Europäischer Rollladenmarkt hat Talsohle durchschritten

17. Mai 2016 • News • Interconnection Consulting • Branchenstudien • Marktdaten • Wirtschaftsstatistik • Marktanalyse • Bau & Wohnen • Handel & Dienstleistung • Produktion

Der seit 2012 rückläufige europäische Rollladenmarkt dürfte endgültig wieder auf dem Weg nach oben sein. Bei einem Absatzrückgang von 0,6% verzeichnete die Branche erstmals wieder einen leichten Umsatzanstieg (+0,2%). Bis 2018 soll, laut einer neuen Studie von Interconnection Consulting, der Absatz jährlich um 1,2% ansteigen. Der Gesamtumsatz der Branche in den sieben untersuchten Ländern (Deutschland, Frankreich, Österreich, Spanien, Schweiz, Polen, Italien) betrug 4,9 Milliarden €.

Auch Spanien verzeichnet wieder Wachstum

Naturgemäß hängt die Entwicklung des Rollladenmarktes stark vom Fensterabsatz ab, welcher sich nach Jahren des Abschwunges 2015 erstmals wieder stabilisierte (-0,1% in Menge). In den untersuchten Ländern zeigten sich dabei große Unterschiede. So stieg in Deutschland der Fensterabsatz um 1,3%, was auch zu einem mengenmäßigen Anstieg des Rollladenmarktes in gleicher Höhe (+1,3%) führte. In Österreich sank der Verkauf von Fenstern, aufgrund der schlechten Auftragslage im Wohnungsbau um 7,3%. Der Absatz von Rollläden sank dementsprechend um 4%. Während die Nachfrage nach Fenster im nächsten Jahr wieder ansteigen soll, kämpft die Branche für Rollläden mit einer sinkenden Attachment-Rate (d.h. Rate der Fenster, die mit einem Rollladen verkauft wird). „Die Attachment-Rate fällt, weil andere Beschattungssysteme wie z.B. Raffstoren oder Zip-Screens stärker wachsen“, erklärt Dr. Stefano Armandi, Autor der Studie. Da weniger neue Fenster mit Rollläden ausgestattet werden, wird der Anteil des Renovierungsgeschäfts (Austauschgeschäft) am Gesamtgeschäft größer. 2015 lag der Renovierungsanteil in den untersuchten Ländern bei 55,2%. In Österreich betrug dieser Anteil, aufgrund sinkender Attachment-Raten, gar 62%. Deutschlands Renovierungsanteil lag bei 55,8%. Mit einem Marktanteil am Rollladenmarkt von 42,1% ist Deutschland mit Abstand der größte Markt unter den untersuchten Ländern. Bedingt durch ein starkes BIP-Wachstum (3,0%) kommt auch der Rollladenmarkt Spaniens wieder in die Gänge. Waren Verluste im zweistelligen Prozentbereich auf Spaniens Rollladenmarkt noch bis vor wenigen Jahren keine Seltenheit, kehrte das Land 2015 wieder auf den Wachstumspfad zurück und erzielte eine Absatzsteigerung von 1,9%.

Schweizer vertrauen fast ausschließlich auf Alu

Eine lange Lebensdauer machen Aluminium-Modelle zu den beliebtesten Rollläden. Mit einem durchschnittlichen Anteil von 65,2% liegen Alu-Rollos weit vor PVC dessen Anteil 25,2% beträgt. Am beliebtesten sind die Aluminium-Modelle in der Schweiz, wo sie bei Fertigrollläden – europaweit die beliebteste Produktgruppe (Marktanteil: 67%) – einen Marktanteil von 92,1% aufweisen. In Österreich liegt demgegenüber der Anteil von PVC-Fertigrollläden mit 34,1% am höchsten. Der Motorisierungsgrad bei Rollläden liegt länderübergreifend bei 56,2% und damit um 1,4% höher als 2012. Den höchsten Motorisierungsgrad, mit 70,5% weist Frankreich auf. Am anderen Ende der Skala befindet sich Polen mit 44,6%.

Marktkonsolidierung vorläufig abgeschlossen

Die Krise in der Branche hat in den letzten Jahren die großen Produzenten für Rollläden gezwungen die Internationalisierung ihrer Betriebe voranzutreiben. Diese Neuorientierung in Richtung Export hat vor allem den großen Anbietern aus Osteuropa geholfen ihre Kostenvorteile auch länderübergreifend zu nutzen, während viele KMUs aus Südeuropa Marktanteile verloren. Am Fertigrollladenmarkt betrug der Umsatz-Anteil der Top-10-Unternehmen 29%, wobei zu beobachten ist, dass die Marktkonzentration nicht in dem Maße ansteigt, wie es die Internationalisierung tut, meint Amandi abschließend.  

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