75 Prozent der Stadtbewohner nutzen Apps um ihre Mobilität zu organisieren

30. Mär 2017 • News • KANTAR TNS • Marktforschung • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Verkehr & Mobilität • Online & IKT & Elektronik

Eine weltweite Studie zeigt die tiefgreifenden Veränderungen der Mobilität in den Großstädten. Wirtschaftlichen und ökologischen Überlegungen und neuen Technologien treiben die Revolution der urbanen Mobilität voran. Schon heute nutzen 75 Prozent der Stadtbewohner Apps, um ihre Mobilität zu organisieren und zu steuern - in zunehmendem Maße auch für das Herbeirufen von Taxis und die Vermittlung von Fahrgelegenheiten, dem sogenannten E-Hailing.


Die von Kantar TNS und Le BIPE breit angelegte Untersuchung über die urbane Mobilität analysiert Antworten von 24.000 Bewohnern ausgewählter Städte in aller Welt. Dabei ergab die Studie, dass schon heute 75 Prozent der Stadtbewohner Apps nutzen, um ihre Mobilität zu organisieren und zu steuern. Apps werden dabei nicht nur für die allgemeine Navigation oder Kosten- und Komfortoptimierung genutzt, sondern in zunehmendem Maße auch für das Herbeirufen von Taxis und die Vermittlung von Fahrgelegenheiten, dem sogenannten E-Hailing.

Etwa ein Viertel der Menschen weltweit (27 Prozent) nutzt heute das Auto weniger als noch vor sechs Monaten (29 Prozent in Shanghai, 34 Prozent in Paris und sogar 43 Prozent in Mumbai, hingegen in Frankfurt 19 Prozent und Berlin 11 Prozent). Jeder Dritte ohne Auto sagt auch, dass der PKW-Besitz vielmehr eine finanzielle Belastung darstellt und nicht mehr so sehr eine Manifestation des eigenen Erfolgs. Auch wenn die deutschen Großstädter noch etwas mehr an ihrem eigenen Auto hängen, zeigt sich dieser Trend auch hier.

Eine weitere Barriere, den eigenen PKW in der Stadt zu nutzen, sind hohes Verkehrsaufkommen und Staus. Es ist eine Tatsache, dass 88 Prozent der Städter tagtäglich, zumeist in den Stoßzeiten in ihrer Stadt unterwegs sein müssen. Das ist auch für 22 Prozent ohne eigenes Auto der Grund, sich kein Auto anzuschaffen (Frankfurt 28 Prozent, Berlin 30 Prozent). In Deutschland wird die Autofahrt zumeist durch die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und dem Fahrrad ersetzt – oder man geht gleich zu Fuß.

In einer Welt, in der bis 2050 voraussichtlich 70 Prozent der Bevölkerung in Städten leben wird, haben die neuen Angebote der Konnektivität einen größeren Einfluss darauf, wie die Menschen in Zukunft in den Städten unterwegs sein werden, weniger entscheidend sind die negative Aspekte der privaten PKW-Nutzung.

Le BIPE und Kantar TNS fanden heraus, dass drei Viertel der Stadtbewohner bereits Mobilitäts-Apps nutzen, um ihre alltäglichen Wege zu planen und zu erledigen. Während die Möglichkeit, mit einem Tipp auf das Smartphone die aktuelle Fahrt zu bezahlen, weltweit die Mobilität revolutioniert hat, werden in Deutschland Mobilitäts-Apps noch vorwiegend für die Navigation und Zeitplanung verwendet.

Bereits 22 Prozent derer, die weltweit auf ein eigenes Auto verzichten, sehen im Teilen von PKWs eine bevorzugte Alternative – entsprechend erobern Fahrgemeinschaften und Carsharing die Städte. Schon heute teilen sich dreizehn Prozent der Städter regelmäßig ein Fahrzeug mit Dritten. Jeder zweite “Millennial” nutzt in Städten wie London bereits mindestens einmal im Monat E-Hailing von Anbietern wie Uber und Gett. In den deutschen Metropolen spielen diese Angebote wegen rechtlicher Beschränkungen, Bedenken bezüglich der Arbeitsbedingungen und vergleichsweise hoher Kosten noch keine so große Rolle.

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