Ein Viertel der ÖsterreicherInnen ist kaufsuchtgefährdet

30. Aug 2017 • News • Gallup • Marktforschung • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Finanzdienste • Gesundheit • Handel & Dienstleistung

Die gute Nachricht: Das sind (etwas) weniger Betroffene als vor fünf Jahren. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie über die Kaufsucht in Österreich. Gallup-Institut/Karmasin Marktforschung befragte im Auftrag der AK 1.000 ÖsterreicherInnen. Generell zeigt sich: Junge Menschen und Frauen sind häufiger von Kaufsucht betroffen. Bei den 14- bis 24-Jährigen sind es 38 Prozent.


Die Arbeiterkammer Wien hat im Juli 2017 eine neue Kaufsucht-Studie präsentiert. Das Gallup Institut befragte im Auftrag der AK repräsentativ 1.000 Konsumentinnen ab 14 Jahren in persönlichen Interviews.

AK Studie „Kaufsucht in Österreich“: Jede/r vierte/r Österreicher/in gefährdet! Ein Viertel der ÖsterreicherInnen ist kaufsuchtgefährdet. Die gute Nachricht: Das sind (etwas) weniger Betroffene als vor fünf Jahren. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie über die Kaufsucht in Österreich. Gallup-Institut/Karmasin Marktforschung befragte im Auftrag der AK 1.000 ÖsterreicherInnen. Generell zeigt sich: Junge Menschen und Frauen sind häufiger von Kaufsucht betroffen.

„Die Kaufsucht ist noch eine sehr tabuisierte Form der Abhängigkeit. Bei der Kaufsucht geht es nicht um die Produkte, sondern um die zwanghafte Wiederholung des Kaufvorganges“, betont AK Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic. „Kaufen ist ein Ersatz, um beispielsweise Einsamkeit oder Unsicherheit zu kompensieren. Kaufsüchtige suchen einen Kick. Die Befriedigung ist aber nur kurz, dann folgt der emotionale Absturz“, resümiert Nina Tröger.

„Kaufsucht ist höchst tabuisiert, weil sie als besonders schamvoll erlebt wird. Einkaufen gilt als banal, als steuerbar, entsprechend empfinden sich Betroffene als schwach und unkontrolliert. Dazu kommt – ähnlich wie bei der Spielsucht – die Verbindung mit Geldverlust“, erklärt Michael Musalek, Ärztlicher Direktor des Anton Proksch Instituts Wien. „Kaufsuchtgefährdete brauchen Unterstützung“, sagen Zgubic und Musalek.

Studie Kaufsucht in Österreich 2017

In der AK Studie "Kaufsucht in Österreich" wurden repräsentativ 1.000 KonsumentInnen ab 14 Jahren vom Gallup Institut/Karmasin Marktforschung im Oktober 2016 in persönlichen Interviews befragt. Die Erhebung umfasst den Kaufsucht-Index, Fragen zur Selbstkontrolle zum Online-Handel sowie zum Zahlungsverhalten. Die Kaufsuchtgefährdung wurde mit dem von der Universität Stuttgart-Hohenheim entwickelten und international anerkannten Hohenheimer Kaufsuchtindikator ermittelt. Aus den Antworten wird ein Score gebildet, der über das Ausmaß der Kaufsuchtgefährdung Auskunft gibt.

Kaufsucht in den letzten Jahren leicht gesunken

Die Kaufsuchtgefährdung (kompensatorisches und süchtiges Verhalten) ist jetzt insgesamt niedriger als 2011. Die AK Studie zeigt: 24 Prozent der ÖsterreicherInnen sind kaufsuchtgefährdet (2011: 28 Prozent). Frauen sind häufiger kaufsuchtgefährdet als Männer. Jede dritte Frau ist gefährdet – bei Männern ist es jedoch nur jeder fünfte. Der Anteil der stark Kaufsüchtigen ist mit 14 Prozent bei Frauen doppelt so hoch wie bei Männern (sieben Prozent).

Kaufsucht – ein Problem der Jungen

Zeigten im Jahr 2011 noch 56 Prozent der 14- bis 24-Jährigen ein problematisches Verhalten auf, sind es aktuell „nur noch“ 38 Prozent. Mit zunehmenden Alter sinkt das problematische Kaufverhalten. Junge Menschen sind von Kaufsucht also stärker betroffen – 17 Prozent der 14- bis 29-Jährigen sind kaufsüchtig. Betrachtet man die Gruppe der 14- bis 24-Jährigen sind es sogar 21 Prozent. 2011 waren es in dieser Altersgruppe nur etwa halb so viele (zehn Prozent).

Zeigten im Jahr 2011 noch 56 Prozent der 14- bis 24-Jährigen ein problematisches Verhalten auf, sind es aktuell „nur noch“ 38 Prozent. Mit zunehmenden Alter sinkt das problematische Kaufverhalten. Junge Menschen sind von Kaufsucht also stärker betroffen – 17 Prozent der 14- bis 29-Jährigen sind kaufsüchtig. Betrachtet man die Gruppe der 14- bis 24-Jährigen sind es sogar 21 Prozent. 2011 waren es in dieser Altersgruppe nur etwa halb so viele (zehn Prozent)

Link zur Studie und den Infografiken

Studiensteckbrief

In der AK Studie "Kaufsucht in Österreich" wurden repräsentativ 1.000 KonsumentInnen ab 14 Jahren vom Gallup Institut/Karmasin Marktforschung im Oktober 2016 in persönlichen Interviews befragt. Die Erhebung umfasst den Kaufsucht-Index, Fragen zur Selbstkontrolle zum Online-Handel sowie zum Zahlungsverhalten. Die Kaufsuchtgefährdung wurde mit dem von der Universität Stuttgart-Hohenheim entwickelten und international anerkannten Hohenheimer Kaufsuchtindikator ermittelt. Aus den Antworten wird ein Score gebildet, der über das Ausmaß der Kaufsuchtgefährdung Auskunft gibt.

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