Gesundheitsausgaben in Österreich

Im Jahr 2011 betrugen die Gesundheitsausgaben in Österreich laut SHA 32,4 Mrd. Euro. Davon entfielen 30,7 Mrd. Euro auf die laufenden Gesundheitsausgaben; 1,7 Mrd. Euro wurden für Investitionen im Gesundheitsbereich ausgegeben. Durchschnittlich sind die Gesundheitsausgaben zwischen 1990 und 2011 jährlich um 5,1% gestiegen.

Anbieter: Statistik Austria
Veröffentlicht: Okt 2013
Autor: Statistik Austria
Preis: kostenlos
Studientyp: Statistik
Branchen: Branchenübergreifend • Finanzdienste • Gesundheit • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft
Tags: Gesundheitssystem • Gesundheitsusgaben • Krankenversicherung • Medizin • Sozialversicherung • Versicherung • Vorsorge

Gesundheitsausgaben in Österreich

  • Gesundheitsausgaben in Österreich laut „System of Health Accounts“ – Ergebnisse
  • Erläuterungen zu den Gesundheitsausgaben in Österreich laut „System of Health Accounts“

Gesundheitsausgaben in Österreich laut „System of Health Accounts“ – Ergebnisse

Die Tabelle „Gesundheitsausgaben in Österreich“ laut „System of Health Accounts“ (SHA) stellt die Entwicklung der Gesundheitsausgaben in Österreich für die Jahre 1990 bis 2011 dar. Die Gesundheitsausgaben nach SHA setzen sich aus den laufenden Gesundheitsausgaben und den Investitionen im Gesundheitsbereich zusammen.

Im Jahr 2011 betrugen die Gesundheitsausgaben in Österreich laut SHA 32,4 Mrd. Euro. Davon entfielen 30,7 Mrd. Euro auf die laufenden Gesundheitsausgaben; 1,7 Mrd. Euro wurden für Investitionen im Gesundheitsbereich ausgegeben. Durchschnittlich sind die Gesundheitsausgaben zwischen 1990 und 2011 jährlich um 5,1% gestiegen.

Von 2010 auf 2011 sind die Gesundheitsausgaben um 813 Mio. Euro von 31,6 Mrd. Euro auf 32,4 Mrd. Euro gestiegen – das entspricht einer Steigerung von 2,6%. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist zwischen 2010 und 2011 nominell, d.h. zu laufenden Preisen, um 5,0% gestiegen. Aufgrund der im Vergleich zum BIP weniger stark gestiegenen Gesundheitsausgaben, sinkt der Anteil der Gesundheitsausgaben am BIP zwischen 2010 und 2011 von 11,0% auf 10,8%. Im Jahr 1990 betrug der Anteil noch 8,4%.

Laufende Gesundheitsausgaben – Öffentlich

Die öffentlichen laufenden Gesundheitsausgaben beinhalten Ausgaben des Bundes, der Länder, der Gemeinden und der Sozialversicherungsträger und betrugen im Jahr 2011 in Summe 23,7 Mrd. Euro. Werden die öffentlichen Investitionen inkludiert, erhöht sich der Wert auf 24,7 Mrd. Euro, was einem Anteil von 76,2% an den gesamten Gesundheitsausgaben entspricht.

Die öffentlichen laufenden Gesundheitsausgaben für das Jahr 2011 teilen sich wie folgt auf die einzelnen Ausgabenkategorien auf. Rund 47,4% der öffentlichen laufenden Ausgaben wurden für die stationäre Gesundheitsversorgung und 23,7% für die ambulante Gesundheitsversorgung aufgewendet. Auf die häusliche Langzeitpflege entfielen 9,1% der laufenden Gesundheitsausgaben des Staates inkl. Sozialversicherungsträger und 13,4% auf pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter. Für Krankentransport und Rettungsdienste wurden 1,4% der öffentlichen laufenden Gesundheitsausgaben verwendet, für Prävention 1,9% und für die Verwaltung der Gesundheitsversorgung 3,1%. Im Vergleich zum Jahr 2010 haben sich die öffentlichen laufenden Gesundheitsausgaben um 3,0% erhöht.

Im Zeitraum von 1990 bis 2011 stiegen die öffentlichen laufenden Ausgaben für die stationäre Gesundheitsversorgung von rund 3,5 Mrd. Euro auf etwa 11,3 Mrd. Euro. Dies entspricht einer jährlichen Steigerung von 5,7% im Schnitt. Zwischen 2010 und 2011 war ein Anstieg von 3,7% zu verzeichnen.

