Bituminöse Bauwerksabdichtungen in Österreich unter Druck

08. Mai 2019 • News • Branchenradar • Branchenstudien • Marktdaten • Wirtschaftsstatistik • Branchenstudien • Bau & Wohnen • Produktion

Der Markt für Abdichtungsbahnen und Bauwerksabdichtungen wuchs in Österreich im Jahr 2018 insgesamt um 2,2 Prozent. Bituminöse Produkte kamen aber in beiden Warengruppen unter Druck, zeigen aktuelle Daten einer Marktstudie zu Abdichtungsbahnen und Bauwerksabdichtungen in Österreich von BRANCHENRADAR.com


Marktentwicklung Flachdach- & Bauwerksabdichtungen in Österreich 

Angeschoben von einer florierenden Baukonjunktur und steigenden Preisen bei Bitumen- und Kunststoffbahnen erhöhten sich die Herstellererlöse mit Produkten zur Flachdach- und Bauwerksabdichtung im vergangenen Jahr um 4,5 Prozent geg. VJ auf insgesamt 191,8 Millionen Euro. Der Aufschwung konzentrierte sich aber nur auf wenige Produktgruppen und Anwendungssegmente. So stieg zwar der Herstellerumsatz mit Flüssigen Bauwerksabdichtungen insgesamt um 11,3 Prozent geg. VJ auf 31,3 Millionen Euro, die größte Produktgruppe der bituminösen Spachtelmassen (KMB) entwickelte sich im Jahr 2017 allerdings nur seitwärts. Nahezu das gesamte Umsatzplus entfiel auf Bauwerksabdichtungen auf Zement-Acryl-Basis sowie Flüssige Kunststoffe. Bei ersteren wuchsen die Erlöse um rund 29 Prozent geg. VJ, bei zweiteren um knapp 21 Prozent geg. VJ. Zusammen steuerten sie bereits mehr als 55 Prozent zum Marktumsatz bei. Auch bei Abdichtungsbahnen profitierten im Wesentlichen nur Bitumenbahnen von einer steigenden Nachfrage. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz mit Abdichtungsbahnen im letzten Jahr um 3,3 Prozent geg. VJ auf 160,5 Millionen Euro. Bei Bitumenbahnen lag das Plus allerdings bei 5,7 Prozent geg. VJ, Kunststoffbahnen und EPDM-Bahnen schafften hingegen nur eine moderate Erhöhung von rund einem halben Prozent geg. VJ. Die Performance von Kunststoffbahnen wurde nicht zuletzt durch die sinkende Nachfrage nach Produkten für das Steildach gebremst, deren Erlöse um 2,5 Prozent geg. VJ schrumpften. Bei EDPM-Bahnen verhinderte der einsetzende Preiswettbewerb eine erlösseitig dynamischere Entwicklung.

Bei annähernd stabilen Preisen erhöhten sich die Herstellererlöse am Markt für Abdichtungsbahnen und Flüssige Bauwerksabdichtungen im Jahr 2018 um 2,2 Prozent gegenüber Vorjahr auf insgesamt 196,5 Millionen Euro. Die Dynamik war allerdings ungleich verteilt.

Der Umsatz mit Abdichtungsbahnen stieg lediglich moderat um 0,9 Prozent gegenüber Vorjahr auf 161,9 Millionen Euro. Bei Flüssigen Bauwerksabdichtungen erhöhten sich die Erlöse hingegen substanziell um neun Prozent gegenüber Vorjahr auf 34,6 Millionen Euro. Der Grund für das weitaus raschere Umsatzwachstum bei Flüssigen Bauwerksabdichtungen waren nicht zuletzt massive Anteilsverschiebungen innerhalb der Produktgruppen zu Lasten von Bituminösen Spachtelmassen (KMB) und zu Gunsten der vergleichsweise höherpreisigen Produkte auf Zement-Acryl-Basis bzw. Flüssiger Kunststoffe (PMMA). Denn während im vergangenen Jahr der Herstellerumsatz mit KMB um gut drei Prozent sank, verbuchten Produkte auf Zement-Acryl-Basis ein Erlösplus von mehr als sechzig Prozent gegenüber Vorjahr, bei Flüssigen Kunststoffen waren es rund zwölf Prozent gegenüber Vorjahr. Der Umsatzanteil der Flüssigen Kunststoffe kletterte damit auf 51 Prozent, während der Marktanteil Bituminöser Spachtelmassen auf 39 Prozent sank.

Doch auch bei Abdichtungsbahnen kamen im vergangenen Jahr bituminöse Produkte unter Druck, insbesondere beim Steildach. Gegenüber 2017 sank der Umsatz mit bituminösen Steildachbahnen um 2,2 Prozent, nicht zuletzt aufgrund zunehmender Kannibalisierung durch Kunststoffbahnen. Nur aufgrund eines Umsatzplus bei Dampfsperren schlossen Bitumenbahnen im Jahr 2018 insgesamt erlösseitig auf Vorjahresniveau und verloren dadurch nur einen halben Prozentpunkt Marktanteil (2018: 52,4%). Kunststoffbahnen entwickelten sich indessen mit einem Umsatzplus von rund einem Prozent gegenüber Vorjahr insgesamt annähernd mit dem Markt. Der Marktanteil lag damit stabil bei 34,4 Prozent. EPDM-Bahnen bauten mit einem Erlösplus von vier Prozent gegenüber Vorjahr die Marktbedeutung um 0,5 Prozentpunkte aus.  

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