E-Commerce boomt, aber nur in wenigen Waren- und Dienstleistungskategorien

24. Jul 2017 • News • Branchenradar • Branchenstudien • Marktdaten • Marktforschung • Branchenstudien • Branchenübergreifend

Die Aufwendungen der privaten Haushalte stiegen im Jahr 2016 kräftig um plus 3,6 Prozent geg. VJ. Überdurchschnittlich rasch wuchsen die Ausgaben u.a. in den Bereichen Wohnen, Gastronomie und privater Verkehr. E-Commerce macht nicht alleine dem stationären Einzelhandel Konkurrenz, sondern hat auch im Dienstleistungsgeschäft mittlerweile eine nicht geringe Bedeutung.


Ausgaben der Privaten Haushalte nach Ausgabensektoren | EVP in Mio. Euro, Ausgaben Distanzhandel/E-Commerce 2016

Dafür war E-Commerce im Dienstleistungssektor stärker präsent, als es bislang dem dominierenden Deutungsmuster entsprach. So lag etwa der Anteil von online bestellten und bezahlten Eintrittsentgelten im Jahr 2016 bereits bei 19,1 Prozent der Gesamtausgaben für Besuche von Kultur-, Unterhaltungs- oder Sporteinrichtungen. Hotels, Flugreisen oder Bahntickets wurden zu 24 Prozent auf elektronischem Wege gebucht, und selbst Glücksspiel- und Sportwetten verlagern sich zunehmend in die virtuelle Welt (+24,6% geg. VJ)..

Ausgabentreiber 2016 | Mehrausgaben in Millionen Euro, Abw. geg. VJ in %

Treiber hinter dem steilen Anstieg waren neben einer steigenden Nachfrage nach Wohnraum (auch als Folge des Trends zu Ein- und Zwei-Personen-Haushalten), steigende Preise bei Immobilien, Mieten und Betriebskosten. Die zweitgrößte Ausgabenposition stellte die Ernährung mit 31,26 Milliarden Euro (+3,3% geg. VJ). Während sich allerdings die Kosten für im Einzelhandel gekaufte Nahrungsmittel und Getränke mit plus 1,1 Prozent geg. VJ vergleichsweise flach entwickelten, erhöhten sich die Ausgaben in der Gastronomie substanziell um sieben Prozent geg. VJ. Die höheren Aufwendungen sind aber weniger auf eine steigende Nachfrage denn auf signifikante Preiserhöhungen zurückzuführen, die bekanntermaßen auch im Zusammenhang mit der Einführung der Registrierkassenpflicht stehen.

Ausgabendämpfer 2016 | Minderausgaben in Millionen Euro, Abw. geg. VJ in %

Ausgabendämpfer 2016 | Minderausgaben in Millionen Euro, Abw. geg. VJ in %

Die österreichischen Haushalte konsumierten und investierten im vergangenen Jahr kräftig. Die Haushaltausgaben stiegen im Jahr 2016 um 3,6 Prozent geg. VJ auf nunmehr insgesamt 185,7 Milliarden Euro. Der größte Ausgabenbrocken waren mit 41,59 Milliarden Euro abermals die Aufwendungen zur Wohnraumbeschaffung bzw. der laufende Aufwand fürs Wohnen (Mieten, Energie- und Betriebskosten, Renovierung). Damit war im Durchschnitt mehr als ein Fünftel der gesamten Haushaltsausgaben (22%) alleine durchs „Wohnen“ gebunden. Zudem stiegen die Wohnausgaben und -investitionen mit plus 4,4 Prozent geg. VJ überdurchschnittlich rasch. Treiber hinter dem steilen Anstieg waren neben einer steigenden Nachfrage nach Wohnraum (auch als Folge des Trends zu Ein- und Zwei-Personen-Haushalten), steigende Preise bei Immobilien, Mieten und Betriebskosten.

Die zweitgrößte Ausgabenposition stellte die Ernährung mit 31,26 Milliarden Euro (+3,3% geg. VJ). Während sich allerdings die Kosten für im Einzelhandel gekaufte Nahrungsmittel und Getränke mit plus 1,1 Prozent geg. VJ vergleichsweise flach entwickelten, erhöhten sich die Ausgaben in der Gastronomie substanziell um sieben Prozent geg. VJ. Die höheren Aufwendungen sind aber weniger auf eine steigende Nachfrage denn auf signifikante Preiserhöhungen zurückzuführen, die bekanntermaßen auch im Zusammenhang mit der Einführung der Registrierkassenpflicht stehen.

