Produktion und Bauwesen - Konjunkturdaten - Produktionsindex

Ziel des Produktionsindex ist es, die Entwicklung der realen monatlichen Produktionsleistung der Produktionsbetriebe (ÖNACE B bis F) zu messen und wiederzugeben. Er wird durch das Verhältnis der Produktionsmengen bzw. der deflationierten Produktionswerte in der jeweiligen Berichtsperiode zu denjenigen der Basisperiode ausgedrückt und wird als Messzahl ausgewiesen. Der Produktionsindex bezieht sich auf alle Betriebe der ÖNACE-Abschnitte B bis F, die eine bestimmte Beschäftigten- bzw. Umsatzschwelle überschreiten und beruht aktuell auf dem Basisjahr 2010.

Anbieter: Statistik Austria
Veröffentlicht: Jan 2010 - Mai 2015
Autor: Statistik Austria
Preis: kostenlos
Studientyp: Statistik • Wirtschaftsstatistik
Branchen: Branchenübergreifend
Tags: Bauwesen • Beschäftigte • EU • Produktion

Produktionsindex

Ab Jänner 2013: Neue Basis 2010

Der Produktionsindex (Basis 2010) erreichte in der Industrie (ÖNACE B - E) im Jahresdurchschnitt 2012 nach Arbeitstagen bereinigt (EU-harmonisiert) 107,4 Punkte und stieg damit gegenüber dem Jahr 2011 um 1,2%. Im Baubereich (ÖNACE F) erreichte der Index 105,5 Punkte und stieg damit um 3,4%.

Verglichen mit dem Vorjahr weisen die Verwendungskategorien folgende Veränderungen auf: Energie: 10,0%, Investitionsgüter: 2,4%, kurzlebige Konsumgüter: -0,6%, Vorleistungsgüter: -1,6%, langlebige Konsumgüter: -2,9%.

Aktuelle Detailergebnisse finden Sie in den nachstehenden Tabellen.

Mit Berichtsmonat Jänner 2013 wurde der Produktionsindex auf eine neue Basis 2010 gestellt, die alte Basis 2005 wird mit dem Berichtsmonat Dezember 2012 eingestellt. Nähere Informationen zur Methodik bzw. zur Basisumstellung können Sie unter dem Punkt „mehr“ finden bzw. dem Artikel in den Statistischen Nachrichten 07/2013 (PDF 625KB) entnehmen.

Der Produktionsindex ist ein bedeutender kurzfristiger Konjunkturindikator, dessen Ziel es ist, die Schwankungen der realen Produktionsleistungen monatlich zu messen und dabei insbesondere die Wendepunkte des Konjunkturzyklus möglichst früh zu entdecken.

Ergebnisse und ihre Veröffentlichung

Der EU-harmonisierte nationale Produktionsindex für den Produzierenden Bereich (derzeit Basis 2010) wird auf Ebene der Abteilungen und Abschnitte B bis F der ÖNACE 2008 sowie für 5 Hauptgruppen (Zusammenfassung von Wirtschaftszweigen, die überwiegend Vorleistungsgüter, Energie, Investitionsgüter, Gebrauchsgüter oder Verbrauchsgüter produzieren) errechnet. Auf der Basis 2010 wird der Index ab dem Berichtsmonat 01/2010 und auf der Basis 2005 ab dem Berichtsmonat 01/1996 publiziert. Parallel werden bis zum Berichtsmonat 12/2008 werden die Indexwerte auch nach der alten ÖNACE 2003 zur Verfügung gestellt. Ab Jänner 2009 liegen die Indexwerte EU-konform nur mehr nach der ÖNACE 2008 vor.

