Das Fenster zu Russland bietet unterschiedliche Aussichten

08. Feb 2017 • News • Interconnection Consulting • Branchenstudien • Marktdaten • Wirtschaftsstatistik • Marktanalyse • Bau & Wohnen • Handel & Dienstleistung • Produktion

Im Zuge der russischen Wirtschaftskrise rücken die umliegenden Länder des Riesenreichs auch am Fenstermarkt stärker in den Fokus. Zwar konnten die Staaten des Baltikums, Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens im letzten Jahr 12,2 Millionen Fenster absetzen, mussten jedoch dabei einen Rückgang von 10,0% gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Mit 70,9% gibt es eine starke Präferenz für PVC-Fenster in den untersuchten Märkten, die sich sehr unterschiedlich entwickeln, wie eine Studie von Interconnection Consulting zeigt.

Kasachstan verantwortlich für Minus

In Zentralasien ist das Gesamtvolumen des Fenstermarktes um 12,3% gesunken. Dabei ist einzig und allein Kasachstan für die negative Gesamtentwicklung der Region verantwortlich. Die schwache Wirtschaftsleistung mündete dort in eine hohe Arbeitslosenrate, Unternehmenskonkurse und faule Kredite. So setzte sich der Rückgang in der Fensterbranche mit vermehrter Geschwindigkeit auch 2016 fort. Ein Jahr zuvor musste die Branche schon ein Absatzminus von 16,2% verzeichnen. Ganz anders ist die Situation im bevölkerungsreichsten Land Zentralasiens. Usbekistans Wirtschaft zeigt bereits seit Jahren nach oben. Das ressourcenreiche Land zieht damit auch immer mehr ausländisches Kapital ins Land, was sich auch positiv auf die Bautätigkeit auswirkt. Bis 2019 wird das Wachstum der Branche 7,5% jährlich in Menge und Wert betragen, zeigt die Studie von Interconnection. Auch die drei anderen kleineren Märkte (Turkmenistan, Kirgistan, Tadschikistan) konnten im letzten Jahr signifikante Absatzsteigerungen (zwischen 4 und 5%) erzielen. PVC-Fenster sind in Zentralasien mit 67% Marktführer.

Im Zuge der russischen Wirtschaftskrise rücken die umliegenden Länder des Riesenreichs auch am Fenstermarkt stärker in den Fokus. Zwar konnten die Staaten des Baltikums, Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens im letzten Jahr 12,2 Millionen Fenster absetzen, mussten jedoch dabei einen Rückgang von 10,0% gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Mit 70,9% gibt es eine starke Präferenz für PVC-Fenster in den untersuchten Märkten, die sich sehr unterschiedlich entwickeln, wie eine Studie von Interconnection Consulting zeigt.

Baltikum blickt positiv in die Zukunft

Die baltischen Länder ließen sich nicht von der wirtschaftlichen Krise Russlands unterkriegen und konnten im letzten Jahr ihren Absatz um 1,0% steigern. Hauptverantwortlich für das Wachstum ist Estland. Das kleinste baltische Land ist europäischer Wachstumskaiser bei den Baufertigstellungen was zwangsläufig auch den Fenstermarkt ankurbelt (+11,7%). Die lettische Fensterindustrie musste hingegen 2015 einen Absatzrückgang (-5,8%) hinnehmen. Erst 2017 wird durch ein verbessertes Investitionsklima wieder ein leichtes Wachstum erwartet (2,1%). Das größte baltische Land ist auch das Land mit dem stärksten BIP-Wachstum aller drei baltischen Staaten. Auch für die Zukunft herrscht Optimismus. So sollten neue EU-Verordnungen für energieeffizientere Wohnungen auch das derzeitige Branchenwachstum weiter verstärken. Der PVC-Fenster-Anteil liegt im Baltikum bei 67,8%.

Georgien als Hoffnungsanker

Für das letzte Jahr wird in den Kaukasus-Ländern von Interconnection ein Minus von 13,4% in Menge erwartet. Wobei die Entwicklung in den einzelnen Ländern durchaus unterschiedlich verläuft. So erfreut sich Georgien eines starken wirtschaftlichen Wachstums. Im letzten Jahr wurden schätzungsweise 8% mehr Fenster verkauft als noch 2015. Ganz anders die Situation in Aserbaidschan. Der Wertverlust der lokalen Währung und der damit einhergehende Abzug von Investorengelder hat zu einem Rückgang in der Bauwirtschaft geführt. Die Absatzzahl sank um prognostizierte 22,1% für das letzte Jahr. Auch Armenien verzeichnete 2016 einen ähnlichen Rückgang des Geschäftsvolumens. Betrug das Absatzvolumen 2013 noch 390.500 Einheiten so wird sich diese Stückzahl bis 2017 fast halbieren. Der PVC-Fenster-Anteil liegt bei 77,8%.

Weißrussland und Ukraine krisengebeutelt

2016 sank der Umsatz in Osteuropa in der Branche um ein Fünftel und setzte damit den freien Fall der vorangegangenen Jahre fast ungebremst fort. Der Fenstermarkt in Weißrussland stürzte aufgrund der anhaltenden Finanzkrise im Land im letzten Jahr um etwa 40% wertmäßig ab. In der Ukraine hat sich der Wert des Fenstermarktes seit 2013 halbiert. Auch in der nahen Zukunft wird sich laut der Interconnection-Studie keine Erholung einstellen. „Der aufs Eis gelegte Krieg verschiebt die Aktivitäten im Bau und der Renovierung“, erklärt Olya Baran, Autorin der Studie. Durch die sinkende Nachfrage und den damit freiwerdenden Kapazitäten ist die Ukraine zum größten Fensterimporteur Moldawiens aufgestiegen. Der PVC-Fenster-Anteil liegt bei 73,4%.

Lokal statt international

Insgesamt versuchen fast alle Länder rund um Russland gerade jetzt die Abhängigkeit von Russland zu reduzieren und sich als eigenständige Märkte zu emanzipieren, erklärt Baran. Dabei findet eine Konzentration der Marktteilnehmer in diesen Regionen statt und lokale Präsenz sowie lokale Produktion gewinnen stark an Bedeutung. Ein Anzeichen für diese Entwicklung ist der Anstieg der direkten Distribution, die mittlerweile zwei Drittel des Gesamtmarktes abdeckt.  

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