Arbeitskräftemangel befeuert Zeitarbeit in den CEE-Ländern

06. Nov 2016 • News • Interconnection Consulting • Branchenstudien • Marktdaten • Marktanalyse • Arbeitswelt

Der Umsatz der Zeitarbeitsbranche stieg 2015 in den CEE-Ländern Slowakei, Tschechien, Polen und Ungarn um 12,4%. Das gesamte Marktvolumen betrug dabei 2,1 Mrd. Euro. Der Zeitarbeitssektor ist mit einem Anteil von 85,7% des gesamten Personalmarktes, das mit Abstand größte Segment in den untersuchten Ländern. Auch 2016 wird mit einem Wachstum für die Zeitarbeitsbranche von 12,7% gerechnet. 2017 soll das Volumen der Zeitarbeitsbranche auf über 3,2 Mrd. Euro ansteigen. Das zeigt eine neue Studie von Interconnection Consulting.


Positiver Arbeitsmarkt stärkt Zeitarbeitsbranche

Die Situation der Zeitarbeit in den CEE-Ländern ist sehr positiv zu bewerten, was sich auch in den starken Wachstumsraten der einzelnen Länder bemerkbar macht. Niedrige Arbeitslosigkeit und ein Facharbeitermangel, oft ausgelöst durch Arbeitsemigration, ist der große Treiber der Zeitarbeit. Dabei fällt den Zeitarbeitsunternehmen die Aufgabe zu, diese durch Brain-Drain entstandene Lücke zu schließen. „Das Wachstum ist nur dadurch begrenzt, inwieweit es ihnen gelingt, diese Arbeitskräfte zu finden“, erklärt Olya Baran, Autorin der Studie. Die Suche nach geeignetem Personal wird daher immer öfter über die Grenzen des Landes hinaus ausgeweitet und sorgt für eine immer stärkere Internationalisierung des Arbeitsumfeldes.

Der Umsatz der Zeitarbeitsbranche stieg 2015 in den CEE-Ländern Slowakei, Tschechien, Polen und Ungarn um 12,4%. Das gesamte Marktvolumen betrug dabei 2,1 Mrd. Euro. Der Zeitarbeitssektor ist mit einem Anteil von 85,7% des gesamten Personalmarktes, das mit Abstand größte Segment in den untersuchten Ländern. Auch 2016 wird mit einem Wachstum für die Zeitarbeitsbranche von 12,7% gerechnet. 2017 soll das Volumen der Zeitarbeitsbranche auf über 3,2 Mrd. Euro ansteigen. Das zeigt eine neue Studie von Interconnection Consulting.

Zeitarbeitsbranche bilanziert durchwegs positiv

Wie auch in den anderen untersuchten Ländern, werden die Personaldienstleistungen in Polen durch die Verknappung des inländischen Arbeitsangebotes geprägt und befeuert. Die Konsequenz, ist ein Wachstum der Branche um 12,5% im letzten Jahr. Dabei konnte der polnische Zeitarbeitsmarkt erstmals die Milliarden-Umsatz-Grenze durchbrechen. In Tschechien konnte die Zeitarbeitsbranche um 14,2% zulegen. Der Anteil des Zeitarbeitssektors in der Personaldienstleistungsbranche ist mit 94,2% in Tschechien am stärksten unter allen untersuchten Ländern. Auch der Arbeitsmarkt in Ungarn konnte sich im vergangenen Jahr weiter erholen. So fiel die Arbeitslosenrate erstmals unter das Vorkrisenniveau, was in positiver Weise auch der Zeitarbeitsmarkt zu spüren bekam (+12,2%). Lediglich in der Slowakei war das Wachstum von 9,9% nicht ganz zweistellig. Auch dort leidet der Arbeitsmarkt unter einer Verknappung qualifizierter Arbeitskräfte, die vor allem durch die Auswanderung der High-Potentials zustande kommt. Daher hat die Regierung auch ein „Zurück nach Hause“-Programm geschnürt, dass den ausgewanderten Arbeitskräften die Rückkehr finanziell schmackhaft machen soll.

Technisches Personal gefragt

Das Segment Industrie und Lager macht in allen untersuchten Ländern das Gros der Zeitarbeit aus. Zwischen 30% (Polen) und 43% (Tschechien) beträgt dessen Anteil an den gesamten Umsätzen der Zeitarbeitsbranche. An zweiter Stelle landet das technischen Personal mit 25,2%. Der Anstieg in diesem Bereich betrug im letzten Jahr 19,1% und lag damit weit über dem Branchenschnitt. Mit einem erwarteten Gesamtwert von über 210 Mio. Euro für 2016 ist der IT-Sektor der drittgrößte Bereich. Büro und Administration verlieren kontinuierlich Anteile. Der Bausektor und der Gesundheitssektor sind die kleinsten Jobsegmente mit Anteilen von 1,5 respektive 1,3%. Qualifizierte Arbeitskräfte (44,2%) und unqualifizierte Arbeitskräfte halten sich bei der Zeitarbeit in den CEE-Ländern (40,5%) fast die Waage. Absolventen machen mit 383 Mio. Euro und einem erwarteten Anteil von 15,5% für 2016 den geringsten Anteil aus. Jedoch steigt der Umsatz in diesem Segment am stärksten. Für den Zeitraum bis 2019 wird ein Wachstum von 13,6% jährlich für das Segment der Absolventen prognostiziert.

Marktkonzentration steigt kontinuierlich

Der Markt zeigte eine Tendenz zu einer höheren Marktkonzentration in den letzten Jahren. So ist die Marktkonzentration in den CEE-Ländern relativ hoch. Die Top-3-Unternehmen kontrollieren 42,2% des Marktvolumens. Zu den Top-5 in den CEE-Ländern zählen Work Service, Adecco, Manpower, Trenkwalder und Randstad. Diese 5 Unternehmen decken gemeinsam 78% des Gesamtmarktes ab – Tendenz steigend. 

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