Um den regionalen Bedürfnissen gerecht zu werden, wird der Produktionsindex zusätzlich für alle neun Bundesländer ausgewiesen (ab 01/2005 nach der ÖNACE 2008; bis 12/2008 nach ÖNACE 2003). Erste vorläufige Ergebnisse werden 55 Tage nach Ablauf der Berichtsperiode veröffentlicht, revidierte Werte nach 85 Tagen und endgültige Ergebnisse im Oktober des dem Berichtsjahr folgenden Jahres. Die genauen Zeitpunkte können dem Veröffentlichungskalender entnommen werden. EU-harmonisierte arbeitstägig bereinigte und saisonbereinigte Reihen sowie Trendreihen werden seit dem Frühjahr 2005 berechnet und sind rückwirkend bis zum Jahr 1996 gemäß der ÖNACE 2008 verfügbar. Aufgrund der EU-harmonisierten Bereinigung kann es methodisch begründet bei den saisonal- und arbeitstägig bereinigten Reihen mit jedem neuen Berichtsmonat zu geringfügigen Abweichungen der kompletten Zeitreihen kommen. Die aktuellen Werte werden monatlich auch in den Statistischen Übersichten, der Datenbank STATcube, dem Statistischen Tabellensystem STATAS, in den Presseinformationen sowie im Wirtschaftsbarometer Austria der Wirtschaftskammer Österreich und auf der Website von Eurostat publiziert.

Definition

Ziel des Produktionsindex ist es, die Entwicklung der realen monatlichen Produktionsleistung der Produktionsbetriebe (ÖNACE B bis F) zu messen und wiederzugeben. Er wird durch das Verhältnis der Produktionsmengen bzw. der deflationierten Produktionswerte in der jeweiligen Berichtsperiode zu denjenigen der Basisperiode ausgedrückt und wird als Messzahl ausgewiesen. Der Produktionsindex bezieht sich auf alle Betriebe der ÖNACE-Abschnitte B bis F, die eine bestimmte Beschäftigten- bzw. Umsatzschwelle überschreiten und beruht aktuell auf dem Basisjahr 2010.

Der Produktionsbegriff zur Berechnung des Produktionsindex enthält in der Regel die technische Gesamtproduktion, d.h. die für den Absatz sowie für unternehmensinterne Lieferungen und Leistungen bestimmte Eigenproduktion zuzüglich der durchgeführten Lohnarbeit. Nur wenn die Eigenproduktion nicht erhoben wird, geht ersatzweise die abgesetzte Produktion in die Berechnung ein. Ab der Basis 2005 werden ausschließlich deflationierte Produktionswerte (je nach Branche technische Produktion bzw. abgesetzte Produktion) zur Berechnung des Produktionsindex herangezogen.

Umfang und Repräsentativität

Da grundsätzlich die gemeldete Produktion aller Betriebe der Konjunkturerhebung im Produzierenden Bereich (KJE) in die Berechnung der Indizes einfließt, bestimmt der Umfang der KJE zugleich die Repräsentativität des berechneten Produktionsindex. Mittels KJE werden nach dem Prinzip einer Konzentrationsstichprobe ausschließlich Betriebe bzw. Unternehmen des Produzierenden Bereiches (ÖNACE Abschnitte B-F) befragt, die an einem Stichtag des Vorjahres eine Mindestzahl von Beschäftigten aufweisen bzw. seit dem Berichtsjahr 2008 eine bestimmte Umsatzschwelle überschreiten (sofern bestimmte Repräsentanzkriterien mit der Beschäftigtenschwelle in einem Wirtschaftszweig alleine nicht erfüllt werden können). Allerdings wurden seit der Basis 2000 für die ÖNACE-Abteilungen mit schwankenden Beschäftigten bzw. ab dem Berichtsjahr 2008 mit zum Teil schwankenden Umsatzgrenzen zum Zweck stabiler Beobachtungsmassen einheitliche und gleich bleibende Meldegrenzen für die Indexberechnung und dessen homogenen Verlauf verwendet bzw. falls erforderlich entsprechende Basiskorrekturen vorgenommen.