Auf Platz drei im Ausgaben-Ranking folgten mit 22,9 Milliarden Euro (+2,6% geg. VJ) jene im Zusammenhang mit Urlaub und Freizeitgestaltung, gefolgt von den Aufwendungen für den privaten und öffentlichen Verkehr (17,04 Milliarden Euro), wobei der freien Mobilität im letzten Jahr wieder eine vergleichsweise hohe Priorität eingeräumt wurde. Infolge eines signifikanten Anstiegs der Ausgaben für PKW-Anschaffungen von nahezu zwölf Prozent geg. VJ erhöhten sich die gesamten Verkehrsaufwendungen überproportional um 4,8 Prozent geg. VJ. Im öffentlichen Verkehr betrug das Ausgabenplus 1,9% geg. VJ und war großteils preisgetrieben.

E-Commerce boomt, aber nur in wenigen Waren- und Dienstleistungskategorien

Erstmals wurden im BRANCHENRADAR Private Haushaltsausgaben in Österreich auch die Umsätze im Distanzhandel (E-Commerce, Versandhandel, Lieferdienste) sowie Online-Beschaffungen im Dienstleistungsbereich (Eintrittskarten, Reisebuchungen, Glücksspiel etc.) ermittelt. Und die Ergebnisse liefern zum Teil verblüffende Überraschungen. Demnach wurden im Jahr 2016 von österreichischen Haushalten Waren und Dienstleistungen im Wert von 7,4 Milliarden Euro über nicht-stationäre Einrichtungen angeschafft. Einzelhandelsrelevant waren davon jedoch nur 4,2 Milliarden Euro. Die restlichen 3,2 Milliarden Euro betrafen das Online-Geschäft mit Dienstleistungen wie etwa Hotel- oder Flugbuchungen bzw. Eintrittsentgelte.

Im Jahr 2016 lag der auf den Einzelhandel bezogene Marktanteil des Distanzhandels damit insgesamt bei 6,2 Prozent. Allerdings konzentrierte sich dessen Bedeutung auf wenige Warengruppen. Den höchsten Anteil erzielte der Distanzhandel bei Erotikartikeln mit 43,6 Prozent, gefolgt von Spielwaren mit 34,1 Prozent, Büchern & Zeitschriften mit 21,3 Prozent sowie Bekleidung & Schuhen mit 20,8 Prozent. Alleine mit Bekleidung & Schuhen, Büchern & elektronischen Medien sowie Elektroprodukten & Elektronik wurden knapp siebzig Prozent des gesamten für den Einzelhandel relevanten Distanzhandelsumsatzes erzielt.

Trotz forcierter Anstrengungen von REWE, Spar & Co spielte E-Commerce im Handel mit Lebensmitteln hingegen nach wie vor praktisch keine Rolle. Zwar wurden im vergangenen Jahr im nicht-stationären Bereich mit Lebensmitteln und Getränken insgesamt 277 Millionen Euro umgesetzt, etwas mehr als die Hälfte davon entfielen jedoch alleine auf Tiefkühl-Lieferdienste wie bspw. Bofrost, die in Österreich seit mehr als zwanzig Jahren tätig sind. Weitere knapp zwanzig Prozent des nicht-stationären Lebensmittel- und Getränkeumsatzes machten Weinhändler wie Wein & CO oder weinwelt.at. Auch im Einrichtungsbereich (1,5% Marktanteil) sowie in der Körperpflege und bei Kosmetikprodukten (1,9% Marktanteil) war die Bedeutung des Onlinehandels überschaubar.

Dafür war E-Commerce im Dienstleistungssektor stärker präsent, als es bislang dem dominierenden Deutungsmuster entsprach. So lag etwa der Anteil von online bestellten und bezahlten Eintrittsentgelten im Jahr 2016 bereits bei 19,1 Prozent der Gesamtausgaben für Besuche von Kultur-, Unterhaltungs- oder Sporteinrichtungen. Hotels, Flugreisen oder Bahntickets wurden zu 24 Prozent auf elektronischem Wege gebucht, und selbst Glücksspiel- und Sportwetten verlagern sich zunehmend in die virtuelle Welt (+24,6% geg. VJ).

Die Aufwendungen der privaten Haushalte stiegen im Jahr 2016 kräftig um plus 3,6 Prozent geg. VJ. Überdurchschnittlich rasch wuchsen die Ausgaben u.a. in den Bereichen Wohnen, Gastronomie und privater Verkehr. E-Commerce macht nicht alleine dem stationären Einzelhandel Konkurrenz, sondern hat auch im Dienstleistungsgeschäft mittlerweile eine nicht geringe Bedeutung, zeigen aktuelle Daten im BRANCHENRADAR Private Haushaltsausgaben in Österreich 2017