55% sahen Stichwahl als Richtungswahl

23. Mai 2016 • News • ORF/SORA/ISA • Marktforschung • Statistik • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft

Nach der letzten ORF/SORA Hochrechnung inklusive Wahkarten-Prognose liegen die Kandidaten dieser Stichwahl so knapp, dass innerhalb der Schwankungsbreite noch kein Wahlsieger feststeht. Die ORF/SORA/ISA Wahltagsbefragung unter 1.222 Wahlberechtigten zeigt, welche Motive diese Wahl bewegten. Die Mehheit der Österreicherinnen 55 Prozent) sahen die Wahl als Richtungswahl.

Vorläufiges Ergebnis inkl. ORF/SORA Wahlkarten-Prognose

Politische Stimmung: Unzufriedenheit mit Politik aber keine dramatische Zukunftsangst

Eine enorme Unzufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung sowie Enttäuschung und Ärger über die Politik haben den ersten Durchgang dieser Bundespräsidentschaftswahl geprägt.
Demgegenüber ist die Zukunftssicht der ÖsterreicherInnen deutlich weniger pessimistisch:

  • Zwar erwartet nur rund ein Fünftel (21%) für die kommenden Jahre eine Verbesserung der Lebensqualität im Land.
  • Aber auch eine Verschlechterung wird nur von wenig mehr Befragten (27%) erwartet.
  • Die Mehrheit sieht hingegen weder Verbesserung noch Verschlechterung der Lebensqualität.

Dies gilt noch ausgeprägter für die persönliche Lebensqualität: Hier erwarten 59% keine Veränderung, 24% eine Verbesserung und nur 12% eine Verschlechterung in den kommenden fünf Jahren.

55% sehen Stichwahl auch als Richtungswahl

Etwas mehr als die Hälfte der Befraten sehen in der Stichwahl auch eine Richtungswahl für das Land; 37% hingegen sagen, dass es in erster Linie um die Person des Bundespräsidenten geht.

Wahlmotive für Norbert Hofer

Rund 2,2 Millionen Wahlberechtigte haben bei dieser Stichwahl Norbert Hofer ihre Stimme gegeben, aus unterschiedlichen Motiven:

Überdurchschnittlich für Hofer gestimmt haben WählerInnen, die eine Verschlechterung der Lebensqualität in Österreich bzw. für sich persönlich befürchten: Hofer erhielt in diesen Gruppen 67% bzw. 70%.

Stark konnte Hofer auch als Person überzeugen: 68% sagten es war für ihre Wahlentscheidung ein sehr wichtiges Motiv, dass Hofer „die Sorgen von Menschen wie mir“ verstehe; für 67% gab es mit den Ausschlag, dass Hofer „sympathisch“ sei.

Rund ein Drittel (31%) der Hofer-WählerInnen sagt, dass es ihnen weniger um die Unterstützung Hofers als um die Verhinderung des Gegenkandidaten ging.

Wahlmotive für Van der Bellen

Deutlich stärker ist dieses Verhinderungsmotiv unter den WählerInnen von Alexander Van der Bellen: Knapp die Hälfte (48%) sagte, dass es ihnen bei dieser Stichwahl vor allem darum ging, Norbert Hofer als Präsidenten zu verhindern. 61% der Van der Bellen WählerInnen sahen in dieser Frage auch eine Richtungsentscheidung für Österreich.

Überdurchschnittlich wurde Van der Bellen von Personen gewählt, die eine Verbesserung oder ein Gleichbleiben der Lebensqualität in Österreich bzw. für sich persönlich erwarten.

Konkrete Wahlmotive waren insbesondere die Überzeugung, Van der Bellen könne „Österreich im Ausland am besten vertreten“ (66% sehr wichtig für die Wahlentscheidung) sowie die Ansicht, er habe „das richtige Amtsverständnis“ (62%).

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