Weltfrauentag: Lohngerechtigkeit verliert durch Corona an Bedeutung, flexibles Arbeiten aktuell besonders wichtig

Fast jeder zweite Deutsche (46%) ist zwar grundsätzlich der Meinung, dass die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen ein wichtiges Thema ist, findet aber nicht, dass man dieses Problem in der aktuellen Situation priorisieren sollte. Drei von zehn Bundesbürgern (30%) sind hingegen trotz Corona-Krise der Ansicht, dass der Ruf nach gleichen Löhnen weiterhin eine hohe Priorität haben sollte. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Markt- und Meinungsforschungs-unternehmens Ipsos, die anlässlich des Weltfrauentags in Zusammenarbeit mit dem Global Institute for Women’s Leadership am King’s College London durchgeführt wurde. Weltweit wurden hierfür in 28 Ländern mehr als 20.000 Personen nach ihren Einstellungen in Sachen Gleichstellung befragt.

Anbieter: Ipsos
Veröffentlicht: Nov 2021
Preis: kostenlos
Studientyp: Marktforschung
Branchen: Arbeitswelt • Gesundheit • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft
Tags: Corona Krise • Gleichberechtigung • Weltfrauentag

Ungleiche Löhne ein echtes Problem

Trotz der Uneinigkeit in Bezug auf die Dringlichkeit dieses Problems, gibt es eine breite Unterstützung für die Notwendigkeit, die ungleiche Entlohnung von Männern und Frauen langfristig zu überwinden. Fast jeder zweite  Bundesbürger (48%) ist davon überzeugt, dass dieser Punkt ein echtes Problem darstellt – Frauen (52%) stimmen dieser Aussage wenig überraschend  häufiger zu als Männer (45%). Nur eine kleine Minderheit der Deutschen (13%) glaubt, dass die Forderung nach gerechter Bezahlung vielmehr ein Beispiel für übertriebene politische Korrektheit ist.

Prioritäten nach der Pandemie: Flexible Arbeitsmodelle besonders wichtig

Danach gefragt, was die wichtigsten Prioritäten sind, um sicherzustellen, dass bei der wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise auch Probleme berücksichtigt werden, die speziell Frauen betreffen, wird am häufigsten der Wunsch nach flexibleren Arbeitsmodellen wie z. B. Home Office oder Teilzeit genannt. Sowohl in Deutschland (42%) als auch weltweit (40%) halten etwa zwei von fünf Personen diesen Aspekt für besonders wichtig. Dahinter folgen in Deutschland das Thema bezahlte Elternzeit bzw. Einrichtungen zur Kinderbetreuung (33%) und die Forderung nach mehr Unterstützung für Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt oder Missbrauch sind (30%). Global gesehen (36%) spielt das Missbrauchsthema für die Befragten sogar noch eine deutlich wichtigere Rolle, vor allem in der Türkei (56%), in Südafrika (52%) und in Peru (51%).

Alles beim Alten: Mehrheit glaubt nicht an mehr Gleichstellung nach Krise

Eine Mehrheit der Befragten aus 28 Ländern (52%) glaubt nicht daran, dass sich eine Annäherung in der Gleichstellung von Mann und Frau bemerkbar machen wird, während sich die Welt von Corona erholt. Nur jeder zehnte Befragte (11%) glaubt, dass sich die Gleichstellung der Geschlechter im kommenden Jahr verbessern wird, ebenso viele (11%) befürchten sogar eine Verschlechterung. In Deutschland wird diese Aussicht sogar noch pessimistischer gesehen als im internationalen Durchschnitt: Nur sechs Prozent der Deutschen vermuten, dass sich die Gleichstellung von Mann und Frau nach der Pandemie bessern wird, etwa jeder Zweite (45%) prognostiziert keinerlei Veränderungen, fast jeder Fünfte (19%) vermutet, dass die Corona-krise eher negative Auswirkungen auf die Geschlechtergerechtigkeit haben wird.

Studiensteckbrief

Die Ergebnisse stammen aus einer Ipsos Global Advisor-Studie, die anlässlich des Weltfrauentages (International Women’s Day) durchgeführt wurde. Bei der Online-Befragung wurden zwischen dem 22. Januar und dem 05. Februar 2020 insgesamt 20.520 Personen aus 28 Ländern im Alter von 16 bis 74 Jahren interviewt. In Israel, Kanada, Malaysia, Südafrika, der Türkei und den USA waren die Befragten zwischen 18 und 74 Jahren alt, in den anderen 22 Ländern zwischen 16 und 74 Jahren.

In Australien, Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Spanien und den Vereinigten Staaten wurden jeweils etwa 1.000 Personen befragt. In den restlichen 16 Nationen umfasste die Stichprobe jeweils circa 500 Personen.

In 16 von insgesamt 28 untersuchten Ländern können die Stichproben als repräsentativ für die erwachsene Bevölkerung unter 75 Jahren angesehen werden: Argentinien, Australien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Niederlande, Polen, Schweden, Spanien, Südkorea, Ungarn und USA.

Die Stichproben in Brasilien, Chile, China, Indien, Israel, Malaysia, Mexiko, Peru, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika und der Türkei sind städtischer, gebildeter und/oder wohlhabender als die Allgemeinbevölkerung und sollten so betrachtet werden, dass sie die Ansichten der stärker "vernetzten" Bevölkerungsgruppe widerspiegelt.

Die Daten werden so gewichtet, dass die Stichprobenzusammensetzung jedes Marktes das demografische Profil der erwachsenen Bevölkerung gemäß den neuesten Volkszählungsdaten am besten widerspiegelt. Wenn die Ergebnisse sich nicht auf 100 aufsummieren, liegt das an Rundungen durch die computer-basierte Zählung, erlaubte Mehrfachnennungen oder dem Ausschluss von „weiß nicht/keine Angabe“ Nennungen.

Für diese Studie gab es keine externen Sponsoren oder Partner. Sie wurde von Ipsos mit der Absicht initiiert und durchgeführt, etwas zum tieferen Verständnis der Gefühle der Menschen und der Welt, in der wir leben, beizutragen.

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