Die Ausgaben des Staates inkl. Sozialversicherungsträger für die ambulante Gesundheitsversorgung betrugen im Jahr 2011 5,6 Mrd. Euro. Gegenüber dem Jahr 2010 erhöhte sich diese Ausgabenposition um 2,1%. Zwischen 1990 und 2011 stiegen die öffentlichen laufenden Gesundheitsausgaben für die ambulante Gesundheitsversorgung mit einer jährlichen durchschnittlichen Steigerungsrate von 4,6%.

Die öffentlichen laufenden Gesundheitsausgaben für Leistungen der häuslichen Langzeitpflege erhöhten sich zwischen 2010 und 2011 um 4,4%. So betrugen die Ausgaben im Jahr 2011 für diese Kategorie rund 2,2 Mrd. Euro. Diese Position beinhaltet z.B. das Pflegegeld und die Ausgaben für Hauskrankenpflege.

Die öffentlichen laufenden Ausgaben für pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter stiegen zwischen 2010 und 2011 um 2,3% auf rund 3,2 Mrd. Euro. Zwischen 1990 und 2011 gab es einen durchschnittlichen jährlichen Ausgabenanstieg von 6,9%.

Die Ausgaben für Prävention und den öffentlichen Gesundheitsdienst blieben zwischen 2010 und 2011 unverändert bei 461 Mio. Euro. Im Bereich Verwaltung der Gesundheitsversorgung stiegen die Ausgaben verglichen zum Jahr 2010 um 0,8%.

Laufende Gesundheitsausgaben – Privat

Die privaten laufenden Gesundheitsausgaben beinhalten Ausgaben der privaten Haushalte und der Versicherungsunternehmen, der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck (POoE) sowie Ausgaben für betriebsärztliche Leistungen.

Der größte Teil der privaten laufenden Gesundheitsausgaben wird von privaten Haushalten und Versicherungsunternehmen getätigt. Diese setzen sich wiederum aus Ausgaben für die stationäre Gesundheitsversorgung, die ambulante Gesundheitsversorgung, pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter sowie für die Verwaltung der Gesundheitsversorgung im Bereich der privaten Krankenversicherungen zusammen.

Im Jahr 2011 wendeten die privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen für die stationäre Gesundheitsversorgung 28,4% ihrer laufenden Gesundheitsausgaben auf. Der größte Anteil der laufenden Gesundheitsausgaben der privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen entfiel mit 36,4% allerdings auf Leistungen der ambulanten Gesundheitsversorgung. Weitere 29,3% wurden für pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter aufgewendet. 5,8% fielen für die Verwaltung bei den privaten Krankenversicherungen an.

Die laufenden Ausgaben der privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen für die stationäre Gesundheitsversorgung beinhalten Ausgaben für Krankenanstalten inkl. Rehabilitationszentren, Kuranstalten sowie Pflegeheime und betrugen im Jahr 2011 1,9 Mrd. Euro. Gegenüber dem Jahr 2010 stiegen die Ausgaben der privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen für die stationäre Gesundheitsversorgung um 2,7%.

Für die ambulante Gesundheitsversorgung, also für  ärztliche und zahnärztliche Dienstleistungen, Dienstleistungen nichtärztlicher Gesundheitsdienstberufe, Krankentransport und Rettungsdienste sowie Leistungen der häuslichen Langzeitpflege gaben die privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen im Jahr 2011 2,4 Mrd. Euro aus.

Im Jahr 2011 gaben die privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen 1,9 Mrd. Euro für pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter aus. Zwischen 1990 und 2011 ist diese Ausgabenposition durchschnittlich um 5,1% jährlich gewachsen.

Die Ausgaben der POoE betrugen im Jahr 2011 338 Mio. Euro. Jene für betriebsärztliche Leistungen beliefen sich auf 36 Mio. Euro.

Investitionen

Die Entwicklung der Bruttoanlageinvestitionen im Zeitraum von 1990 bis 2011 zeigt, dass die Leistungserbringer im Gesundheitswesen im Jahr 2011 mit 1,7 Mrd. Euro um 940 Mio. Euro mehr investierten als im Jahr 1990. Davon waren im Jahr 2011 993 Mio. Euro, also rund 58,2%, öffentliche Investitionen und 714 Mio. Euro, also etwa 41,8%, private Investitionen. Gegenüber dem Jahr 2010 sind die Investitionen in Summe um ca. 2,1% gesunken. Es sei angemerkt, dass die Investitionen der Fondskrankenanstalten in den öffentlichen Investitionen enthalten sind.

