Branche Werbung und Marktkommunikation blickt optimistisch in die Zukunft

18. Feb 2020 • News • Institut für empirische Sozialforschung (IFES) • Branchenstudien • Marktforschung • Branchenstudien • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Arbeitswelt • Marketing & Medien

Ziele der Untersuchung waren, herauszufinden, wie die Branche Werbung und Marktkommunikation dasteht und wo den UnternehmerInnen der Schuh drückt.


Inhalte der Studie

  • Daten zur Untersuchung
  • Management Summary
  • Unternehmensstatistik
  • Wirtschaftliche Situation/Entwicklung der Branche
  • Anliegen und Wünsche
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Arbeitsleben im zunehmenden Alter

Management Summary

  1. Die größte Gruppe der Fachgruppenmitglieder (40%) kommt aus dem Bereich Werbe-/Media-/Multimedia Agentur und Werbetexter. Rund ein Viertel der Mitglieder ordnet sich dem Bereich Werbegrafik-Design, Webdesigner zu. Etwas mehr als 2/3 der aktiven Fachgruppenmitglieder sind Ein-Personen-Unternehmen. Die überwiegende Anzahl der Unternehmen hat einen Standort in Österreich und ist nicht Teil eines internationalen Netzwerks. Ein großer Teil der Fachgruppenmitglieder (rund 40%) arbeitet (auch) für andere Agenturen bzw. ein anderes Unternehmen der eigenen Branche, häufig bis zu 50% der Jahresarbeit. Der vorwiegende Arbeitsort ist entweder im Home Office (47%) oder im Büro am Firmenstandort (42%).
  2. Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens wird deutlich besser bewertet als im Jahr 2016 und liegt in etwa auf dem Niveau von 2009. Knapp die Hälfte der Befragten ist mit der Situation zufrieden, 15% sind hingegen weniger positiv gestimmt. Die Mehrheit der Fachgruppenmitglieder rechnet mit einer gleich bleibenden wirtschaftlichen Situation in den kommenden 12 Monaten. Auch die Prognose für die Entwicklung der gesamten Branche der Marktkommunikation und Werbung ist besser als zuletzt. Rund 2/3 der Befragten Blicken optimistisch in die Zukunft. Insgesamt ergibt sich damit ein recht positiver Gesamtbefund.

Erfreulicherweise bewerten deutlich mehr von Ihnen ihre wirtschaftliche Lage besser im Vergleich zur letzten Erhebung 2016. Die gesamte Branche blickt auch positiv in die Zukunft.

  1. Die großen Herausforderungen für die Zukunft betreffen den Bereich Digitalisierung und technische Veränderungen, auch die Auftragsvergabe über Onlineplattformen wird hier genannt. Die Entwicklungen und Möglichkeiten von Artificial Intelligence und Digitalisierung für das eigene Unternehmen sieht die Mehrheit der Mitglieder optimistisch und bei jüngeren Befragten ist der positiv gestimmt Anteil hier erwartungsgemäß deutlich höher. Schwer einzuschätzen bzw. pessimistisch wird hingegen die Entwicklung von Online-Auftragsvergabe- und Vermittlungsplattformen betrachtet.
  2. Etwa 40% der Fachgruppenmitglieder haben bereits an einer öffentlichen Auftragsvergabe teilgenommen. Die damit gemachten Erfahrungen sind eher negativ: bürokratisch, kompliziert, zeitaufwendig, mühsam. Oftmals besteht auch der Verdacht einer nicht objektiven Vergabe. Der Prozess wird als komplex eingestuft und die überwiegende Mehrheit der Befragten vertritt die Ansicht, dass viele Unternehmen von vornherein ausgeschlossen werden.
  3. Offen danach gefragt, wo der Schuh drückt, ergibt sich folgendes Bild: An oberster Stelle stehen die Themen Abgaben und Steuern und die Schwierigkeit einer längerfristigen Planung aufgrund der schwankenden Auftragslage. Auch die Kundenakquise stellt für viele Unternehmer eine große Herausforderung dar. Die Fachgruppenmitglieder berichten über steigenden Wettbewerbs- und Preisdruck und ein oftmals fehlendes Kundenverständnis für angemessene Honorare. Überdies wird über erheblichen administrativen Aufwand und Bürokratie geklagt. Auch der SVA Beitrag ist häufig ein belastendes Thema.
  4. 2/3 der aktiven Mitglieder hatte bereits Kontakt mit der Fachgruppe und war damit durchwegs zufrieden. Häufig erfolgte die Kontaktaufnahme bei Veranstaltungen oder durch einen Telefonanruf. Insgesamt fühltsich die große Mehrheit der Befragten über die Aufgaben und Tätigkeiten der Fachgruppe sehr/eher gut informiert. Die bekanntesten Services sind Bildungsangebote, Versicherungs- und Rechtsanwaltsservice sowie die Website. Bezüglich der Veranstaltungsformate erreichen der Tag der Marktkommunikation und das Kreativfrühstück einen Bekanntheitsgrad von über 70%.
  5. Unterstützung seitens der Fachgruppe wird allen voran erwartet bei Musterverträgen und Muster AGBs, Services, Abgaben/Sozialversicherung, Förderungen und hinsichtlich der gesetzlichen Vertretung und Interessensvertretung. Mehr als die Hälfte der Befragten finden die aktuelle Tätigkeit der Fachgruppe sehr gut und gut, nur 10% sind mit der Tätigkeit unzufrieden.
  6. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellt für etwa die Hälfte der Befragten eine gewisse Herausforderung dar. Betreuungspflichten für Kinder bedeuten eine zusätzliche Kostenbelastung und sind im Sommer (Ferienzeit) mit Schwierigkeiten verbunden.
  7. Etwa 60% der älteren Fachgruppenmitglieder hat den Arbeitsumfang in den letzten Jahren verändert (33% eher reduziert, 26% eher ausgeweitet). Eine Veränderung des ganzen Geschäftsmodells hingegen, haben nur 35% der Befragten unternommen. Zu einer negativen Veränderung des Arbeitslebens mit zunehmendem Alter kommt es für eine große Mehrheit der Befragten bezüglich des Einkommens. Rund 1/3 der älteren Mitglieder gibt an, dass ihr Einkommen nicht für die Altersversorgung ausreichen wird. Die größten Herausforderungen beim Arbeiten im zunehmenden Alter betreffen folglich auch das Auskommen mit dem Einkommen und das Mithalten mit aktuellen Trends.

Studiensteckbrief

  • Auftraggeber: Wirtschaftskammer Wien – FG Werbung und Marktkommunikation Wien
  • Thema der Studie: Branchenstudie 2019
  • Stichprobe: 652 Unternehmen in der Auswertung berücksichtigt, davon 580 vollständige Interviews
  • Methode: Online Interviews (CAWI) und telefonische Befragung (CATI)
  • Design: Zufallsauswahl aus dem Adressenmaterial des Auftraggebers
  • Zeitraum der Befragung: September/Oktober 2019
  • Institut: IFES - Institut für empirische Sozialforschung
  • Projektleiter: Dr. Reinhard Raml, Mag.a Katharina King
  • Auswertung und Statistik: Mag.a Claudia Pflügl
  • Max. Schwankungsbreite: bei 600 Interviews: ± 4,0 Prozentpunkte

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