Die Grundstimmung und die Zukunftserwartungen der Österreicher 2016

Die Grundstimmung der Österreicher ist zwiespältig: Während sich der Blick auf das kommende Jahr in den letzten 40 Jahren jeweils in zwei ähnlich große Gruppen an Optimisten und Pessimisten aufteilte – mit ein paar kleineren Auf und Ab´s während Krisenzeiten – überwiegt in der Langzeitperspektive eindeutig die Befürchtung eines negativen Meinungstrends der Gesellschaft.

Anbieter: IMAS International
Veröffentlicht: Nov 2016
Preis: kostenlos
Studientyp: Marktforschung
Branchen: Wirtschaft, Politik & Gesellschaft
Tags:

Der Blick auf die kommenden zehn Jahre ist durch starke Sorgenfalten geprägt. Jeder dritte Österreicher blickt mit Sorge auf die kommende Dekade; dies stellt die relative Mehrheit der Bevölkerung dar. Ein weiteres Viertel ist skeptisch, nur rund jeder Fünfte zuversichtlich, der Rest unentschlossen. Dieses Klima wird vor allem durch eine negative Erwartung für die eigene private Brieftasche manifestiert. Bei der Frage, ob sich die eigene Lebenssituation in den nächsten zehn Jahren eher verbessern, verschlechtern, oder gleich bleiben wird, geht die Gesamtbevölkerung im Verhältnis 29 zu 13 eindeutig von einem eigenen sozialen Abstieg aus.

Bill Clinton prägte in seinem legendären Wahlkampf 1992 den Slogan „It´s the economy, stupid“ und fokussierte dabei auf das Kernthema seiner Kampagne: das Funktionieren der Wirtschaft in den Vereinigten Staaten als Grundlage für den Wohlstand aller.

Ein knappes Vierteljahrhundert später wurde nicht der Aufruf zur wirtschaftlichen Aufwärtsbewegung, sondern eher die Angst vor dem sozialen Abstieg in den USA gewählt. Breite Teile der amerikanischen Mittelschicht stehen anscheinend nahezu erschrocken vor der mittelfristigen Zukunftsperspektive.

Die aktuelle Gewinnerkampagne verstärkte dieses Gefühl noch zusätzlich mit den Themen illegaler Zuwanderung, Globalisierungsverluste und der Kriminalität. Die Lösungsansätze für das Comeback – „Make America great again!“ – waren durch die Ansage von Leadership, die Betonung der Heimat, also der stärkeren nationalstaatlichen Hinwendung, und Sicherheit geprägt. Zudem wusste Trump die veränderte, vor allem digitale Medienlandschaft und deren Drang, halbstündlich News liefern zu müssen, für sich zu nutzen.

In Österreich ist eine ähnliche Grundstimmung empirisch festzustellen. Der Blick auf die kommenden zehn Jahre ist durch starke Sorgenfalten geprägt. Jeder dritte Österreicher blickt mit Sorge auf die kommende Dekade; dies stellt die relative Mehrheit der Bevölkerung dar. Ein weiteres Viertel ist skeptisch, nur rund jeder Fünfte zuversichtlich, der Rest unentschlossen.

Die Zukunftserwartungen der Österreicher für die kommenden 10 Jahre

Die Grundstimmung ist somit sehr zwiespältig: Während sich der Blick auf das kommende Jahr in den letzten 40 Jahren jeweils in zwei ähnlich große Gruppen an Optimisten und Pessimisten aufteilte – mit ein paar kleineren Auf und Ab´s während Krisenzeiten – überwiegt in der Langzeitperspektive eindeutig die Befürchtung eines negativen Meinungstrends der Gesellschaft. Dieses Klima wird vor allem durch eine negative Erwartung für die eigene private Brieftasche manifestiert.

Auf die Frage, ob sich die eigene Lebenssituation in den nächsten zehn Jahren eher verbessern oder verschlechtern bzw., ob sie gleich bleiben wird, geht die Gesamtbevölkerung im Verhältnis 29 zu 13 eindeutig von einem eigenen sozialen Abstieg aus. Zieht man nur die Ergebnisse der sorgenvollen Menschen heran, ist sogar knapp die Hälfte dieser Gruppe von einer Verschlechterungserwartung geprägt.

Die absolute Mehrheit der Österreicher unterstützt auch die Aussage, dass man sich zwar aktuell viele Dinge im Leben leisten kann und es sich gut gehen lassen könnte, aber die Angst vor einer Verschlechterung im finanziellen Bereich in den nächsten Jahren vorherrscht. Diese Einschätzung wird in allen soziodemografischen Gruppen relativ ähnlich geteilt; breite Teile der österreichischen Mittelschicht sind von dieser Grundstimmung erfasst.

Somit lässt nicht nur der Blick auf die Wahlergebnisse über dem Atlantik den Schluss zu, dass für die kommenden Wahlen mit diesem Slogan stark zu rechnen ist: „It´s the Abstiegsangst, stupid!“

Studiensteckbrief

Zeitraum der Umfrage: 18. August – 7. September 2016
Sample: n=1031 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Quotaauswahl, face-to-face

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