Anstieg der österreichischen Forschungsquote 2017 auf 3,14% zu erwarten

24. Apr 2017 • News • Statistik Austria • Statistik • Wirtschaftsstatistik • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Bildung & Wissenschaft

Die österreichischen Bruttoinlandsausgaben für Forschung und experimentelle Entwicklung (F&E) werden im Jahr 2017 rund 11,33 Mrd. Euro oder 3,14% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen. Damit wird die Forschungsquote klar über dem europäischen Zielwert für 2020 von 3% liegen, aber noch unter dem - ebenfalls für 2020 angepeilten - nationalen österreichischen Ziel von 3,76%.


Über 3% liegt die Forschungsquote bereits seit dem Jahr 2014, nun wird von 2016 auf 2017 eine leichte Steigerung von 3,12% auf 3,14% erwartet. Die heimischen Forschungsausgaben werden 2017 insgesamt um 3,8% ansteigen und damit den prognostizierten Anstieg des nominellen Bruttoinlandsprodukts von 3,3% übertreffen.

F&E-Ausgaben 2017: voraussichtlich 11,3 Mrd. Euro

Für Forschung und experimentelle Entwicklung (F&E) werden in Österreich im Jahre 2017 voraussichtlich 11,3 Mrd. Euro ausgegeben werden. Gegenüber 2016 wird die Gesamtsumme der österreichischen F&E-Ausgaben um 3,8% ansteigen und 3,14% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erreichen.

 

Finanzierung der in Österreich durchgeführten Forschung und Entwicklung 2002 bis 2017

Von den gesamten Forschungsausgaben 2017 wird mit 48,2% (rund 5,5 Mrd. Euro) der größte Anteil von österreichischen Unternehmen finanziert werden. 36,0% (rund 4,1 Mrd. Euro) wird der öffentliche Sektor beitragen (Bund rund 3,4 Mrd. Euro, Bundesländer rund 515 Mio. Euro, sonstige öffentliche Einrichtungen wie Gemeinden, Kammern, Sozialversicherungsträger rund 122 Mio. Euro). 15,4% werden vom Ausland (rund 1,7 Mrd. Euro) und 0,4% (rund 51 Mio. Euro) vom privaten gemeinnützigen Sektor finanziert werden. Die Finanzierung durch das Ausland stammt zum überwiegenden Teil von ausländischen Unternehmen, ein Gutteil davon von multinationalen Konzernen, deren Tochterunternehmen in Österreich Forschung betreiben, und schließt Rückflüsse aus EU-Forschungsprogrammen ein.

 

Anstieg der staatlichen F&E-Finanzierung 2017 durch erhöhte Forschungsprämie

Auch wenn 2017 der heimische Unternehmenssektor mit 48,2% und mit rund 5,46 Mrd. Euro der wichtigste Finanzierungssektor bleibt, werden 36% der gesamten F&E-Ausgaben mit rund 4,08 Mrd. Euro durch den öffentlichen Sektor finanziert. Während der Anstieg der öffentlichen Finanzierung im Vorjahr nur 2,2% betrug, erhöht sich dieser Wert von 2016 auf 2017 auf voraussichtlich 5,2%. Wesentliche Ursache dafür ist die Anhebung der Forschungsprämie: Die Förderung der steuerlich anerkannten F&E-Ausgaben von Unternehmen erhöhte sich für ab 2016 durchgeführte F&E von 10% auf 12%. Es ist zu erwarten, dass 2017 um rund 100 Mio. Euro mehr an österreichische Unternehmen erstattet werden als im Vorjahr. Insgesamt wird der Bund 2017 daher rund 3,44 Mrd. Euro zur heimischen Forschung beitragen. Die Bundesländer werden F&E in Höhe von voraussichtlich rund 515 Mio. Euro finanzieren. Auf sonstige öffentliche Einrichtungen (Gemeinden, Kammern, Sozialversicherungsträger) entfallen rund 122 Mio. Euro.

15,4% der F&E-Finanzierung (rund 1,74 Mrd. Euro) stammen aus dem Ausland, wobei ausländische Unternehmen die wichtigste Finanzierungsquelle darstellen. In der Auslandsfinanzierung sind auch Rückflüsse aus EU-Forschungsprogrammen inkludiert. Der private gemeinnützige Sektor weist mit rund 51 Mio. Euro (0,4% der gesamten F&E-Ausgaben) das kleinste Finanzierungsvolumen auf.

Österreich erreicht zweithöchste Forschungsquote aller EU-Länder

Die Forschungsquote, jener Indikator, der die Bruttoinlandsausgaben für F&E als Prozentsatz des nominellen Bruttoinlandsprodukts darstellt, stieg in den letzten zwanzig Jahren stark an: 1997 lag sie noch bei 1,66%, 2007 betrug sie 2,43%. Heuer wird die Forschungsquote voraussichtlich den bisherigen Höchstwert von 3,14% erreichen.

Im EU-Vergleich lag Österreich mit einer Forschungsquote von 3,12% im Jahr 2015 (dem letzten Jahr, für welches internationale Vergleichszahlen verfügbar sind) an zweiter Stelle hinter Schweden (3,26%). Danach folgten Dänemark mit 3,03%, Finnland (2,90%) und Deutschland (2,87%). Die durchschnittliche Forschungsquote der EU-28 lag 2015 bei 2,03%. Nur Belgien, Frankreich und Slowenien weisen noch nationale Forschungsquoten über dem EU-Durchschnitt auf. Im Vereinigten Königreich (1,70%) und Italien (1,33%), zwei großen EU-Staaten, liegen die Forschungsquoten weit unter dem EU-Schnitt. Die OECD-Staaten Republik Korea (4,29%) und Japan (3,59%) haben Forschungsquoten über 3,5% im Jahr 2014, jene der USA betrug 2,73% (2013). China erreichte 2014 eine Quote von 2,05%.

In die Schätzung der österreichischen Bruttoinlandsausgaben für F&E 2017 wurden Voranschlags- und Rechnungsabschlussdaten des Bundes und der Bundesländer, aktuelle Konjunkturprognosen sowie vorläufige Ergebnisse der letzten F&E-Erhebung über das Berichtsjahr 2015 im Unternehmenssektor einbezogen. Die Höhe der Forschungsquote hängt nicht nur von der Höhe der in Österreich getätigten Aufwendungen für F&E ab, sondern in hohem Maße auch von der tatsächlichen und prognostizierten Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts.

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