Alexa ist die multiple Partnerin

16. Aug 2017 • News • rheingold institut • Marktforschung • Trendforschung • Online & IKT & Elektronik • Marketing & Medien

Unbewusst projizieren die Menschen viele Beziehungs-Sehnsüchte auf Alexa. Haustier, Nanny, Mutter, Freundin, Coach – als Frau für alle Fälle ist Alexa wie die bezaubernde Jeannie aus der gleichnamigen US-Fernsehserie. Eine aktuelle Trendstudie zeigt, wie Alexa durch die Sprachsteuerung für eine völlig neue Form der Interaktion zwischen Mensch und Maschine steht. Es zeigt sich deutlich, dass die Beziehung zur Technik noch inniger wird und Wünsche noch unmittelbarer erfüllt werden.


Die Ergebnisse zeigen, wie sehr die neue digitale Technologie die geheimen Sehnsüchte und Ängste der Nutzer anrührt. „Ich musste 75 Jahre alt werden um eine Frau zu finden, die mir nicht widerspricht“, befindet ein Rentner im Tiefeninterview. Nicht alle weiblichen Probanden sind daher begeistert von der bezaubernden Konkurrenz. Gleichzeitig besteht die Sorge vor persönlichem Kontrollverlust durch die Preisgabe von Daten und Autonomie. 

Die zentralen Ergebnisse der Studie:

  1. Alexa wertet das Ego auf: Mit Alexa demonstriert der Nutzer seine Zugehörigkeit zur Technik-Avantgarde.
  2. Alexa verheißt wundersame Wunscherfüllungen: Auf Zuruf werden das Radioprogramm, die Wettervorhersage und die Einkäufe gesteuert. Die Nutzer erfahren eine neue Ära der digitalen Allmacht.
  3. Alexa vermittelt Ur-Geborgenheit: Auf Stimmen reagieren die Menschen bereits im Mutterleib. Damit schafft Alexa eine tiefe und stimmige Verbundenheit. „Immer ist jemand da, der zuhört und mit mir spricht.“ Vor allem für Singles vertreibt Alexa das Unglück der Stille. Dies führt jedoch mitunter auch zu einer Konkurrenz der Frauen zu Alexa.
  4. Alexa ist die multiple Partnerin: Unbewusst projizieren die Menschen viele Beziehungs-Sehnsüchte auf Alexa. Haustier, Nanny, Mutter, Freundin, Coach – als Frau für alle Fälle ist Alexa wie die bezaubernde Jeannie aus der gleichnamigen US-Fernsehserie.
  5. Alexa schürt Angst vor Kontrollverlust: Die Erfüllung geheimster Beziehungswünsche führt auch zu einer Angst vor Abhängigkeit und Hörigkeit. „Amazon wird zur Datenkrake, die mich kategorisiert und alles von mir weiß.“
  6. Alexas Unausgereiftheit enttäuscht und entlastet: Die Wunschmaschine hat Grenzen. Alexas enttäuschende Defizite, die technische Unausgereiftheit, die Verständnisschwierigkeiten und unsinnigen Auskünfte werden daher als erlösende Limitierungen erlebt. Sie vermitteln den Nutzern das Gefühl, der bezaubernden Alexa (noch) haushoch überlegen zu sein.

Link zu der umfangreichen Presseaussendung

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