Je vertraulicher die Information, desto relevanter der klassische Brief

27. Dez 2017 • News • SINUS • Marktforschung • Marktsegmentierung • Online & IKT & Elektronik • Marketing & Medien • Sicherheit

Die Studie „Wenn es um vertrauliche Informationen geht – Brief oder Email?“ über die Kommunikation im privat-geschäftlichen Bereich, die vom Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) mit dem renommierten SINUS Institut realisiert wurde zeigt, dass auch im digitalen Zeitalter unverändert gilt: Je vertraulicher der Anlass, desto relevanter bleibt der klassische Brief.


Spannungsverhältnis zwischen Sicherheit und Bequemlichkeit in der Online-Kommunikation

Die Studie macht deutlich, wie wichtig den Menschen Sicherheit in der Online-Kommunikation ist. Ihr Alltagsverhalten zeigt aber, dass daneben auch bequeme Handhabung gefordert und gelebt wird. Die Mehrheit der Befragten (rund 62 Prozent) zählt diese beiden Kriterien zu den wichtigsten Anforderungen. Idealerweise sollten die Kommunikationskanäle also nicht nur sicher (vertraulich, verlässlich und/oder rechtsverbindlich), sondern auch bequem (einfach, schnell, kostengünstig, ortsunabhängig) sein. 

In der praktischen Alltagskommunikation überwiegen nicht selten Convenience-Vorteile gegenüber Sicherheitsbedenken. Dennoch ist über einem Drittel der Befragten die Sicherheit der eigenen Daten wichtiger als eine einfache Handhabung. Dem stehen lediglich fünf Prozent gegenüber, denen eine „einfache unkomplizierte Bedienung“ explizit am wichtigsten ist. DIVSI-Direktor Matthias Kammer: „Dies weist auf ein grundsätzlich stark ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis in der Bevölkerung hin. Sicherheit scheint das Ideal, Convenience aber der konkrete Bedarf im eng getakteten Alltag.“

Während das Alter für die Nutzung der unterschiedlichen Kanäle weitgehend unerheblich ist, spielt der Bildungsstand bei der Wahl des Kommunikationsmittels eine Rolle: „Insgesamt können wir festhalten: Je höher der Bildungsstand ist, desto eher wird über alle verfügbaren Kanäle hinweg kommuniziert. Vor allem die historisch neuen, d.h. online verfügbaren Kanäle sind dabei an schriftliche Kommunikation gebunden. Die Bereitschaft, auf diese Art zu kommunizieren, ist wiederum eng mit dem Bildungsniveau verknüpft“, so Dr. Silke Borgstedt, die Direktorin des Bereichs „Sozialforschung“ des SINUS-Instituts.

Vertrauen, Verlässlichkeit und persönliche Beratung sind Kernanforderungen für privat-geschäftliche Kommunikation 

Grundsätzlich sind Vertraulichkeit, Verlässlichkeit und persönliche Beratung die zentralen Anforderungen an privat-geschäftliche Kommunikationskanäle. Wenn es um wichtige Informationen und Dokumente geht, ist für 55 Prozent ein zentrales Kriterium, dass Inhalte nicht mitgelesen werden können (Vertraulichkeit). Für etwa die Hälfte (49 Prozent) ist es zentral, sich darauf verlassen zu können, dass die Dokumente und Informationen ankommen. Daneben ist mehr als einem Drittel (38 Prozent) wichtig, bei diesen Angelegenheiten einen persönlichen Ansprechpartner zu haben.

Überblick der am häufigsten genannten Kommunikationsmittel:

Bei der privat-geschäftlichen Kommunikation bevorzugen die Menschen in Deutschland den direkten sprachlichen Austausch mit anderen: Das Telefonat ist das am häufigsten genutzte Kommunikationsmittel, egal, ob der Arzt, die Bank oder der Rechtsanwalt kontaktiert wird. Das persönliche Treffen folgt entweder an zweiter Stelle (Ärzte, Therapeuten etc. sowie Steuerberater, Anwälte etc.) oder rangiert jedenfalls unter den Top-5. 

Bei der privat-geschäftlichen Kommunikation bevorzugen die Menschen in Deutschland den direkten sprachlichen Austausch mit anderen: Das Telefonat ist das am häufigsten genutzte Kommunikationsmittel, egal, ob der Arzt, die Bank oder der Rechtsanwalt kontaktiert wird. Das persönliche Treffen folgt entweder an zweiter Stelle (Ärzte, Therapeuten etc. sowie Steuerberater, Anwälte etc.) oder rangiert jedenfalls unter den Top-5.

Inhalt der Studie

  • Vorwort
  • Einführung
    • Zentrale Forschungsfragen
    • Forschungsdesign: Methode und Stichprobe
  • Zentrale Befunde
  • Privat-geschäftliche Kommunikation – was ist das eigentlich?
    • Verständnis und Relevanz privat-geschäftlicher Kommunikation im Alltag
    • Wichtige Kanäle bei der privat-geschäftlichen Kommunikation – ohne das gesprochene Wort geht es nicht
    • Hauptgründe für den Verzicht auf privat-geschäftliche Online-Kommunikation
  • Anforderungen an Kommunikationskanäle im privat-geschäftlichen Bereich
    • Sicherheit ist wichtig – wird aber ganz unterschiedlich verstanden
    • Die Top-3-Anforderungen an privat-geschäftliche Kommunikation
    • Zum Verhältnis von Sicherheits- und Convenience-Anforderungen
    • Welche Informationen und Dokumente gelten als vertraulich?
    • Sicherheitsbewertung verschiedener Kommunikationskanäle
  • Relevanz des Briefs im Zeitalter digitaler Kommunikation
    • Brief und E-Mail im Vergleich
    • E-Mail vs. Brief: Vorbehalte und Gefahren
    • Das Briefgeheimnis in der digitalen Welt
  • Gefahreneinschätzung und Negativerfahrungen bei der privat-geschäftlichen Online-Kommunikation
  • Sicherheitsbedürfnis und Verantwortungszuschreibung
  • Schutzmaßnahmen
  • Unterschiede im privat-geschäftlichen Kommunikationsverhalten
    • Die Bedeutung des Alters
    • Die Bedeutung des Bildungsniveaus
    • Die Bedeutung der digitalen Lebenswelt
  • Fazit und Handlungsbedarf
  • Literatur
  • DIVSI Studien im Überblick

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