Bevölkerung Österreichs mit Migrationshintergrund wuchs 2016 um 85.000 Menschen

04. Sep 2017 • News • Statistik Austria • Statistik Online Datenbank • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Gesundheit • Bildung & Wissenschaft • Arbeitswelt

Im Durchschnitt des Jahres 2016 lebten rund 1,898 Millionen Personen (22,1%) mit Migrationshintergrund in Österreich, um 85.000 mehr als 2015 (1,813 Millionen). Von diesen waren 1,415 Millionen selbst im Ausland geboren, weitere 483.000 gehörten als in Österreich geborene Nachkommen von Eltern mit ausländischem Geburtsort der sogenannten zweiten Generation an. Dies geht aus dem Statistischen Jahrbuch für Migration und Integration 2017 hervor.


Rückgang der Zuwanderung nach Rekordjahr

Der Zuwachs der Personen mit Migrationshintergrund ergab sich 2016 vor allem aus weiterhin hohen internationalen Wanderungsgewinnen Österreichs (+64.676 Personen), wenn auch gegenüber 2015 (+113.067 Personen) ein deutlicher Rückgang der Wanderungssalden Österreichs mit dem Ausland zu verzeichnen war. Insbesondere der Zuzug von Asylsuchenden aus dem Nahen und Mittleren Osten verringerte sich gegenüber dem Vorjahr deutlich, wogegen die Zuwanderung aus anderen EU-Staaten (u. a. Bildungsmigration aus Deutschland sowie Arbeitsmigration aus den südosteuropäischen EU-Staaten) nur geringfügig abnahm.

130.000 Asylwerber 2015 und 2016 – 36.720 Anerkennungen als Flüchtling

Laut Zahlen des Innenministeriums haben sich die Asylanträge 2016 (42.285 Anträge) im Vergleich zu 2015 (88.340) mehr als halbiert. 2015 und 2016 stellten in Summe 130.625 Personen einen Asylantrag in Österreich. Die meisten Asylsuchenden stammten 2016 aus Afghanistan (11.794), Syrien (8.773) und dem Irak (2.862). Insgesamt 36.720 Personen wurden 2015 und 2016 als Flüchtling anerkannt, davon 23.642 aus Syrien, 3.839 aus Afghanistan sowie 1.965 aus dem Irak.

21% der Erwerbstätigen haben Migrationshintergrund

Von den insgesamt 4,22 Millionen Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt 2016 hatten 21% (knapp 900.000 Personen) Migrationshintergrund. Den größten Anteil darunter hatten Erwerbstätige aus jugoslawischen Nachfolgestaaten außerhalb der EU: Sie machten 6,1% aller Erwerbstätigen aus. Erwerbstätige aus den ab 2004 beigetretenen EU-Staaten stellten 5,7% aller Erwerbstätigen, jene aus den EU-Staaten vor 2004 bzw. EFTA-Staaten 3,3%. Erwerbstätige mit türkischem Migrationshintergrund machten 2,7% aus, jene aus sonstigen Drittstaaten 3,4%.

Im Vergleich zu 2015 (4,148 Millionen) erhöhte sich die Anzahl der Erwerbstätigen um rund 72.000. Von diesem Zuwachs entfielen 42.000 auf Erwerbstätige mit Migrationshintergrund, insbesondere aus sonstigen Drittstaaten (+19.000) sowie aus den ab 2004 beigetretenen EU-Staaten (+18.000).

Beispielgrafik aus der Studie:  Bevölkerung nach Migrationshintergrund und nach Stattsangehörigkeit und Geburtsland 2016

„Migration&Integration. Zahlen. Daten. Indikatoren“ gibt einen Einblick in die Lebensbedingungen der Menschen mit Migrationshintergrund in unserem Land. Unter Einbeziehung unterschiedlicher Quellen quer über alle Statistikbereiche wurden aussagekräftige Informationen über eine bestimmte Bevölkerungsgruppe, nämlich Zuwanderer und deren Nachfahren, kombiniert und in Form von Texten, Tabellen und Grafiken dargestellt.

Inhalte der Studie zu Migration und Integration

  • Integration im Überblick
  • Bevölkerung
  • Zu- und Abwanderung
  • Sprache und Bildung
  • Arbeit und Beruf
  • Soziales und Gesundheit
  • Sicherheit
  • Wohnen und räumlicher Kontext
  • Familienformen
  • Einbürgerungen
  • Subjektive Fragen zum Integrationsklima
  • Die Bundesländer im Überblick
  • Glossar
  • Staatengliederungen
  • Integrationsindikatoren
  • Impressum

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