Karriere mit Kind? Was die Tradition an gender mainstreaming zulässt

Traditionelle Rollenbilder sind in der österreichischen Bevölkerung nach wie vor tief verwurzelt und dies zum großen Teil unabhängig vom sozialen Background. Es gibt kaum eine Bevölkerungsgruppe, die komplett konträre, ausschließlich progressive Werte vertreten würde. Einerseits hat sich die Einstellung zu einer vermehrten Berufstätigkeit von Frauen über die Jahre positiv entwickelt.

Anbieter: Spectra
Veröffentlicht: Jul 2012
Preis: kostenlos
Studientyp: Marktforschung
Branchen: Arbeitswelt • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft
Tags: Familie • Frauen • Gender • Gleichberechtigung • Karenz • Kinder • Management

Traditionelle Rollenbilder sind in der österreichischen Bevölkerung nach wie vor tief verwurzelt und dies zum großen Teil unabhängig vom sozialen Background. Es gibt kaum eine Bevölkerungsgruppe, die komplett konträre, ausschließlich progressive Werte vertreten würde. Einerseits hat sich die Einstellung zu einer vermehrten Berufstätigkeit von Frauen über die Jahre positiv entwickelt. Und man hat häufiger Kontakt mit Frauen in Führungspositionen und setzt deren Leistungen mehrheitlich jenen männlicher Führungskräfte gleich. Andererseits ist wie vor fast 20 Jahren nach wie vor jeder dritte Österreicher der Meinung, Frauen sollten auch bei besserer Entlohnung am Arbeitsplatz eher zu Hause und bei den Kindern sein. Also ein „Ja“ zur Berufstätigkeit der Frauen – aber nur bis das Kind da ist?

Die von SPECTRA seit 1995 bereits das vierte Mal durchgeführte Studie ergründet die Einstellungen und Standpunkte der Österreicher zu weiblicher Erwerbstätigkeit und Frauen in Führungspositionen. Der Vergleich über beinahe zwei Jahrzehnte ermöglicht den Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen und Veränderungen in der Werthaltung der österreichischen Bevölkerung. 

74% der Österreicher empfinden es als positive Entwicklung, dass „Frauen zunehmend mehr berufstätig sind“. Das sind zwar nur unwesentlich mehr (+2%) als 2009, allerdings um 13%-Punkte mehr als vor 17 Jahren. Wenn bereits Erfahrung mit Frauen als Vorgesetzte gesammelt wurde, wirkt sich das zusätzlich positiv aus. 84% dieser Gruppe stehen einer zunehmenden weiblichen Erwerbstätigkeit optimistisch gegenüber. Im Vergleich zu 2009 zeigt sich zudem in Klein- und Mittelstädten eine höhere Akzeptanz bei der Zunahme weiblicher Erwerbstätigkeit. Hier hat sich die Einstellung dazu seit 1995 kontinuierlich verbessert – das gender mainstreaming erreicht zunehmend die ländlichen Zentren. 

Dem gegenüber stehen allerdings die  Selbstständigen/Freiberufler, die diese Entwicklung einer zunehmenden Berufstätigkeit von Frauen nun weniger positiv beurteilen als noch vor drei Jahren. So sehen dies nur mehr 71% der Freiberufler und Selbstständigen als positive Entwicklung. Im Vergleich dazu waren es 2009 noch 83%. Bei anderen Berufsgruppen bleibt die Einstellung jedoch stabil. 

Erfahrungen im Berufsleben mit Frauen als Vorgesetzte wirken sich zwar positiv auf die Einstellung zu deren Berufstätigkeit aus, die Zahl der Österreicher, die diese Erfahrung bisher gemacht haben, stagniert aber bei 36%.  

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