Gesundheitsausgaben 2011 nach Finanziers, Leistungserbringern und Leistungsarten – SHA-Tabellen 1, 2, 3 und 4

Die SHA-Tabellen 1, 2, 3 und 4, welche für die Jahre 2004 bis 2011 vorliegen, ermöglichen die Darstellung der laufenden Gesundheitsausgaben nach den Finanziers (HF), den Erbringern der Gesundheitsleistungen (HP) sowie den Arten der Gesundheitsgüter und -leistungen (HC). Die Investitionen im Gesundheitswesen werden in den SHA-Tabellen nicht dargestellt.

In Österreich wurden im Jahr 2011 rund 30,7 Mrd. Euro für die laufende Gesundheitsversorgung ausgegeben. Etwa 9,9 Mrd. Euro oder 32,3% dieser Ausgaben wurden dabei von Bund, Ländern und Gemeinden (HF.1.1) getragen. Auf die Sozialversicherungsträger (HF.1.2) entfielen rund 13,8 Mrd. Euro oder ein Anteil von 44,9%. Der Anteil der öffentlichen laufenden Gesundheitsausgaben an den gesamten laufenden Gesundheitsausgaben beträgt somit 77,2%.

Die privaten Haushalte (HF.2.3) wendeten im Jahr 2011 in Summe rund 5,2 Mrd. Euro für Gesundheitsgüter und -leistungen auf, was einem Anteil von 17,0% an den gesamten laufenden Gesundheitsausgaben entspricht. Die privaten Versicherungsunternehmen (HF.2.2) finanzierten einen Anteil von 4,5%, die POoE (HF.2.4) von 1,1% und die Unternehmen (HF.2.5) kamen für 0,1% auf. Somit betrug der privat finanzierte Anteil an den gesamten laufenden Gesundheitsausgaben im Jahr 2011 22,8%.

Nach Leistungserbringern (HP) betrachtet entfiel 2011 der größte Teil der laufenden Gesundheitsausgaben, nämlich rund 11,9 Mrd. Euro oder 38,9% auf Krankenanstalten (HP.1). Finanziert wurden diese zu 46,1% aus Mitteln der Gebietskörperschaften Bund, Länder und Gemeinden (HF.1.1) und zu 45,3% von den Sozialversicherungsträgern (HF.1.2). Der restliche Anteil von 8,7% wurde privat finanziert, also von privaten Versicherungsunternehmen (HF.2.2) oder privaten Haushalten (HF.2.3). Von den 11,9 Mrd. Euro für Krankenanstalten flossen rund 10,2 Mrd. Euro oder 85,7% in die stationäre kurative sowie rehabilitative Versorgung (HC.1.1, HC.2.1), 1,3% der Ausgaben für Krankenanstalten wurden für tagesklinische kurative Leistungen (HC.1.2) und 12,9% für ambulante kurative Leistungen (HC.1.3) aufgewendet.

Für den niedergelassenen Bereich (HP.3) wurden 7,4 Mrd. Euro oder 24,0% der laufenden Gesundheitsausgaben verwendet. Davon entfielen 2,8 Mrd. Euro auf niedergelassene Allgemeinärztinnen und Allgemeinärzte und Fachärztinnen und Fachärzte (HP.3.1) und 1,5 Mrd. Euro auf niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte (HP.3.2). Die restlichen Mittel wurden für nichtärztliche ambulante Dienstleistungen, für Dienstleistungen in ambulanten Zentren etc. aufgewendet. Der größte Teil der Mittel zur Finanzierung der Leistungserbringer HP.3 stammt mit 56,8% von den Sozialversicherungsträgern (HF.1.2). Weitere 30,8% wurden von den privaten Haushalten (HF.2.3) aufgebracht. Die übrigen 12,5% wurden von den Gebietskörperschaften (HF.1.1), den POoE (HF.2.4) und von privaten Krankenversicherungsunternehmen (HF.2.2) getragen.

Für in Apotheken und im Einzelhandel (HP.4) erworbene medizinische Güter (HC.5) wurden in Summe 16,7% der laufenden Gesundheitsausgaben aufgewendet, wobei rund 3,7 Mrd. Euro an Apotheken (HP.4.1) und 1,4 Mrd. Euro an den Einzelhandel (HP.4.2-4.9) flossen. Zu 61,7% wurden Güter in dieser Kategorie von den Sozialversicherungsträgern (HF.1.2) finanziert und zu 36,3% von den privaten Haushalten (HF.2.3). Etwa 2,1% wurden vom Staat (HF.1.1) und den privaten Krankenversicherungsunternehmen (HF.2.2) beigetragen.

