Jänner bis März 2015: Produzierender Bereich mit leichtem Umsatzminus (-0,6%)

06. Jul 2015 • News • Statistik Austria • Wirtschaftsstatistik • Bau & Wohnen • Produktion • Energie & Bergbau • Branchenübergreifend

Ende März 2015 wiesen die 64.396 Ein- und Mehrbetriebsunternehmen (+3,4% im Vorjahresvergleich) des gesamten Produzierenden Bereichs (Sachgüterbereich und Bau) 891.963 unselbständig Beschäftigte (+0,2%) auf. Diese konnten in der Berichtsperiode Jänner bis März 2015 Umsatzerlöse in der Höhe von 59,0 Mrd. Euro (-0,6%) realisieren. Im Bau wurden von den 34.315 Unternehmen (+5,3%) im selben Zeitraum 7,2 Mrd. Euro (-1,5%) umgesetzt, wie aktuelle Daten von Statistik Austria zeigen.


Unternehmen: leichtes Plus bei Beschäftigung, jedoch weniger Umsatz

Ende März 2015 waren in den 64.396 Unternehmen (+3,4% gegenüber März 2014) des gesamten Produzierenden Bereichs (Abschnitte B bis F der ÖNACE 2008) insgesamt 891.963 unselbständig Beschäftigte (+0,2%) tätig. Für diese Arbeitnehmer musste in der Berichtsperiode Jänner bis März 2015 eine Brutto-Verdienstsumme (inklusive Brutto-Sonderzahlungen und Brutto-Abfertigungen) von 7,8 Mrd. Euro aufgewendet werden (+2,8% gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum). Die Umsatzerlöse erreichten in diesem Zeitraum 59,0 Mrd. Euro und lagen damit um 0,6% unter dem Vorjahresniveau. Somit setzte ein Unternehmen des Produzierenden Bereichs in der aktuellen Berichtsperiode mit durchschnittlich 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern etwa 0,9 Mio. Euro um. Die Exportintensität, definiert als das Verhältnis des Auslandsumsatzes zum Gesamtumsatz, lag im gesamten Produzierenden Bereich bei durchschnittlich 49,0% (siehe Tabelle 1).

Der Schwerpunkt der Aktivitäten im Produzierenden Bereich lag im Bereich "Herstellung von Waren" (inklusive Bergbau), in dem Ende März 2015 mit25.574 rund zwei Fünftel (39,7%) aller Unternehmen und mehr als zwei Drittel (603.309 bzw. 67,6%) aller unselbständig Beschäftigten des Produzierenden Bereichs tätig war. Diese erzielten in der Berichtsperiode Jänner bis März 2015 mit 40,5 Mrd. Euro auch 68,6% der gesamten Umsatzerlöse. Die 34.315Unternehmen des Baus (Abschnitt F der ÖNACE 2008) entsprachen einem Anteil von 53,3% und erwirtschafteten mit 243.578 bzw. 27,3% der unselbständig Beschäftigten von Jänner bis März 2015 einen Umsatz in der Höhe von 7,2 Mrd. Euro (anteilig 12,2%).

Betriebe: stagnierende Beschäftigung, Rückgang bei Arbeitsvolumen und Produktion

Produzierender Bereich insgesamt: Beschäftigung ±0,0%, Arbeitsvolumen -1,5%, Produktion -1,0%

Mit Ende März 2015 hatten die 65.004 Betriebe (+3,3% gegenüber dem Vorjahresmonat) des Produzierenden Bereichs (Sachgüterbereich und Bau)insgesamt 891.067 unselbständig Beschäftigte (±0,0%). Den in der Berichtsperiode Jänner bis März 2015 ausgewiesenen Brutto-Verdiensten (inklusive Brutto-Sonderzahlungen und Brutto-Abfertigungen) in der Höhe von rund 7,8 Mrd. Euro (+2,7%) stand ein geleistetes Arbeitsvolumen der unselbständig Beschäftigten von rund 342,2 Mio. Arbeitsstunden (-1,5%) gegenüber. Die im gesamten Produzierenden Bereich auf dem Markt abgesetzten Güter und Leistungen repräsentierten einen Wert von 58,1 Mrd. Euro und lagen damit leicht unter dem Niveau des Vorjahres (-1,0%; siehe Tabelle 2).

Oberösterreich erwirtschaftete dabei mit einem Anteil von 18,0% der Betriebe 24,2% der gesamten abgesetzten Produktion Österreichs, gefolgt von Wien (13,2% der Betriebe bzw. 19,2% der abgesetzten Produktion), Niederösterreich (18,3% bzw. 16,6%) und der Steiermark (14,7% bzw. 14,6%). Dabei waren in Oberösterreich rund ein Viertel, in Niederösterreich und der Steiermark je rund ein Sechstel und in Wien rund ein Achtel aller unselbständig Beschäftigten tätig (siehe Tabelle 3).

