Das Fenster aus Kunststoff – bunt, importiert und günstig

08. Mär 2016 • News • Interconnection Consulting • Branchenstudien • Marktdaten • Wirtschaftsstatistik • Marktanalyse • Bau & Wohnen • Handel & Dienstleistung • Produktion

Neue Studie zum europäischen Fenstermarkt von Interconnection zeigt: Die Fenstermärkte in Deutschland und Österreich gingen im Jahr 2015 unterschiedliche Wege. Während die Nachfrage des deutschen Marktes um 1,7% in Menge stieg, gab der österreichische Markt um 4,9% nach. Die nationale Produktion ist jedoch in beiden Märkten rückläufig. Für 2016 rechnet Interconnection mit Importquoten von jeweils über 20%.


Renovierung profitiert von gutem Konsumklima und KFW Förderungen

In den Ländern Deutschland und Österreich wurden im Jahr 2015 15,4 Millionen Fenstereinheiten abgesetzt. Das entspricht einem akkumulierten Marktvolumen von 4,58 Milliarden Euro. Während in Deutschland 1,7% mehr Fenster gegenüber 2014 nachgefragt wurden, gab der österreichische Markt mit -4,9% zum dritten Mal in Folge nach. Der deutsche Markt profitiert vom guten Konsumklima, das sich bei den Schlagworten Wärmedämmung und Einbruchschutz direkt auf den Fensteraustausch auswirkt und durch Förderungen der KFW Bank unterstützt wird. 54,3% aller Fenster werden über die Renovierung abgesetzt.

Ausverkauf der heimischen Produktion setzt sich fort

In beiden Märkten ist die Zahl der national produzierten Fenster jedoch rückläufig. Interconnection schätzt, dass 19,8% aller in Österreich abgesetzten Fenster importiert wurden. Gegenüber 2011 wuchs der Fensterimport um 36,9% in Menge. Die Exporte der Alpenrepublik wuchsen im gleichen Zeitraum lediglich um 17,8%. Logische Konsequenzen dieser Entwicklung: Die Insolvenz von Stabil, die Schließung der Hocoplast Produktionsstätte in Österreich sowie der Einstieg der AFG Gruppe bei Gaulhofer. Auch der deutsche Markt ist vor dieser Entwicklung nicht gefeit. „Es ist davon auszugehen, dass im Jahr 2019 rund ein Drittel aller in Deutschland abgesetzten Fenster im Ausland hergestellt werden“, so Dennis Rauen, Autor der Studie.

Vielfältige Argumente für das Fenster aus Kunststoff

Bei den Rahmenmaterialien ist Kunststoff weiter auf dem Vormarsch. Bezahlbarer Wohnraum wird oft über den Preis entschieden, weshalb vor allem in Ballungszentren kostengünstige Varianten aus dem osteuropäischen Ausland zum Einsatz kommen. Weiterer Pluspunkt ist das Foliieren, d.h. die farbliche Gestaltung des Kunststofffensters. In Deutschland sind bereits 20,8% aller Kunststofffenster foliiert – Tendenz steigend. In Österreich befindet sich dieser Wert weiterhin im einstelligen Bereich, was dem hohen Anteil an Kunststoff-Aluminium Fenstern geschuldet ist.

Preisdruck im Segment für Kunststofffenster

Während die heimischen Märkte einerseits durch einfache Kunststofffenster aus dem Osten geflutet werden, gibt es gleichzeitig einen Trend hin zu hochwertigen Balkon- und Terrassentüren im Premiumsegment. Obwohl letztere ebenfalls auf Kunststoff als Rahmenmaterial zurückgreifen, ist der Druck hier so groß, dass die heimischen Produzenten sich gezwungen sehen, ihre Preise zu reduzieren: in Österreich ging der durchschnittliche Preis für ein Kunststofffenster um -4,1% zurück, in Deutschland um -2,3%. Die Preise für andere Rahmenmaterialien bleiben stabil bzw. steigen inflationsbedingt leicht.

Bezahlbarer Wohnraum stimuliert die Nachfrage in den kommenden Jahren

In Österreich ist die Talsohle durchschritten, bis 2019 rechnet Interconnection mit einer Marktstabilisierung von durchschnittlich 0,6% Wachstum pro Jahr. Der deutsche Markt wird vor allem durch die weiterhin steigende Nachfrage an Wohnraum profitieren. Interconnection schätzt, dass die Neubautätigkeit im Wohnbau – bezogen auf den Fensterabsatz – bis 2019 um durchschnittlich 4,0% pro Jahr wachsen wird.

Der IC-Market Forecast® ist eine regelmäßig durchgeführte Markt- und Branchenanalyse, die wesentliche Informationen für nationale, europäische und internationale Märkte erhebt und analysiert.

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