Ist Österreich ein Land der Narren?

23. Nov 2018 • News • Integral • Marktforschung • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Kultur • Religion

Fasching hat in Österreich mehr Fans als Ablehner, ist den meisten aber egal. Wie stehen die ÖsterreicherInnen zur „Fünften Jahreszeit“? Dieser Frage ist INTEGRAL in einer Studie auf den Grund gegangen.


In der Bevölkerung ist das Lager der Faschingsfans mit 30% größer als jenes der Faschingsmuffel (21%). Dem größten Teil (48%) ist Karneval allerdings egal. Die Narren sind also eine Minderheit in Österreich

Fasching hat mehr Fans als Ablehner, ist den meisten aber egal

In der Bevölkerung ist das Lager der Faschingsfans mit 30% größer als jenes der Faschingsmuffel (21%). Dem größten Teil (48%) ist Karneval allerdings egal. Die Narren sind also eine Minderheit in Österreich.

Den traditionellen Beginn der närrischen Tage am bekannten „Schnapsdatum“ 11.11. um 11:11 Uhr werden daher auch nur 9 Prozent der Bevölkerung aktiv feiern. Ihren eigentlichen Höhepunkt erreicht die Karnevalszeit Anfang nächsten Jahres in der Zeit zwischen Opernball und Faschingdienstag. Dann lassen sich auch mehr Österreicher von der guten Laune anstecken: Immerhin ein knappes Drittel (30 Prozent) will die „närrischen Tage“ bejubeln.

Brauchtum und ausgelassene Stimmung – das begeistert die Faschingsfans

Die Faschingsfans begründen ihre Begeisterung vor allem mit der Pflege von Brauchtum (67%) und der ausgelassenen Stimmung, die eine tolle Abwechslung zum Alltag darstellt (65%). Bei einer Mehrheit beliebt sind auch die Straßenumzüge (61%). Knapp die Hälfte der Faschingsbegeisterten (46%) verkleidet sich gerne und Vier von Zehn bekommen gute Laune von der Karnevalsmusik. Einen Freibrief für Alkoholkonsum oder Flirten sieht im Fasching nur eine Minderheit.

Verkleiden, Trinken, aufgesetzte Stimmung – das stört die Faschingsmuffel

Und was stört die Faschingsmuffel an den bunten Tagen? Zwei Drittel wollen sich einfach nicht verkleiden, 56% geht es auf den Geist, dass es nur noch um ausgiebiges Trinken geht. Jeweils gut die Hälfte kritisiert, dass die ausgelassene Fastnachtsstimmung zu aufgesetzt ist (54%) bzw. dass sich die Menschen zu albern verhalten (51%). Auch die zugemüllten Straßen sind für viele ein Problem (42%).

Fasching hin oder her: Fremdgehen bleibt ein Tabu

Die Faschingssaison hat den Ruf, dass man es während dieser Zeit mit der Treue nicht so genau nimmt – die Studienergebnisse zeigen jedoch, dass die Moral im Lande auch zur Narrenzeit bei den allermeisten intakt ist. Einen Freischein zum Faschingsflirt stellen sich nur 17 Prozent der in Partnerschaft Befindlichen aus, genauso viele erteilen ihrer besseren Hälfte zu Fasching eine Flirt-Erlaubnis.

Österreich schlägt Karnevalshochburg

Deutschland Fasching hat in Deutschland nicht mehr Anhänger als in Österreich (28% sind dort Faschingsfans, hierzulande sind es 30%). Das hat der Partner von INTEGRAL, das Heidelberger SINUS-Institut, herausgefunden. Auch wenn aus den zahlreichen Übertragungen aus Köln und Mainz andere Schlüsse nahe liegen, feiern unsere Nachbarn den Höhepunkt des Faschings zwischen „Weiberfastnacht“ und Faschingdienstag weniger verbreitet (21% vs. 30% in Österreich).

Studiensteckbrief

Im Rahmen einer Online-Befragung wurden im Oktober 2018 500 Personen repräsentativ für die österreichische Bevölkerung zwischen 16 und 69 Jahren befragt.

Informationen zur Studie und zum Thema Fasching

gunther.oswalder@marktmeinungmensch.at

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