Concept Stores als Gegenpol des stationären Handels zum Online-Shopping

Der Online-Retail zwingt stationäre Händler, neue Wege zu gehen. Neben Staffless Stores, Virtual und Augmented Reality am POS und der Verknüpfung des Ladengeschäfts mit dem Online-Shop werden echte, physische Einkaufserlebnisse in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Astrid Wasitschek von TRENDONE über Future Concept Stores als Gegenpol zum Online-Shopping.

Anbieter: TRENDONE
Veröffentlicht: Okt 2017
Autor: Astrid Wasitschek
Preis: kostenlos
Studientyp: Blog & Paper • Trendforschung
Branchen: Handel & Dienstleistung • Marketing & Medien
Tags: Concept Stores • Einkaufserlebnisse • Influencer • Online Shopping • Social Media • Stationärer Handel

Was wäre, wenn …

  • Social Media Influencer Store-Sortimente kuratieren, die ihren Geschmack widerspiegeln und die von ihnen genutzten Produkte beinhalten? Vom Instagram-Takeover zum Shop-Takeover.
  • Waschmaschinenhersteller ihre Produkte in Badkonzepte einbinden und sowohl Badewannen als auch Handtücher, elektrische Zahnbürsten und Duschgel anbieten?
  • Kaufhäuser wie Karstadt ihre Räumlichkeiten themenbezogen und nicht mehr nach Produktkategorien aufteilen würden – die Schlafzimmerabteilung mit Bettwäsche und Schlafanzügen, das Esszimmer mit Esstisch, Geschirr und Nahrungsmitteln?

Je mehr Online-Shopping zum Standard bei der Bedarfsdeckung und gezielten Produktsuche wird, desto mehr wird vom stationären Einzelhandel erwartet, einen zusätzlichen Mehrwert zu bieten.

Shopping soll immer mehr auch ein Erlebnis oder ein besonderer Service sein. Das “in-die-Stadt-fahren”, der Besuch eines Einkaufscenters oder einer Einkaufsstraße geschieht nicht mehr aus der Notwendigkeit heraus. Man möchte überrascht und inspiriert werden. Nicht mehr einzelne Produkte, sondern Produktwelten werden gesucht – eine Anforderung, der Concept Stores gerecht werden.

Bisher war der Concept Store als ästhetischer Heimathafen eher ein Phänomen aus dem High-End-Bereich. Vor allem Bekleidungsgeschäfte haben sich zusätzlich mit Wohnaccessoires eingedeckt und so einen ganzheitlichen Eindruck erweckt. Unabhängige Shops wie Andreas Murkudis oder Colette haben sich als Vorreiter der exklusiven Lifestyle-Kuration etabliert, die ihren Kunden den Weg im Dschungel der Micro-Label-Economy weisen.

Indes hat Instagram den Geschmack demokratisiert – unser Auge hat sich an durchdesignte Outfits und Wohnungen gewöhnt und erwartet dieses ästhetische Level auch vom stationären Retail. Kleinere Ketten wie Urban Outfitters oder Kauf dich glücklich haben sich bereits auf einen Mix aus Kleidung, Wohnaccessoires und Lifestyle-Produkten spezialisiert. Auch The Store und das Einkaufscenter Bikini Berlin als ganze Concept Mall sind Vertreter dieses Ansatzes.

Spätestens seit H&M seine neue Modekette Arket ankündigte, sind Concept Stores aber im Mainstream angekommen. Innovative Konzepte wie The Residence – einem Store als Wohnung, in der man auch übernachten kann, ergänzen die Entwicklung.

Es sind keine unabhängigen „Kuratoren“ mehr, die als Wegweiser und Aushängeschild des guten Geschmacks Produkte aus aller Welt zusammenstellen, sondern Händler, die um ihre Produkte herum versuchen, Geschichten zu erzählen. Und das nicht nur mit eigenen Produkten. Die Grenze verschwimmen dabei immer mehr – Hersteller werden zu Händlern, indem sie in ihren Stores auch Produkte anderer Anbieter ausstellen. Retail und Dienstleistungen werden eins, indem sie sich auf der gleichen Fläche als Einheit platzieren.

Auf welche Trends und Bedürfnisse zahlen Concept Stores ein?

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