Umfrage Bürgerschutz

Bevölkerung beunruhigen Internet- kriminalität und gestohlene Bank- und Kreditkarten. Bürgerschutz ist ein zentrales Thema der Politik. Ständig werden mehr oder weniger wichtige Themen diskutiert. Doch wo sehen die Wähler Handlungbedarf? Einen interessanten Einblick geben aktuelle Ergebnisse einer Bevölkerungs- befragung von KREUTZER FISCHER & PARTNER.

Anbieter: KREUTZER FISCHER & PARTNER
Veröffentlicht: Nov 2012
Preis: kostenlos
Studientyp: Branchenstudien • Marktforschung
Branchen: Handel & Dienstleistung • Sicherheit • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft
Tags: Alkoholmisbrauch • Bürgerschutz • Internet • Jugendschutz • Konsumentenrechte • Konsumentenschutz • Kriminalität • Polizei • Sicherheit • Verbraucherschutz

Bevölkerung beunruhigen Internet- kriminalität und gestohlene Bank- und Kreditkarten.

Bürgerschutz ist ein zentrales Thema der Politik. Ständig werden mehr oder weniger wichtige Themen diskutiert. Doch wo sehen die Wähler Handlungbedarf? Einen interessanten Einblick geben aktuelle Ergebnisse einer Bevölkerungs- befragung von KREUTZER FISCHER & PARTNER.

Einem repräsentativen Sample (n=423) der österreichischen Bevölkerung zwischen 18 und 70 Jahre wurden in einer telefonischen Befragung sieben Maßnahmen für einen besseren Bürgerschutz zur Bewertung vor- gelegt. Anhand von Noten zwischen eins und fünf sollte die Wichtigkeit der einzelnen Maßnahmen bewertet werden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen waren:

  1. ein besserer Schutz vor Internet-Kriminalität,

  2. wirkungsvolle Maßnahmen gegen Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen,

  3. die lückenlose Durchsetzung eines generellen Rauchverbots in Lokalen,

  4. mehr polizeiliche Anwesenheit in der Öffentlichkeit zur Abschreckung von Einbrechern,

  5. ein wirksamer Schutz vor unbeabsichtigt hoher Mobiltelefon- und Internetnutzung,

  6. mehr Konsumentenrechte bei gestohlenen und missbräuchlich verwendeten Bankomat- und Kreditkarten und

  7. ein Verbot von Glücksspiel- automaten außerhalb von Kasinos.

Das Ergebnis der Befragung ist eindeutig. Handlungsbedarf sieht die Bevölkerung primär im Bereich der Netzsicherheit und im Bargeld- transfer. So erachten 2/3 der Befragten einen „höheren Schutz vor Internet-Kriminalität“ als „sehr wichtig“. Etwa gleich hoch stuft man die Wichtigkeit von „mehr Konsumentenrechten bei gestohlenen oder missbräuchlich verwendeten Bankomat- und Kreditkarten“ ein.
Überraschend positiv steht man auch „Maßnahmen gegen Alkoholmiss- brauch unter Jungendlichen“ gegenüber. 57% der Befragten sehen diesbezüglich dringenden Handlungsbedarf („sehr wichtig“), wenngleich der Vorschlag wohl auch in überdurchschnittlich hohem Ausmaß zu einem sozial erwünschten Antwortverhalten motiviert.
Dafür erhält der Vorschlag von „mehr polizeilicher Anwesenheit in der Öffentlichkeit zur Abschreckung von Einbrechern“ eine vergleichsweise geringe Zustimmung, insbesondere in Anbetracht der intensiven medialen Diskussion des Themas noch vor zwei Jahren. Aktuell empfinden nur noch 44% der Befragten eine derartige Maßnahme als „sehr wichtig“. Offenbar spiegelt sich die neue Sicherheitspolitik nicht nur in der Einbruchstatistik wider, sondern wirkt sich auch positiv auf das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung aus. Und 36 Prozent der Befragten sehen Handlungsbedarf für „mehr Schutz vor unbeabsichtigt hoher Mobiltelefon- und Internetnutzung“. Bei der Verortung dieser Bewertung ist jedoch zu berücksichtigen, dass in den letzten Jahren die dies- bezüglichen Konsumentenrechte massiv gestärkt wurden, etwa durch Mitteilungsmails bei Überschreitung bestimmter Datenvolumina oder der Deckelung von Roaminggebühren. Ansonsten wäre der Wert wohl höher.

Aus Sicht der Bevölkerung eher sekundär ist hingegen ein Verbot von Glücksspielautomaten außerhalb von Kasinos. Der Vorschlag rangiert bezüglich der Wichtigkeit nur an vorletzter Stelle. Offenbar wird das Thema von Teilen des politischen Establishments überbewertet. Überraschenderweise die geringste Priorität hat aus Sicht der Bevölkerung eine „die lückenlose Durchsetzung eines generellen Rauchverbots in Lokalen“. Nur 18% befinden eine derartige Maßnahme als „sehr wichtig“, weitere 14% als wichtig. 40% sprechen sich indessen strikt dagegen aus. Die Mehrheit der Österreicher ist mit der aktuellen Regelung zufrieden.

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