Bitcoin: Handelsvolumen steigt dank Südamerika

Besonders viel Bewegung kann momentan auf dem brasilianischen Bitcoin-Markt beobachtet werden. Erst vor kurzem hat die Inflationsrate hier nämlich den höchsten Stand seit vier Jahren erreicht - kein Wunder also, dass sich immer mehr Brasilianer mit der Kryptowährung befassen. Besonders sichtbar wird das am immer größer werdenden Handelsvolumen. Aber nicht nur die Brasilianer sind vom Bitcoin begeistert - ganz Südamerika scheint sich nun mit der digitalen Währung anfreunden zu wollen.

Anbieter: marktmeinungmensch
Veröffentlicht: Mai 2019
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Studientyp: Blog & Paper • Branchenstudien • Marktanalyse
Branchen: Finanzdienste
Tags: Banken • Bitcoins • Finanzdienstleistungen • Finanzprodukte • Kryptowährung • Transaktionen

Inflation liegt bei über 4 Prozent

Brasilien, die größte Volkswirtschaft Südamerikas und neuntgrößte Volkswirtschaft der Welt, steckt in Schwierigkeiten: Nicht nur, dass das Land seit 1. Januar 2019 von einem umstrittenen Präsidenten geführt wird, ist auch die Inflation auf den höchsten Stand seit vier Jahren gestiegen - das „Brasilianische Institut für Statistik und Geographie“ (kurz: IBGE) berichtete darüber, dass die Inflationsrate in den letzten zwölf Monaten auf 4,58 Prozent gestiegen ist.

Somit ist es auch keine Überraschung, dass sich immer mehr Brasilianer für den Handel mit Bitcoins interessieren. Das beweist auch ein Tweet von „Cointrader Monitor“, ein klassisches Überwachungsinstrument, um die Bitcoin-Preisbewegung in Brasilien zu analysieren. Wenige Tage, bevor über das IBGE bekannt wurde, dass die Inflation den höchsten Stand seit vier Jahren erreicht hat, wurde an den brasilianischen Kryptobörsen ein Volumen von mehr als 100.000 Bitcoin bewegt.

Auch Argentinien steckt in Schwierigkeiten

Es ist der nicht enden wollende Anstieg des allgemeinen Preisniveaus für Dienstleistungen wie auch Waren, verbunden mit zahlreichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, der am Ende dafür sorgt, dass die Brasilianer nur noch einen Ausweg sehen und somit ihr Geld in Kryptowährungen stecken. Aber nicht nur die Brasilianer leiden unter den aktuellen Entwicklungen - die Argentinier müssen sich mit vergleichbaren Problemen auseinandersetzen. Auch in Argentinien, der zweitgrößten Volkswirtschaft Südamerikas, konnte ein deutlicher Anstieg des Bitcoin-Handelsvolumens verbucht werden.

Die wirtschaftliche Situation, die aktuell in Argentinien beobachtet werden kann, mag sogar noch eine Spür düsterer als in Brasilien sein. So war die argentinische Zentralbank etwa gezwungen, die Geldpolitik - und das innerhalb eines Monats - dreimal zu straffen. Die Inflation steigt dennoch - aktuell mit einer Rate von knapp 55 Prozent. „Im März ist die Inflationsrate auf 55 Prozent gestiegen, die Verbraucherpreise sind um 4,7 Prozent nach oben geklettert. Alle Prognosen der Analysten wurden somit übertroffen“, so „Bloomberg.“

Ist der Bitcoin eine Krisenwährung?

Somit mag es nun auch keine große Überraschung sein, dass sich viele argentinische Investoren nun ebenfalls mit der Kryptowährung Bitcoin auseinandersetzen. Das zeigen auch die von LocalBitcoins zur Verfügung gestellten Daten. Das Handelsvolumen ist zudem auch in Mexiko angestiegen - dafür scheint unter anderem auch US Präsident Donald Trump verantwortlich zu sein, der Überweisungen illegaler Einwanderer unterbinden möchte.

Ist der Bitcoin also eine neue Krisenwährung geworden? Man könnte sehr wohl zu dem Ergebnis kommen, dass Kryptowährungen besonders attraktiv werden, wenn die wirtschaftliche Entwicklung zu wünschen übrigen lässt.

Um jedoch als „sicherer Hafen“ wahrgenommen zu werden, fehlt es dem Bitcoin - und auch jeder anderen Kryptowährung - an Stabilität. Wer nämlich sein Geld in Kryptowährungen steckt, der muss besonders vorsichtig sein, weil es auch jederzeit nach unten gehen kann.

„Krypto-Winter“ ist vorbei

Natürlich hat das Interesse an den Kryptowährungen auch einen Einfluss auf die Kurse; der „Krypto-Frühling“ scheint nun endgültig den „Krypto-Winter“, der das gesamte Jahr 2018 angehalten hat, verdrängt zu haben. Der Bitcoin befindet sich gerade wieder im Bereich der 8.000 US Dollar-Grenze; auch die anderen Kryptowährungen konnten in den letzten Monaten enorme Gewinne verbuchen. Zudem gibt es einige Prognosen, die die Kryptowährungen erst am Anfang ihrer Reise sehen. Das heißt, hohe Kursgewinne sind durchaus möglich, wobei - abermals - erwähnt werden muss, dass es natürlich auch in die andere Richtung gehen kann.

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