Die laufenden Ausgaben für Kuranstalten und Pflegeheime (HP.2) beliefen sich im Jahr 2011 auf 2,8 Mrd. Euro und somit auf einen Anteil von 9,0% an den gesamten laufenden Gesundheitsausgaben. Rund 17,1% dieser Ausgaben entfielen auf stationäre rehabilitative Leistungen (HC.2.1). Die restlichen 82,9% wurden für stationäre Langzeitpflegeleistungen (HC.3.1) ausgegeben. Mit einem Finanzierungsanteil von 57,5% waren Bund, Länder und Gemeinden (HF.1.1) die größten Finanziers der Kuranstalten und Pflegeheime. 30,9% der Mittel wurden von den privaten Haushalten (HF.2.3) beigesteuert, 8,8% von den Sozialversicherungsträgern (HF.1.2), 1,6% von den POoE (HF.2.4) und 1,2% von den privaten Versicherungsunternehmen (HF.2.2).

Die laufenden Ausgaben für Prävention und öffentlichen Gesundheitsdienst (HC.6) betrugen für das Jahr 2011 rund 541 Mio. Euro. Davon wurden 43,8% von Bund, Ländern und Gemeinden (HF.1.1) finanziert. Die Sozialversicherungsträger (HF.1.2) kamen für einen Anteil von 41,3% der Ausgaben für Präventionsleistungen auf.

Für die Verwaltung der Gesundheitsversorgung (HC.7) fielen im Jahr 2011 Ausgaben in der Höhe von rund 1,1 Mrd. Euro. Einrichtungen der Gebietskörperschaften (HF.1.1) finanzierten dabei 6,6%, Einrichtungen der Sozialversicherungsträger (HF.1.2) 58,9% und der private Krankenversicherungsbereich (HF.2.2) kam für 34,6% der Verwaltungsausgaben auf.

Gesundheitsausgaben 2009 nach Alter und Geschlecht – SHA-Tabelle 7

Zusätzlich zu den laufenden Gesundheitsausgaben nach Finanziers, Leistungserbringern und den Arten der Gesundheitsgüter und -leistungen, konnten die individuellen laufenden Gesundheitsausgaben (HC.1 bis HC.5) nach Alter und Geschlecht für die Jahre 2006 bis 2009 berechnet werden. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung der SHA-Tabelle 4, welche die Finanziers mit den Leistungsarten verknüpft. In der SHA-Tabelle 7 werden stationäre und tagesklinische Gesundheitsleistungen, ambulante Gesundheitsleistungen, Leistungen der häuslichen Langzeitpflege, Hilfsleistungen der Gesundheitsversorgung und die ambulante Abgabe medizinischer Güter nach Alter und Geschlecht aufgegliedert. Nicht enthalten sind die kollektiven Gesundheitsausgaben, also die Kategorien HC.6 (Prävention und öffentlicher Gesundheitsdienst) und HC.7 (Verwaltung der Gesundheitsversorgung).

In Summe beliefen sich die individuellen laufenden Gesundheitsausgaben im Jahr 2009 auf 27,5 Mrd. Euro. Ein Anteil von 56,2% dieser Ausgaben entfiel auf Frauen und die restlichen 43,8% auf Männer. Nach Altersgruppen betrachtet, stiegen die absoluten Gesundheitsausgaben sowohl für Frauen als auch für Männer bis einschließlich der Gruppe der 45- bis 64-jährigen kontinuierlich an. Betrachtet man nur die Männer, so lässt sich ab der Altersgruppe der 65- bis 74-jährigen ein stetiger Rückgang der absoluten Gesundheitsausgaben beobachten. Zwar lagen auch bei den Frauen die Ausgaben der 65- bis 74-jährigen unter jenen der 45- bis 64-jährigen, allerdings lässt sich für die Gruppe der 75- bis 84-jährigen ein Anstieg der absoluten Gesundheitsausgaben feststellen, bevor sie für die über 85-jährigen wieder sinken. Bei dieser Betrachtungsweise ist es wichtig, die Verteilung der Bevölkerung auf die verschiedenen Altersgruppen zu beachten, da sich die Gruppengröße in der absoluten Höhe der Gesundheitsausgaben für die jeweilige Alterskategorie niederschlägt. Es bietet sich somit an, SHA-Tabelle 7 um eine Pro-Kopf-Darstellung zu ergänzen.

