Biertrends: Was deutschen Verbrauchern künftig bei Bier wichtig ist

27. Jan 2020 • News • K&A BrandResearch • Marktforschung • Trendforschung • Blog & Paper • Handel & Dienstleistung • Essen & Trinken • Gastronomie

Trends come, trends go – VUCA, Veggie, Nootropics und viele andere Schlagworte füllen populär-wissenschaftliche Zeitschriften, wenn es darum geht, neue Verbraucher- und Foodtrends vorzustellen. Tatsächlich befinden sich Ernährungsgewohnheiten seit über 20 Jahren in stetigem Wandel. Bier scheint sich im Vergleich dazu recht langsam zu bewegen, und doch: Bier bewegt sich. Oder bewegen Verbraucher mit ihren veränderten Erwartungen das Bier und seine Bierstile? Dr. Uwe Lebok und Andreas Putz (KA BrandResearch) beantworten diese Frage im Magazin Brauwelt


Die Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten sind notwendiger Bestandteil vitaler Kulturen. Der Wandel ist aber seit dem massiven Einfall der mobilen Hilfsmittel mitunter gravierend. Einige Beispiele:

  • Zunahme einer To-go-Kultur auf Kosten fester Essenszeiten
  • Verdrängung eines gemeinsamen Frühstücks und weiterer Essrituale auf Wochenende und persönliche Events
  • schwindende Bekanntheit und fehlende Alltagstauglichkeit vieler Lebensmittel bei jüngeren Verbrauchergenerationen („Vergessene Kategorien“ wie z.B. Cognac, Edelbrände, Limburger, Presssack)
  • bewusstere Ernährung in bestimmten Bevölkerungssegmenten (u.a. LOHAs, Flexitarier) in Richtung Selbstoptimierung (weniger Fleisch, weniger Süßes, weniger Alkohol usw.)
  • Globalisierung der lokalen Küche (weniger klassisch deutsch-regional, mehr mediterran oder „Sushi-DönerSmoothie-Fusion-Kitchen“)

Folgt man den Erkenntnissen von GfK, Nielsen und des Duttweiler-Instituts zu den unmittelbaren Foodtrends, dann stehen mengenmäßig die Produkte ganz weit oben, die Gesundheit im Sinne von Vitalität, Erlebnis und Lifestyle sowie Nachhaltigkeit und gutes Gewissen im Fokus haben. Spitzenreiter sind nach wie vor Bioprodukte, Produkte aus der Region (= Nähe, Glaubwürdigkeit, Transparenz), Convenience bzw. Chilled Convenience (inkl. American Food), Premium-Genuss sowie Superfood (inkl. proteinhaltige sowie Frei-von-Produkte). Vor allem der Trend nach physischmentaler Selbstoptimierung und Fitness in Generation Y und Z fördert die Lust auf neue Trendprodukte wie Macha, Jackfruit, Canabis und anderes Superfood, aber auch „alte“, neu entdeckte Ernährungsbausteine wie Bohnen, Wurzelgemüse, Suppen und Eintöpfe. Clean Eating (pure Produkte, laktose- und glutenfrei, vegan, Fair Trade usw.) und die sich gesellschaftlich immer stärker durchsetzende Bewertung des Zuckers als „neuer Tabak“ werden an Marktbedeutung weiter zunehmen.

Zahlreiche Getränke – insbesondere bei AfG – beginnen Foodtrends für die eigene Markenführung oder für spezielle Line Extensions zu nutzen. Gerade im Bereich von natürlichen oder auf Fair-Trade-Beziehungen basierenden Energy- und Bio-Refreshing Drinks sind zahlreiche Entwicklungen im Zusammenhang mit Superfood zu beobachten. Im Biersegment scheinen diese Strömungen bislang nur sporadisch anzukommen. Wenn von der auslaufenden Craft Bier-Welle abgesehen wird, erfolgt das Bierbrauen in Deutschland scheinbar immer noch in weitgehend gewohnten Bahnen.

Grafiken aus der Studie

Generationenspezifische Bedeutung des Reinheitsgebots

 Vor allem der Trend nach physischmentaler Selbstoptimierung und Fitness in Generation Y und Z fördert die Lust auf neue Trendprodukte wie Macha, Jackfruit, Canabis und anderes Superfood, aber auch „alte“, neu entdeckte Ernährungsbausteine wie Bohnen, Wurzelgemüse, Suppen und Eintöpfe.

 Zentrale Biertrends aus Verbrauchersicht 

Statistische Strukturanalyse der Biertrends aus Verbrauchersicht

Statistische Strukturanalyse der Biertrends aus Verbrauchersicht

Weitere Inhalte in der Studie

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