Die ÖsterreicherInnen möchten nicht unbedingt 150 Jahre alt werden

12. Jul 2019 • News • IMAS International • Marktforschung • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Mode & Lifestyle

Rund ein Fünftel der Bevölkerung hat Angst vor dem Altwerden, 8 von 10 schließen diese Emotion in Bezug auf die eigene Lebenserwartung aus. Die Studie geht der Frage nach dem Altwerden auf die demoskopische Spur. Dabei wurden zwei Trendfragen aus 1974 und 1989 ausgewählt und im Mai 2019 empirisch untersucht.


Personen über 60 Jahren und Menschen mit einfacherer Bildung sind in der Tendenz ängstlicher als ihre sozialen Gegengruppen. Im Trend nimmt dieses Gefühl deutlich zu, in den letzten drei Dekaden um rund neun Prozentpunkte.

Die relative Mehrheit der Österreicher möchte nicht unbedingt 150 Jahre alt werden (auch nicht im Besitz ihrer Kräfte), ein Drittel macht sich bei dieser Frage Gedanken um die Umstände des Altwerdens und somit die Beantwortung davon abhängig. Ein gutes Viertel bejaht den Wunsch nach einer langen Lebensdauer und würde gerne 150 Jahre alt werden. Vor allem bei jüngeren Menschen und Männern überwiegt dieser Gedanke besonders stark.

Im Trend ein spannendes Ergebnis: Während 1974 noch knapp die Hälfte diese lange Lebenszeit als wünschenswert betrachtete, sind es nun 20 Prozentpunkte weniger.

Die relative Mehrheit der Österreicher möchte nicht unbedingt 150 Jahre alt werden

Der demografische Wandel und seine Entwicklungen schreiten unbeirrt voran. Die österreichische Gesellschaft wird täglich älter und urbaner. Rechnet man die steigende Lebenserwartung um, gewinnt jeder einzelner Staatsbürger täglich an Lebensstunden dazu. Heute liegt die durchschnittliche Lebenserwartung laut STATISTIK Austria (2017) bei Frauen bei 83,9 Jahre und bei Männern bei 79,3 Jahre.

Im Silicon Valley und in anderen innovativen Forschungsregionen wird bereits an der Verlängerung der aktuellen Lebenserwartung geforscht. Im Kampf gegen Krankheiten wie Alzheimer, Krebs usw. ist die Forschung schon erfolgreiche Schritte weitergekommen. Die Schlüsselfrage des Alters beinhaltet ja nicht nur die Anzahl der „Jahresringe“, sondern auch in welcher gesundheitlichen Verfassung man ins hohe Alter kommt. Dies gilt mittlerweile nicht nur physisch sondern auch psychisch.

Somit ging das IMAS Institut der Frage nach dem Altwerden auf die demoskopische Spur. Dabei wurden zwei Trendfragen aus 1974 und 1989 ausgewählt und im Mai 2019 empirisch untersucht.

Rund ein Fünftel der Bevölkerung hat Angst vor dem Altwerden, 8 von 10 schließen diese Emotion in Bezug auf die eigene Lebenserwartung aus. Genau genommen sind es 22 Prozent, die ihre verstärkte Sorge zum Ausdruck bringen. Personen über 60 Jahren und Menschen mit einfacherer Bildung sind in der Tendenz ängstlicher als ihre sozialen Gegengruppen. In der ältesten Gruppe der Befragten (60+ Jahre) sind es 27 Prozent, die dem Älterwerden mit Angst begegnen.

Im Trend nimmt die Angst vor dem Altwerden deutlich zu, in den letzten drei Dekaden um rund neun Prozentpunkte. Waren es 1989 nur 13 Prozent, sind es heute bereits 22 Prozent, die dieses Gefühl äußern. Dieser eindeutige Anstieg kann von mehreren Aspekten abhängen: Einerseits nehmen die Alterskrankheiten wie Alzheimer usw. zu. Andererseits erlebt die Bevölkerung heute mehr als vor dreißig Jahren die Schwierigkeiten der älteren Bevölkerung (aufgrund der Quantität) und natürlich kann auch die noch ungelöste Pflegesituation einen Beitrag zu diesem verstärkten Stimmungsbild leisten.

Die relative Mehrheit der Österreicher möchte nicht unbedingt 150 Jahre alt werden (auch nicht im Besitz ihrer Kräfte). Ein Drittel macht sich bei dieser Frage Gedanken um die Umstände des Altwerdens und somit die Beantwortung davon abhängig.

Ein gutes Viertel bejaht den Wunsch nach einer langen Lebensdauer und würde gerne 150 Jahre alt werden. Vor allem bei jüngeren Menschen und Männern überwiegt dieser Gedanke besonders stark. Dies ist interessant, da Männer ja immer noch eine kürzere Lebenserwartung als Frauen aufweisen. 

Im Trend ein spannendes Ergebnis: Während 1974 noch knapp die Hälfte diese Lebenszeit als wünschenswert betrachtete, sind es nun 20 Prozentpunkte weniger. Auch hier gelten die vorab dargestellten Vermutungen als Begründung dafür.

Infos zur Studie und weitere Fakten und Analysen zum Thema:

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