Für Frauen fielen im Jahr 2009 mit 6,7 Mrd. Euro die höchsten Gesundheitsausgaben für stationäre Leistungen an. Diese beinhalten die Ausgaben für die stationäre Versorgung in Kranken- und Kuranstalten sowie in Pflegeheimen. Die ambulanten Leistungen stellten mit 4,1 Mrd. Euro die zweithöchste Ausgabenposition bei den Frauen dar, diese lagen allerdings bei den 1- bis 4-jährigen, den 5- bis 14-jährigen und den 15- bis 44-jährigen über jenen für stationäre Leistungen. Mit zunehmendem Alter kommt bei den Frauen auch den Ausgaben für Leistungen der häuslichen Langzeitpflege eine bedeutende Rolle zu. Diese betrugen bei den über 85-jährigen 601 Mio. Euro und waren somit für 25,6% der Gesundheitsausgaben für diese Altersgruppe verantwortlich. Nach Altersgruppen betrachtet fielen die höchsten Gesundheitsausgaben für Frauen in der Gruppe der 45- bis 64-jährigen an und beliefen sich auf 3,6 Mrd. Euro.

Bei den Männern ergibt sich für das Jahr 2009 ein ähnliches Bild. Auch hier beanspruchten stationäre Leistungen mit 5,5 Mrd. Euro die höchsten Ausgaben. Wie bei den Frauen, überstiegen die Ausgaben für ambulante Gesundheitsleistungen für die 1- bis 4-jährigen, die 5- bis 14-jährigen und die 15- bis 44-jährigen auch bei den Männern die Ausgaben für die stationäre Versorgung. Ebenso hatten die 45- bis 64-jährigen Männer mit 3,5 Mrd. Euro die höchsten Gesundheitsausgaben aller Altersgruppen zu verzeichnen. Zwar lässt sich bei den Ausgaben für Leistungen der häuslichen Langzeitpflege, wie bei den Frauen, eine mit dem Alter wachsende Bedeutung festmachen, absolut betrachtet lagen diese bei den ältesten Gruppen aber deutlich unter den entsprechenden Ausgaben für Frauen. Generell ergeben sich zwischen Frauen und Männern größere Unterschiede in den absoluten Gesundheitsausgaben bei den beiden ältesten Gruppen, was sich auf Unterschiede in der Altersstruktur zurückführen lässt. So waren beispielsweise im Jahr 2009 lediglich 25,7% aller über 85-jährigen männlich, während der Anteil der Frauen bei 74,3% lag.

Erläuterungen zu den Gesundheitsausgaben in Österreich laut „System of Health Accounts“

Die hier präsentierten Ergebnisse der Gesundheitsausgabenrechnung folgen dem Konzept des „System of Health Accounts“ (SHA), welches ein System von umfassenden, konsistenten und international vergleichbaren Gesundheitskonten darstellt. Das Manual „A System of Health Accounts“ wurde im Mai 2000 erstmals von der OECD veröffentlicht und kann auf der OECD-Homepage abgerufen werden. Mittlerweile wurde das Manual von den drei Organisationen OECD, WHO und Eurostat überarbeitet und im Jahr 2011 als revidierte Version des SHA-Manuals publiziert.

Die SHA-Tabellen ermöglichen mittels der Internationalen Klassifikation der Gesundheitskonten (International Classification for Health Accounts - ICHA) die Erfassung der Gesundheitsausgaben nach Finanziers (HF), nach Leistungserbringern im Gesundheitswesen (HP) sowie nach Arten von Gesundheitsgütern und -leistungen (HC).

Die Anwendung der SHA-Methodik in Österreich ermöglicht eine umfassende Abbildung der Gesundheitsausgaben. Die Ergebnisse der Gesundheitsausgabenrechnung nach SHA dienen einerseits als Grundlage von politischen Entscheidungen und können andererseits als wesentlicher Input im Bereich Gesundheitsforschung angesehen werden. Des Weiteren werden die Resultate dazu verwendet, eine international vergleichbare Datenbasis der Gesundheitsausgaben zu erstellen.

In der Statistik Austria werden die gesundheitsstatistischen Daten jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) aktualisiert und an die OECD, die WHO sowie an Eurostat gemeldet.

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