Die letzten Marken-Mohikaner: alternde Babyboomer, abnehmende Markenverbundenheit?

13. Jun 2019 • News • K&A BrandResearch • Marktforschung • Segmentstudien • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Marketing & Medien

Lange Haare, Ho-Chi-Minh, Joschka Fischer, freie Liebe und Flower-Power sind schnelle und mitunter sehr vereinfachte Bilder der 68er-Babyboomer-Generation. Sie stellten die spröde und formalistische Post-Nazi-Gesellschaftskultur Deutschlands auf den Kopf und öff neten die Tore für den westlichen Lebensstil. Auf Basis der K&A Brandresearch "Best Ager Studie 2018" wurde die Generation Babyboomer auf Bedürfnisse, Sorgen und Anforderungen an Marken tiefenpsychologich untersucht. Markentreue Ade! Die Analyse zeigt, dass selbst bei markenaffinen Babyboomern Marken an Wirkungskraft verlieren.


Mit liberalen Werten, eigenständigen Positionen und speziellen Lifestyle-Marken praktizierten sie in ihrer Jugend ein neues Selbstverständnis. Nun sind die Babyboomer selbst „alt“ geworden. Wie ändern sich nun ihr Lifestyle, ihr Konsumverhalten und ihre Markenwelt? 

Die Boomer (Jahrgänge 1950–1964) setzten der Bundesrepublik ihren Stempel auf – wie keine Generation danach. Auf der einen Seite „Macher-Gen“, auf der anderen Seite stark am Gemeinschaftssinn orientiert: Die „Gemeinsam-sind-wir-stark-Mentalität“ und der Glaube am Erfolg im „Kollektiv“ galt für die ganze Generation, ganz gleich, ob es sich um Mitglieder der studentischen 68er-Bewegung oder (damals noch) in Gewerkschaften organisierte Arbeiter handelte. Aufgewachsen im wirtschaftlichen Aufschwung, zeigten sie als Wiederaufbau-Generation klare Kante gegen festgefahrene Normen ihrer Vorgängergenerationen. Streitkultur, Teamgeist, Workaholic-Haltung, Wissenshunger, Offenheit und eine gesunde Portion Optimismus prägten die Handschrift der Babyboomer. Dies erlaubte einen leichteren Zugang zur US-amerikanischen PopKultur und zu globalen Marken: Gut gelaunt sein. Mehr wollen. Sich anders zeigen. Why not?

Die letzten Marken-Mohikaner: alternde Babyboomer, abnehmende Markenver bundenheit?

Weitere Inhalt im Artikel von Marke41

Studiensteckbrief

 Mittels K&A Psychodrama®-Ansatz wurden in mehreren Workshops Babyboomer ca. 2 bis 5 Jahre vor und ca. 2 bis 5 Jahre nach dem Renteneintritt – getrennt nach Geschlecht, Bildungsniveau und Familienstand – über Lifestyle, Lebensalltag und Markenbewusstsein analysiert. Die aus der Psychotherapie stammende Methode wurde von K&A erstmals 1989 für Marketing Research eingesetzt und eignet sich aufgrund des Einsatzes von Rollenspiel- und Projektivtechniken besonders für das psychologische Verständnis von systemischen Erlebnis-Kontexten sowie ihrer zukünftigen Transformationen. Das Institut verfügt über eine methodische Expertise für über 500 Marken und von mittlerweile mehr als 60 000 Fällen. Mit der Best-Ager-Studie 2018 werden die psychosozialen Lebenswelten, Bedürfnisse und Ängste der Babyboomer beschrieben und mit den Erkenntnissen der K&A Best-Ager-Studie im Jahr 2003 verglichen.

Context Marketing