Bausparvertrag und Sparbuch nun beendet wieder im Aufwind?

14. Feb 2017 • News • GfK Austria GmbH • Marktforschung • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Finanzdienste • Bau & Wohnen

Anfang 2016 befanden sich Bausparvertrag und Sparbuch auf einem historischen Tief, wenn man ÖsterreicherInnen fragte, welche Spar- und Anlageform sie für interessant halten. Mittlerweile geht es für die beiden Traditionsprodukte wieder etwas aufwärts und das Interesse an den beiden Sparformen steigt wieder. Die Eigentumswohnung/das Haus ist nach wie vor die attraktivste Anlageform für Herr und Frau Österreicher.


 Stimmungsbarometer Spar- und Anlageformen

„Abgesehen davon wie Sie selbst gerade sparen oder Geld anlegen, welche dieser Möglichkeiten, Geld zu sparen oder anzulegen, halten Sie derzeit für besonders interessant?“:

Anfang 2016 befanden sich Bausparvertrag und Sparbuch auf einem historischen Tief, wenn man ÖsterreicherInnen fragte, welche Spar- und Anlageform sie für interessant halten. Mittlerweile geht es für die beiden Traditionsprodukte wieder etwas aufwärts und das Interesse an den beiden Sparformen steigt wieder. Die Eigentumswohnung/das Haus ist nach wie vor die attraktivste Anlageform für Herr und Frau Österreicher.

 

Bausparvertrag nähert sich wieder der beliebtesten Spar- und Anlageform an

Das Wohneigentum bleibt auch im vierten Quartal 2016 die interessanteste Anlageform für die österreichische Bevölkerung. Der Bausparvertrag gewinnt seit Jahresbeginn langsam aber stetig an Interesse der Befragten, steht nun wieder auf Rang zwei hinter dem Eigenheim. Darauf folgen Grundstücke, Gold und das Sparbuch auf den Plätzen drei bis fünf. Nachdem es in den letzten Jahren für das Interesse am Eigenheim nur eine Richtung gab – aufwärts – ist der Wert von 40% zwar nicht signifikant niedriger als im dritten Quartal (42%), der Aufwärtstrend scheint aber zumindest vorübergehend gestoppt und der Abstand auf den Bausparvertrag (36%, +2 Prozentpunkte) ist geschrumpft. Der Kauf von Grundstücken bleibt im Jahresverlauf mit 33% quasi unverändert. 28% der Befragten erachten Gold als interessante Option – dieser Wert liegt auf dem Niveau der ersten beiden Quartale 2016, das dritte Quartal mit 33% war hier ein Ausreißer nach oben. Das Sparbuch, auf Rang fünf stehend, scheint sich seit Jahresmitte wieder im leichten Aufwärtstrend zu befinden und wird von 24% als interessante Sparmöglichkeit betrachtet.

Interesse am Sparbuch kehrt langsam zurück

Über Jahre hinweg waren Bausparvertrag und Sparbuch mit deutlichem Abstand die interessantesten Sparformen für die österreichische 13.02.2017 Sebastian Huchler Client Services Ad Hoc T +43 1 71710-154 sebastian.huchler@gfk.com 2 Bevölkerung, wobei das Interesse in den letzten Jahren deutlich zurückging. Vor allem das Sparbuch wurde für die Befragten immer unattraktiver. Nachdem zu Jahresbeginn der Tiefpunkt erreicht war, scheint es aber allmählich wieder aufwärts zu gehen. Der Bausparvertrag durchlebte in den vergangenen Jahren ebenfalls eine Talfahrt, jedoch in geringerem Ausmaß als das Sparbuch. „Das Thema Nullzinsen war zu Jahresbeginn sehr präsent. Viele Menschen sahen ihr Erspartes in Gefahr, was die damals sehr niedrigen Befragungswerte bei Sparbuch und Bausparvertrag erklärt. Mittlerweile ist das Medieninteresse etwas abgeflaut und der Fokus der Menschen hat sich wieder anderen Themen zugewandt – obwohl sich die Situation am Markt nicht nennenswert verändert hat“, erklärt Sebastian Huchler, Finanzmarktforscher von GfK Austria.

Der Tiefpunkt von Anfang 2016 ist überwunden

Mit der Lebensversicherung und der Pensionsvorsorge mit staatlicher Förderung befinden sich zwei weitere eher konservative Anlagen wieder im Aufwind. Auch hier sind die Effekte der Nullzinsdiskussionen vor einem Jahr sichtbar – nach Verlusten Anfang 2016 können die Werte wieder zulegen, das Interesse der Bevölkerung kommt zurück. Für die private Zusatzpension interessieren sich ebenso viele Menschen wie im letzten Quartal, auch bei Aktien gibt es keine nennenswerten Veränderungen und die Werte bleiben im Jahresvergleich stabil. Insgesamt ist also weiterhin steigendes Interesse an verschiedenen Sparformen festzustellen, wobei vor allem die „sicheren“, risikoarmen Anlagen zulegen. Trotz allem bleibt aber auch das zuhause Sparen auf dem Vormarsch – mittlerweile 19 Prozent erachten diese Option als interessant. Sebastian Huchler dazu: „Dieses vermeintliche Paradoxon ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass die Menschen, als die Werte 2016 einbrachen, Sorge hatten, dass ihr Geld durch drohende negative Zinsen noch weiter entwertet würde. Diese Sorge scheint zu schwinden, das Gelbe vom Ei sehen viele Befragte aber noch immer nicht in den niedrig verzinsten, sicheren Sparprodukten und können sich daher auch das zuhause Sparen als Alternative vorstellen.“

Studiensteckbrief

Jährlich werden 18.000 Österreicher (ab 15 Jahren) hinsichtlich ihres Interesses an Spar- und Anlageformen – unabhängig von der eigenen Nutzung – befragt. Das “GfK Stimmungsbarometer” wird quartalsweise ausgewertet und veröffentlicht.

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