Agrareinkommen sind in Österreich 2019 laut Schätzungen von ÖSTAT gestiegen

21. Feb 2020 • News • Statistik Austria • Wirtschaftsstatistik • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Land & Forst • Arbeitswelt

Nach einem Rückgang im Jahr 2018 zeichnet sich für 2019 ein Anstieg der landwirtschaftlichen Einkommen ab. Laut zweiter Vorschätzung der landwirtschaftlichen Gesamtrechnung von Statistik Austria erhöhte sich das landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft (gemessen als Faktoreinkommen, d. h. als Nettowertschöpfung zu Faktorkosten) durchschnittlich real um 2,2%, nachdem es 2018 um 4,3% gesunken war (siehe Tabelle 2). Einen maßgeblichen Beitrag zur positiven Einkommensentwicklung im Jahr 2019 leisteten die deutlich gestiegenen Erlöse in der Schweinehaltung infolge der hohen Produktionsausfälle in Asien wegen der afrikanischen Schweinepest.


Hauptfaktoren für die Einkommensentwicklung 2019

Die heimische Landwirtschaft erzielte 2019 einen Produktionswert von rund 7,6 Mrd. Euro, mit einem Zuwachs um 2,5% gegenüber dem Vorjahr. Der Wert der tierischen Erzeugung stieg um 2,8%, was vor allem auf die kräftig gestiegenen Schweinepreise zurückzuführen war. Neuerlich rückläufig war der Wert der Rinderproduktion, während der Produktionswert von Milch gegenüber 2018 nahezu stabil blieb. Für die pflanzliche Produktion ergaben die vorläufigen Berechnungen ein wertmäßiges Plus von 1,8%. Trotz neuerlicher Trockenheit im Osten Österreichs nahmen die Erntemengen im Ackerbau gegenüber der dürrebedingt niedrigen Vorjahresernte wieder zu. Einbußen gab es hingegen – nach sehr guten Ergebnissen im Jahr zuvor – im Obst- und Weinbau.

Kostenseitig gehen die ersten Schätzungen von einem Anstieg des Werts der Vorleistungen (+1,3%) aus, bedingt durch höhere Aufwendungen für Futtermittel und landwirtschaftliche Dienstleistungen sowie gestiegene Düngemittelpreise. Die Abschreibungen für das Anlagevermögen nahmen um 2,4% zu.

Die im Rahmen der Einkommensberechnung berücksichtigten öffentlichen Gelder waren für 2019 mit rund 1,5 Mrd. Euro um 1,3% niedriger als 2018. Dieser Rückgang erklärt sich vor allem durch den Wegfall der für 2018 gewährten Dürrehilfen.

Das im landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereich erzielte Faktoreinkommen – das die Entlohnung der in der Landwirtschaft eingesetzten Produktionsfaktoren Boden, Arbeit (Familien- und Fremdarbeitskräfte) und Kapital misst – betrug den vorläufigen Berechnungen und Schätzungen zufolge rund 2,8 Mrd. Euro (+2,7%). Der durch den fortgesetzten Strukturwandel bedingte Rückgang der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte wurde für 2019 auf 1,3% geschätzt (siehe Tabelle 1). Je Arbeitskraft betrug der durchschnittliche Einkommenszuwachs nominell 4,1% und real 2,2%.

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