Nachwahl-Analyse der Bundespräsidentschaftswahl 2016 in Österreich

Überraschend deutlich hat der ehemalige Grünen-Chef Alexander Van der Bellen die Präsidentschaftswahl gewonnen. 53,3 Prozent der Wähler in Österreich stimmten laut Hochrechnung für ihn, 46,7 Prozent stimmten für Norbert Hofer von der rechtspopulistischen FPÖ. Wie schon vorhergehenden zwei Wahlgängen zeigen sich auch bei der Wiederholungswahl starke Abweichungen in der Soziodemographie.

Anbieter: Zeit Online
Veröffentlicht: Dez 2016
Autor: Sascha Venohr
Preis: kostenlos
Studientyp: Pressemeldung
Branchen: Wirtschaft, Politik & Gesellschaft
Tags: Bundespräsident • Bundespräsidentenwahl 2016 • Demographie • Nachwahlanalyse • Wahlanalyse • Wahlumfragen

Entscheidend für Van der Bellens Sieg war offenbar, dass er seine Wähler und bisherige Nichtwähler besser mobilisieren konnte. Er konnte 169.000 Nichtwähler vom Mai für sich gewinnen und verlor im Gegenzug nur 25.000 Stimmen an das Lager der Nichtwähler. Hofer verlor hier deutlich: Er verliert 70.000 Stimmen vom Mai an die Nichtwahl und kann nur 33.000 ehemalige Nichtwähler für sich gewinnen. Auf diese Weise konnte Van der Bellen seinen Vorsprung im Vergleich zur Stichwahl im Mai ausbauen, das zeigen die Ergebnisse der Nachwahlbefragung. 

Wahlverhalten nach Soziodemographie

Wie schon im ersten Wahlgang und der Stichwahl im Mai zeigt sich auch bei der Wiederholungswahl ein starker Gendergap: Männer stimmten eher für Norbert Hofer, er erreichte in dieser Gruppe 56 Prozent. Frauen wählten hingegen deutlich öfter Alexander Van der Bellen: er erreichte hier 62 Prozent. 

Alexander Van der Bellen konnte besonders die Jungen ansprechen und erreichte in der Altersgruppe der Bis-29-Jährigen 58 Prozent, wobei mit 69 Prozent vor allem junge Frauen für ihn stimmten, während bei jungen Männern Norbert Hofer mit 53 Prozent vorn lag. Sein bestes Ergebnis erreichte Norbert Hofer mit 58 Prozent unter Männern im Alter von 30-59 Jahren.

Das Wahlverhalten lässt sich auch nach formaler Bildung unterscheiden: Unter Personen mit maximal einem Pflichtschulabschluss liegt Hofer mit 53 Prozent vorn. Unter Personen mit maximal Lehrabschluss liegt der FPÖ-Kandidat mit 64 Prozent klar vor Van der Bellen. Personen mit Matura (Abitur) oder tertiärem Abschluss hingegen wählten mit 78 Prozent überdurchschnittlich Van der Bellen.

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