Fünf Megatrends formen die Zukunft bis 2030

09. Dez 2018 • News • GIM • Trendforschung • Blog & Paper • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Online & IKT & Elektronik • Marketing & Medien • Branchenübergreifend

Der Beitrag von Dr. Hannes Fernow (bei der GIM für verantwortlich für Cultural Foresight) im Magazin markenartikel zeigt: Fünf Megatrends werden bis 2030 unser Zusammenleben maßgeblich prägen: Algorithmisierung, Verwertung, Gestaltung des Selbst und der Umwelt, Fragmentierung und Re-Lokalisierung. Die Konsumenten sehen die Entwicklungen mit gemischten Gefühlen.


Atemberaubende Fortschritte in Datenverarbeitung, Automatisierung und Vernetzung eröffnen heute großen Bevölkerungsteilen in Industriestaaten bislang ungekannte Formen und Möglichkeiten assistierten Lebens. Künstliche Intelligenzen lassen nicht nur unbelebte Objekte miteinander kommunizieren, sondern verwandeln auch den Menschen in ein Quantified Self, in ein datendurchleuchtetes und datensammelndes Wesen. So erhalten wir beispielsweise jederzeit Rückmeldung über unseren physischen und psychischen Zustand, inklusive Ad-hoc-Tipps, wie wir diesen optimieren können. Gleichzeitig reagiert aber auch die vernetzte Umwelt auf uns beziehungsweise antizipiert unsere Bedürfnisse, bevor wir sie überhaupt artikuliert haben. Unsere Wohnumwelt kann unsere Herzfrequenzen erfassen, wenn wir abends nach Hause kommen und passt Licht und Musik entsprechend unserer jeweiligen Stimmungslage an, ohne dass wir uns darüber Gedanken machen müssten.

Die (schöne neue?) Welt untersuchen Was machen diese Möglichkeiten mit uns?

Freuen sich die Menschen über die neuen Möglichkeiten oder haben sie Angst davor? Bewirkt das Zusammenleben mit Geräten, dass man sich künftig weniger allein fühlt? Werden Maschinen Menschen ersetzen? Es sind Fragen wie diese, die uns derzeit umtreiben, wenn wir an eine durchtechnisierte Zukunft denken. Und es sind unter anderem diese Fragen, denen wir bei der GIM im Rahmen des Forschungsprojekts Values & Visions 2030 nachspüren. Die Studie untersucht den gesellschaftlichen Wertewandel und legt dabei fünf zentrale Megatrends zugrunde, die gemeinsam mit externen Experten identifiziert und konfiguriert wurden (siehe Kasten). Diese fünf grundlegenden Strömungen werden in den Jahren bis 2030 unser Zusammenleben, aber auch den ökonomisch-politischen Rahmen unseres Alltags prägen.

Fünf Megatrends formen die Zukunft bis 2030

  • Der Megatrend Algorithmisierung (siehe Abb. auf S. 13) bezeichnet dabei die Übertragung regelbasierter Entscheidungen an eine zunehmend technisch-intelligente Umgebung. Mit Sensoren und Künstlicher Intelligenz (KI) erfassen und interpretieren immer kleinere miteinander vernetzte Computer, was um uns herum geschieht. Unsere nicht-menschliche Umgebung lernt, auf uns zu reagieren und selbst Entscheidungen zu fällen.
  • Der Megatrend Verwertung beschreibt, wie sich Privateigentum, persönliche Daten und Personen sich in Ressourcen verwandeln: unser Leben als Mittel unserer Zwecke wird als soziales oder finanzielles Kapital genutzt.
  • Dritter Trend: Die Gestaltung des Selbst und der Umwelt erleben eine nie dagewesene Reichweite, Eingriffstiefe und Öffentlichkeit. Dieser Megatrend wirft Fragen auf: Sollen oder müssen wir tun, was wir können und wollen? Wir gestalten immer mehr Sphären unseres eigenen Lebens – ohne die sozialen und ökologischen Folgen abzusehen.
  • Der vierte Megatrend Fragmentierung weist den Weg in eine ungeahnt vielfältige Zukunft. Globalisierung und das Internet zeigen, dass es zahllose Gesellschaften und Teilgesellschaften geben kann und wir selbst neue begründen können, indem wir uns zusammenschließen.
  • Schließlich entwickelt sich, fünftens, die lokale Verwurzelung als Gegentrend zu Mobilität und Virtualisierung. Der Megatrend Re-Lokalisierung bedeutet eine Rückbesinnung und Rückbindung auf die lokale Umwelt – auf wirtschaftlicher, politischer und persönlicher Ebene.

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