Sachgüterbereich: negativer Trend; größter Zuwachs in der "Metallerzeugung und -bearbeitung"

Entgegen dem leicht negativen Produktionstrend (-0,9%) im gesamten Sachgüterbereich (Abschnitte B bis E der ÖNACE 2008) verzeichneten gegenüber der Vorjahresperiode die Abteilungen "Metallerzeugung und -bearbeitung" mit +6,7% (absolut 4,0 Mrd. Euro) sowie "Herstellung von elektrischen Ausrüstungen" mit +5,1% (2,5 Mrd. Euro) die größten Steigerungen. Die höchsten Produktionseinbußen im Sachgüterbereich wurden hingegen bei der der "Herstellung von chemischen Erzeugnissen" (-3,8%, 2,0 Mrd. Euro), der "Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel)" (-3,2%, 1,6 Mrd. Euro), der "Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus" (-2,9%, 1,6 Mrd. Euro) sowie der "Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen"(-2,1%, 3,5 Mrd. Euro) beobachtet (siehe Tabelle 4).

Bau mit Produktionsminus

In der Berichtsperiode Jänner bis März 2015 erwirtschafteten die 34.424 Betriebe (+5,3%) der österreichischen Bauunternehmen einen abgesetzten Produktionswert von 7,2 Mrd. Euro. Das bedeutet ein Minus von 1,5% im Vergleich zum Vorjahresvergleichszeitraum (siehe Tabelle 5).

Dabei wiesen vor allem die Bausparten "Brücken- und Hochstraßenbau" (-44,5%), "Bau von Bahnverkehrsstrecken" (-24,5%), "Wasserbau" (-22,4%), "Abbrucharbeiten und vorbereitende Baustellenarbeiten" (-10,9%) sowie "Wohnungs- und Siedlungsbau" (-8,7%) eine negative Entwicklung auf. Positive Impulse gingen hingegen von den Bausparten "Erschließung von Grundstücken; Bauträger" (+22,2%), "Sonstiger Tiefbau anderweitig nicht genannt"(+6,0%), "Kabelnetzleitungstiefbau" (+5,6%) und "Bau von Straßen" (+4,5%) aus (siehe Tabelle 5).

Die abgesetzte Produktion der Bautätigkeit für den öffentlichen Sektor lag in der Berichtsperiode Jänner bis März 2015 mit 1,1 Mrd. Euro um 6,8% unter jener des Vorjahres. Die (absolut gesehen) höchsten öffentlichen Investitionen gab es dabei in den Teilsparten "Bau von Straßen" (222,7 Mio. Euro), "Sonstiger Hochbau" (205,2 Mio. Euro) und "Tunnelbau" (152,2 Mio. Euro).

Zuwächse im öffentlichen Bereich verzeichneten lediglich die Bausparten "Adaptierungsarbeiten im Hochbau" (+10,5%), "Wasserbau" (+5,9%) sowie "Abbrucharbeiten und vorbereitende Baustellenarbeiten" (+1,7%). Teils kräftige Rückgänge beim öffentlichen Produktionsvolumen gab es in den Teilsparten "Sonstiger Ausbau" (-71,4%), "Brücken- und Hochstraßenbau" (-49,8%), "Erschließung von Grundstücken; Bauträger" (-45,8%), "Sonstiger Tiefbau anderweitig nicht genannt" (-42,7%) sowie "Bau von Bahnverkehrsstrecken" (-32,0%).

Regional betrachtet konnten Kärnten (+9,4%) und Niederösterreich (+3,5%) den Wert der abgesetzten Produktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum am meisten steigern. Produktionseinbußen gab es hingegen in Salzburg (-7,8%), Oberösterreich (-6,3%), Wien (-3,8%) und Vorarlberg (-0,7%; siehe Tabelle 6).

Ende März 2015 wiesen die österreichischen Baubetriebe (ohne Baunebengewerbe) Auftragsbestände im Ausmaß von insgesamt 10,7 Mrd. Euro auf. Das entspricht einem Rückgang von 1,2% gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode, der hauptsächlich durch die negative Entwicklung in den Bundesländern Wien (-7,3%), Salzburg (-6,0%), Niederösterreich (-5,0%) und Kärnten (-3,2%) begründet war. Hingegen wiesen das Burgenland (+39,8%), Vorarlberg (+21,5%) und Tirol (+16,4%) zweistellige Steigerungsraten auf.

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