Produktion und Bauwesen - Konjunkturdaten - Baupreisindex

Die Baukosten- bzw. Baupreisindizes sind wichtige Bausteine innerhalb des preisstatistischen Systems. Der Baukostenindex (BKI) verfolgt monatlich als Inputgröße die Entwicklung der vom Bauunternehmer (Baumeister, Professionisten) zu tragenden Kosten für Material und Lohn im Rahmen der Ausführung des Bauvorhabens. Das heißt durch die monatliche Erfassung und Beobachtung der Preisentwicklungen, der im Bauprozess eingesetzten repräsentativen Produktionsfaktoren, kann festgestellt werden, wie sich die Material- und Lohnkosten für die Bauunternehmen im Laufe der Zeit verändern.

Anbieter: Statistik Austria
Veröffentlicht: Jan 2010 - Dez 2016
Autor: Statistik Austria
Preis: kostenlos
Studientyp: Marktdaten • Statistik • Wirtschaftsstatistik
Branchen: Branchenübergreifend • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft
Tags: Arbeit • Arbeitsvolumen • baupreis • baupreisindex

Der Baupreisindex (BPI) gibt als Outputgröße quartalsweise die Entwicklung der Marktpreise für repräsentative Bauleistungen wider. D.h. hier werden vom Bauherren an den Bauunternehmer zu zahlende Endabnehmerpreise (ohne USt) für die Erbringung von repräsentativen Bauleistungen beobachtet. Übersicht 1 soll den Unterschied zwischen den Baukosten als Inputgröße (A) und den Baupreisen als Outputgröße (B) nochmals verdeutlichen. 

Der Baukostenindex erfasst die Preisentwicklung von den Produktionsfaktoren, die in der Bauwirtschaft zum Einsatz kommen, d.h. Input von Baumaterial, Lohnkosten, Einsatz von Maschinen usw. Ein Baukostenindex wird von Statistik Austria für die Sparten Wohnhaus- und Siedlungsbau sowie Straßen- bzw. Brückenbau berechnet. Die Grundlage der Berechnung bildet dabei die für die jeweiligen Basisjahre und Bausparten fix ausgewählten Warenkorbelemente (die aus den Kostenfaktoren Lohn- und Material bestehen) und deren Preisentwicklungen, die monatlich beobachtet und gewichtet fortgeschrieben werden. 

Im Gegensatz zum BKI zeigt der Baupreisindex durch die quartalsweise Beobachtung von Marktpreisen (ohne USt) für repräsentative Baueinzelleistungen des Hoch- bzw. Tiefbaus aus allen Bundesländern, die Entwicklung der von den Bauherren für die Bauarbeiten zu zahlenden Preise entsprechend der aktuellen Situation in der Bauwirtschaft. Dieser Index steht für die Bausparten Wohnhaus- und Siedlungsbau, Sonstiger Hochbau, Straßenbau, Brückenbau sowie Sonstiger Tiefbau zur Verfügung und berücksichtigt nicht nur die Kostenentwicklung der im Bauprozess eingesetzten Produktionsfaktoren Material und Lohn, sondern ebenfalls Veränderungen von z.B. Produktivität oder der Gewinnspanne der Bauunternehmen. 

Beide Indizes werden nach der Indexformel von Laspeyres berechnet. Die Informationen für die zugrundeliegenden Warenkörbe stammen aus Ausschreibungsunterlagen einschlägiger Bauprojekte bzw. umfangreicher Kalkulationsunterlagen von Bauvorhaben für den Baukostenindex Wohnhaus- und Siedlungsbau. Die Gewichtungsinformationen für die Zusammenführung der einzelnen Bausparten des gesamten Baupreisindex sowie die regionale Gewichtung im Hochbau stammen aus den Konjunkturerhebungen im Produzierenden Bereich (abgesetzte Produktion).  

Bei der Erstellung der Indizes kommt es zu methodischen Unterschieden, bedingt durch die unterschiedliche Verfügbarkeit der primären bzw. sekundären Datenquellen in den verschiedenen Bausparten:  
Die Baukostenindizes werden monatlich erstellt, wobei im Wohnhaus- und Siedlungsbau ausschließlich Sekundärstatistiken und im Straßen- und Brückenbau überwiegend Preisinformationen aus Sekundärstatistiken und einige wenige primär erhobene Preisinformationen sowie Fachverbandsinformationen herangezogen werden. 

Beim Baupreisindex Hochbau stammt das zur Indexberechnung herangezogene Datenmaterial aus einer Primärerhebung bei rd. 900 Unternehmen (Baufirmen und Professionisten, wie z.B. Dachdecker, Tischler, Schlosser, Spengler, Fliesen- und Bodenleger, Elektriker, Installateur,…), die auf freiwilliger Basis quartalsweise zu ausgewählten Bauleistungen rd. 3.500 Preisinformationen an die Statistik Austria auf Papier oder elektronisch übersenden. Beim Baupreisindex Tiefbau werden Sekundärdaten verwertet, die der Statistik Austria von den Landesbaudirektionen und Sondergesellschaften (quartalsweise rd. 4.000 Preisinformationen) in Form von Ausschreibungsunterlagen für repräsentative Baueinzelleistungen im Straßen-, Brückenbau bzw. aus dem Sonstigen Tiefbau übermittelt werden. 

Während die Baukostenindizes für zahlreiche vertragliche Vereinbarungen und Wertsicherungen herangezogen werden, bilden die Baupreise eine wichtige Grundlage für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) und für die Berechnung des Produktionsindex, wo der BPI zur Preisbereinigung von Bauproduktionswerten verwendet wird. 

Die Veröffentlichung der Indizes erfolgt für den Baukostenindex monatlich und für den Baupreisindex quartalsweise. Nutzerinnen und Nutzer haben überdies die Möglichkeit mit dem Wertsicherungsrechner die Indexergebnisse interaktiv anzuwenden und deren Auswirkungen abzuschätzen.

Tabellen

  • Ergebnisse im Überblick: Baupreisindex für den Hoch- und Tiefbau, aktuelle Messzahlen
  • Baupreisindex für den Hoch- und Tiefbau gesamt, frühere Zeitreihen verkettet
  • Baupreisindex für den Hochbau gesamt, frühere Zeitreihen verkettet
  • Baupreisindex für den Tiefbau gesamt, frühere Zeitreihen verkettet

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