück und befürchten, aufgrund der ansteigenden Kosten an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Auf der anderen Seite können die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen aber auch eine Chance sein, das eigene Unternehmen zu profilieren.

Anbieter: marktmeinungmensch
Veröffentlicht: Dez 2019
Preis: kostenlos
Studientyp: Blog & Paper
Branchen: Arbeitswelt • Gesundheit • Sicherheit
Tags: Arbeitsschutz • Arbeitsunfälle • Betriebssicherheit • Lichtschranken • Unfallquote

Karl-Ernst-Poppendick von der deutschen Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin verweist in diesem Kontext auf Arbeitsstudien, die belegen, dass bessere Sicherheitsvorkehrungen am Arbeitsplatz mit einem Zugewinn an Qualität einhergehen. Die Gründe: Durch den größeren Sicherheitsfokus gewinnt die Arbeit als Wert an Bedeutung und der Beschäftigte fühlt sich auch persönlich wertgeschätzt, sodass er sich durch bessere Leistungen revanchiert.

Wie sich Kosten und Aufwand ohne Wertverluste reduzieren lassen

Was Kosten und Aufwand angeht, lässt sich beides nach Poppendick ohne Wertverluste ebenfalls in Grenzen halten. Zwar sollten die Sicherheitsanforderungen im Detail umgesetzt werden, um auf der sicheren Seite zu sein. Oft genüge es allerdings, mögliche Gefahrenpotenziale zusammen mit den eingeleiteten Gegenmaßnahmen mit einer einfachen Checkliste zu protokollieren, um den Beleg zu erbringen, dass ein Problembewusstsein vorhanden sei und die Firma dagegen etwas getan habe. Kommt es hingegen zu einem Unfall und es kommt heraus, dass das Unternehmen die geforderten Sicherheitsstandards unterlaufen habe, seien die Folgen mit Blick auf die Strafen, Auflagen und den Verlust an Reputation immens. Im Digitalzeitalter bleibt nichts mehr verborgen.

Die Unfallquote sinkt kontinuierlich

Dass diese Maßnahmen Früchte zeigen, belegen die Statistiken in Bezug auf die Unfallquoten im Betriebsalltag. In Deutschland sank die Unfallquote im Zeitraum von 1995 bis 2014 von 48 Fällen pro 1.000 auf 24 Fälle pro 1.000 um die Hälfte. Die Zahl der Todesfälle ging sogar um mehr als die Hälfte zurück auf 639. Nach Angaben der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) ist die Entwicklung in Österreich ähnlich. Hier wurden die Arbeitsunfälle seit den 1990er Jahren im Zeitraum bis 2018 fast halbiert.

Am gefährlichsten ist die Arbeit nach der AUVA momentan im Baugewerbe mit 66,7 von 1.000 Fällen, gefolgt von der Wasserversorgung und Abfallentsorgung mit 52 von 1.000 Fällen. Branchenübergreifend geschehen die meisten Arbeitsunfälle durch einen Kontrollverlust von Beschäftigten an Maschinen. Gerade in diesem Bereich sorgt die technologische Innovation der Lichtschranken für Abhilfe.

Was sind Lichtschranken?

Lichtschranken ersetzen zunehmend mechanische Vorrichtungen zum Schutz von sensiblen Bereichen rund um gefährliche und sich bewegende Maschinen. Lichtschranken funktionieren über Infrarotstrahlen, die ein Sicherheitsnetz um die sensiblen Bereiche spannen. Bei Lichtvorhängen, die von dem renommierten Distributor RS Components angeboten werden, kommt ein ganzes Bündel dieser Infrarotstrahlen zum Einsatz. Wird nun ein Objekt in dieser Tabuzone durch Unterbrechung der Strahlen registriert, werden alle Maschinen in diesem Areal sofort gestoppt. Erst der verantwortliche Bediener der Maschine ist nun befugt, nach Sondierung der Lage die Maschine wieder in Gang zu setzen.

Beispiele für den Arbeitsschutz in Österreich

In Österreich wird der Arbeitsschutz in den Betrieben durch das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz geregelt. Der Fokus liegt nach §3 auf Prävention, damit es erst gar nicht zu Unfällen kommt. Arbeitsschutz konzentriert sich auch in Österreich auf Bereiche, die ihrer Natur nach besonders gefährlich sind. Beispiele für solche Bereiche sind:

  • sich bewegende Maschinen und scharfe Werkzeuge
  • giftige, entflammbare und explosive Arbeitsstoffe und Chemikalien
  • Schutz vor Lärm und Stress
  • Einrichtungen zur Gefahrenabwehr
  • Unterweisungen in den Gesundheitsschutz und ärztliche Fürsorge
  • sichere Arbeitsabläufe auch mit Blick auf die Raumgestaltung
  • besondere Fürsorge für Jugendliche und Schwangere
  • Einhaltung von Arbeitszeiten und Arbeitsruhe

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