Weltfrauentag 2016: Gleiche Chancen für Männer und Frauen?

Die relative Mehrheit der österreichischen Bevölkerung (40%) ist sich sicher: Frauen und Männer haben in beruflicher Hinsicht die gleichen Chancen. Ein Drittel der Österreicher analysiert die aktuelle Situation genau umgekehrt. Unter Frauen überwiegt die Meinung der Benachteiligung, insbesondere junge Frauen äußern dies überdurchschnittlich stark.

Anbieter: IMAS International
Veröffentlicht: Mär 2016
Preis: kostenlos
Studientyp: Marktforschung
Branchen: Arbeitswelt • Kultur • Mode & Lifestyle • Religion • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft
Tags: Benachteiligung • Chancengleichheit • Frauenrechte • Gender • Gender Gap • Gleichberechtigung • Gleichstellung • Internationaler Frauentag 2016 • Unterdrückung • Weltfrauentag

Haben die Frauen die gleichen Chancen wie Männer?

40 Prozent der Österreicher glauben Frauen haben die gleichen Chancen wie Männer, 325 verneinen dasTop-Grund für

Top-Grund für die Benachteiligung von Frauen liegt in der Unterbrechung der beruflichen Laufbahn durch die Familiengründung und Kindererziehung. Danach folgen die geringere Förderung von Frauen direkt am Arbeitsplatz und die Pflegesituation von nahen Angehörigen. Unter den Maßnahmen zur Gleichstellung rangieren vor allem das Gehaltsthema, der verbesserte Schutz gegen Gewalt und die Verbesserung im Bereich der Kinderbetreuung an vorderster Stelle. Die Knapp drei Fünftel können mit den Initiativen rund um eine geschlechterneutrale Sprache grundsätzlich etwas anfangen, nur ein gutes Viertel hält die Entwicklungen in diesem Bereich für positiv. Im Verhältnis 51 zu 38 hält die Bevölkerung die geschlechtergerechte Sprache für eher unwichtig für die Stärkung der Position der Frauen. 

Eine Kerneigenschaft und Notwendigkeit einer funktionierenden sozialen Marktwirtschaft ist der faire Wettbewerb aller Marktteilnehmer. Insbesondere sollte ein wirtschaftliches System grund- sätzlich allen Bevölkerungsteilen die gleichen Chancen in allen Bereichen des Lebens, insbesondere am Arbeitsmarkt einräumen. Der IMAS International Forschungsstab ging nun im Rahmen des Weltfrauentags 2016 der Frage nach, inwieweit es für Frauen noch Benachteiligungen bei der beruflichen Laufbahn in den Augen der Bevölkerung gibt, welche Maß- nahmen gewünscht wären und vor allem, ob die geschlechtergerechte Sprache ein wichtiges Werkzeug in Richtung Stärkung der Position von Frauen in der Gesellschaft dar- stellt. Der erste, aktuelle empiri- sche Befund zeigt vor allem einen unterschiedlichen Eindruck der Ge- schlechter von der Frage der Gleichstellung in beruflicher Hin- sicht.

Während rund 46 Prozent der Männer der Meinung sind, dass beide Geschlechter die gleichen Möglichkeiten und Chancen in der beruflichen Laufbahn haben, wird diese Aussage von nur rund einem Drittel der Frauen bestätigt. Umgekehrt sieht nur ein Viertel der Männer, aber sehen dagegen zwei Fünftel der Frauen, starken Nachholbedarf. Die männlichen und weiblichen Respondenten unterscheiden sich hier nur leicht nach Alter. Insgesamt steht es in dieser Frage in der Bevölkerung 40 zu 32, eine relative Mehrheit sieht somit die Chancengleichheit im beruflichen Alltag als gegeben.

Top-Grund für eine Benachteiligung der Frauen liegt in der Unterbrechung der beruflichen Laufbahn durch die Familiengründung und Kindererziehung. Danach folgen die geringere Förderung von Frauen direkt am Arbeitsplatz und die Pflegesituation von nahen Angehörigen. Auch die schwächere Durchsetzungskraft im Vergleich zu Männern wird von ei- nem knappen Drittel angeführt. Weniger berufliches Interesse oder weniger Selbstbewusstsein wird von dieser Bevölkerungsgruppe, die einen negativen Eindruck der Gleichstellung empfindet, kaum geäußert.

Zwischen Männern und Frauen kristallisiert sich vor allem ein Un- terschied in Bezug auf Kinderbe- treuung und Ausbildung heraus. Frauen nennen diese Gründe etwas häufiger als Männer.

Unter den Maßnahmen zur Gleich- stellung rangieren vor allem das Gehaltsthema, der verbesserte Schutz gegen Gewalt und die Verbesserung im Bereich Kinder- betreuung an vorderster Stelle. Danach folgen die Kontrolle der Gleichbehandlungsgesetze und Aspekte der Partnerschaft, wie gerechtere Aufteilung der Hausarbeit und Kindererziehung.

Die Quote in jeglicher Form polarisiert. Sowohl in Aufsichtsräten als auch in politischen Gremien überwiegt mehrheitlich der Eindruck der Verbesserung der Situation durch Verpflichtung, aber etwas mehr als ein Drittel würde sich dagegen aussprechen.

Knapp drei Fünftel können mit den Initiativen rund um eine geschlechterneutrale Sprache grundsätzlich etwas anfangen, nur ein gutes Viertel hält die Entwicklungen in diesem Bereich für positiv. Genau genommen sind es 46 Prozent, die die aktuelle Situation um die Veränderungen der deutschen Sprache kritisch beäugen. Männer ab 45 Jahren sehen diese Bewegung besonders kritisch. Im Verhältnis 51 zu 38 hält die Bevölkerung die geschlechtergerechte Sprache für eher unwichtig für die Stärkung der Position der Frauen. Nur jüngere Frauen unter 45 Jahren sehen hier mehrheitlich eine Bedeutung.

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