Flüchtlingswelle sorgt in Deutschland für Dynamik am Fenstermarkt

16. Okt 2017 • News • Interconnection Consulting • Branchenstudien • Marktdaten • Regionalanalyse & Geodaten • Wirtschaftsstatistik • Bau & Wohnen

Das Wachstum am deutschen Fenstermarkt ist in den einzelnen Regionen sehr unterschiedlich und reicht von +15,5% in Berlin bis -7,0% in Thüringen. Der gesamte Fenstermarkt wuchs im Jahr 2016 um 4,7%. Die Flüchtlingskrise wird aufgrund des gestiegenen Bedarfs an Wohnraum zum mittelfristigen Wachstum am Fenstermarkt weiterhin beitragen, wie die neue Regionalmarktstudie Win!Local von Interconnection Consulting zeigt.


Köln ist Wachstumskaiser

Gerade das Bevölkerungswachstum gibt dem Fenstermarkt neuen Schwung. Gerade die Hauptstadt Berlin profitiert vom Zuzug immens. Werden die Regionen nach den ersten beiden Stellen der Postleitzahlen aufgegliedert erreicht die Kapitale jedoch nur den insgesamt elften Platz unter den Wachstumskaisern. Den Top-Rang erreichte Köln mit 23,8%. Andere Städte, die ein noch größeres Wachstum als Berlin hinlegten waren u.a. Celle, Mönchengladbach und Zwickau. Demgegenüber bildet sich vor allem in den Regionen Thüringen (-7,0%) und Mecklenburg-Vorpommern (-3,3%) auch am Fenstermarkt die wirtschaftlich triste Lage dieser Regionen ab, die auch von Abwanderung geprägt ist. Sonst erhält die Branche vor allem durch den Südwesten der Republik ihre Dynamik. Mit knapp 3,3 Millionen Fenstereinheiten ist Bayern der größte Markt. Danach folgen Nordrhein-Westfalen mit 2,65 Millionen und Baden-Württemberg mit 2,1 Millionen Fenstereinheiten.

Renovierung noch immer dominierend

Insgesamt ist der Renovierungsanteil größer als der Neubauanteil am Fenstermarkt. Der Anteil des Segments Renovierung Wohnbau schwankt je nach Region zwischen 33,5% und 47%. Spitzenreiter im Renovierungssegment ist die Region Süd-West mit 47,0% vor der Region Ost (inkl. Berlin) mit 45,3%. Am geringsten ist die Renovierungsquote im Südosten der Republik (Bayern) mit 33,5%. Insgesamt liegt der Renovierungsanteil in drei der fünf Hauptregionen bei über 50%. Im Westen ist der Anteil mit 57,8% am größten, im Norden mit 48,5% am niedrigsten. Ein Grund für die hohe Renovierungsquote liegt darin begründet, dass zwei Drittel aller Wohngebäude zum Zeitpunkt ihrer Erstellung vor 1979 nicht den Anforderungen der 1. Wärmeschutzverordnung entsprachen, erklärt Viorica Jeler, Autorin der Studie.

Ein- und Zweifamilienhäuser auf dem Vormarsch

Insgesamt wurden für Ein- und Zweifamilienhäuser 4,3 Millionen Fenster bundesweit verkauft. Der Absatz beim mehrgeschossigen Wohnbau lag bei 4,65 Mio. Einheiten. Regionen mit stärkerem Fensterabsatz bei Ein- und Zweifamilienhäusern sind Bayern, das Saarland, Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Schleswig-Holstein. Die Tendenz zeigt insgesamt eher in Richtung der Ein- und Zweifamilienhäuser. So übersteigt die Anzahl der Wohnungen von Ein- und Zweifamilienhäuser, die in den letzten zwei Dekaden errichtet wurden, den von mehrgeschossigen Wohnhäusern im selben Zeitraum deutlich.

Win!Local nimmt Regionen genau unter die Lupe

Insgesamt werden im System Win!Local die Marktdaten für den Privatbau (Ein- und Zweifamilienhäuser) und den Objektbau (Mehrgeschossiger Wohnungsbau und Nichtwohnungsbau) erhoben und ausgewertet – jeweils unterteilt nach Neubau und Renovierung auf Ebene der Bundesländer, Stadt-/Landkreisebene oder zweistelligen Postleitzahlen. Die Daten können direkt in die Planungssysteme der Kunden integriert werden. Für alle wichtigen Fenstermärkte in Westeuropa werden die Daten auf gleicher Basis von der Interconnection Consulting Group angeboten.

Die Ergebnisse werden einerseits als Excel-Tabelle je Bezirk zur Verfügung gestellt und auch auf übergeordneten Ebenen (aggregiert) visualisiert.  Die Ergebnisse werden außerdem durch Charts in Form eines PowerPoint-Berichts visualisiert, was mitunter durch die Geomarkting Software „Regiograph“ erfolgt. Bei Bedarf können die Daten auch als Regiograph-Datensätze zum direkten Einspielen, mitgeliefert werden.

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