Erfassungsbereich neu, Implementierung der ÖNACE 2008

Durch die grundlegenden Revisionen der wirtschaftsstatistischen Klassifikationen im Rahmen der „Operation 2007“ und die Novellierung der nationalen Konjunkturstatistik-Verordnung ergaben sich für die Konjunkturerhebungen im Produzierenden Bereich ab dem Berichtsjahr 2008 einige erhebliche Änderungen, die auch bei der Indexberechnung entsprechend methodisch berücksichtigt werden mussten, wie z.B. die Umstellung der ÖNACE 2003 auf ÖNACE 2008 mit Hilfe von Konversionsfaktoren (PDF 205KB), Neuabgrenzung der Erfassungsbereiche bzw. Berücksichtigung von neuen Meldeschwellen ab Berichtsmonat Jänner 2008. Nähere Details wurden in den Statistischen Nachrichten 07/2009 (PDF 546KB) veröffentlicht.

Für den Zeitraum von 1996 bis 2004 wurden die auf der Basis 1995 bzw. 2000 vorliegenden Indizes auf die neuen Klassifikation (ÖNACE 2008) für sämtliche Gliederungsstufen umgerechnet und auf die Basis 2005 umbasiert. Ab dem Berichtsmonat Jänner 2005 wurde eine Neuberechnung der Indizes vorgenommen und ab dem Berichtsmonat Jänner 2010 auf der neuen Basis 2010 weitergeführt.

Berechnung

Die Berechnung folgt dem Laspeyres-Konzept (Festbasis, fixe Gewichtung). Berechnungsgrundlage bildet ab der Basis 2005 die technische Gesamtproduktion (TP) bzw. in den Fällen, wo keine TP verfügbar ist, die abgesetzte Produktion (AP). Pro Betriebskennzahl werden alle deflationierten Produktionswerte aufaddiert und diese Werte der ÖNACE-Unterklasse des Betriebes (= Schwerpunkt des Betriebes) zugeordnet (beinhaltet somit sämtliche charakteristische und nicht-charakteristische Güter). Danach werden die deflationierten Werte aller Betriebe, die zu einer bestimmten ÖNACE-Unterklasse (6-Steller) gehören aufaddiert und diese Summe mit dem Basiswert der ÖNACE-Unterklasse verglichen. Dies ergibt (für Österreich und pro Bundesland) für jede ÖNACE-Unterklasse eine Messziffer, die dann gewichtet in das Indexergebnis einfließt. Die Gewichtung erfolgt ab der ÖNACE-Unterklasse-Ebene. Die Unterschiede zwischen dem alten (Basis 2000) und neuen Konzept (ab Basis 2005) können der Tabelle „Unterschiede Produktionsindex Konzept alt und neu“ (PDF 79KB) entnommen werden bzw. auch in den Statistischen Nachrichten 11/2007 (PDF 668KB) nachgelesen werden.

Die Durchführung der arbeitstägigen und saisonalen Bereinigung vereinfacht anschließend durch Eliminierung von saisonalen Einflüssen und durch die Normierung der Monatswerte hinsichtlich der Arbeitstage die Interpretation der Zeitreihen. Die Bereinigungsschritte erfolgen nach EU-harmonisierten Vorgaben unter Anwendung des Programms X-12 RegARIMA. Aufgrund der EU-harmonisierten Bereinigung kann es methodisch begründet bei den saisonal- und arbeitstägig bereinigten Reihen mit jedem neuen Berichtsmonat zu geringfügigen Abweichungen der kompletten Zeitreihen kommen.

Gemäß der EU-Verordnung über Konjunkturstatistiken sind alle 5 Jahre – d.h. in den auf 0 und 5 endenden Jahren –  die in der Verordnung vorgesehenen Konjunkturindikatoren auf eine neue Basis zu stellen. Deshalb erfolgte zuletzt eine Basisumstellung auf die neue Basis 2010.

Weitere methodische Erläuterungen

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