Konjunkturerwartung erreicht in Österreich neuen Höchststand

10. Apr 2018 • News • GfK Austria GmbH • Marktforschung • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft

Mit Jahresende 2017 wurden in Österreich die höchsten des Konsumklima gemessen, insbesondere die konjunkturellen Ausblicke sind sehr positiv. In fast ganz Europa macht sich Optimismus breit.


Nach den Wahlen und mit der Bildung einer neuen Regierung macht sich in Österreich ungebremster Optimismus breit: die Konjunkturerwartung erreichte mit 44,8 Zählern einen Höchstwert seit über 10 Jahren. Die Österreichische Bevölkerung ist damit knapp hinter der Einschätzung in der gleichlautenden Umfrage der Bundesrepublik Deutschland (45,2 Zähler). Im Vergleich mit den anderen Ländern ist Österreich damit in Bezug auf die Konjunkturstimmung auf Platz 2 in Europa. Verglichen mit Dezember 2016 war dies ein sattes Plus von 32,8 Zählern.

Die Stimmungslage hat eine anhaltende Aufwärtsentwicklung hinter sich: die Österreicherinnen und Österreicher vertrauen auf eine wachsende wirtschaftliche Leistung in Österreich. Verstärkt wird dieses Phänomen durch die Aufbruchsstimmung einer neuen Bundesregierung, anhaltend sich verbessernder Arbeitslosenzahlen und einer soliden Konsumlaune.

Angesichts der gut laufenden Wirtschaft gehen die Österreicher auch von deutlich steigenden Löhnen aus. Die Einkommenserwartung erreichte im Dezember 2017 mit 37,3 Punkten ebenfalls einen Jahreshöchstwert. Gegenüber Dezember 2016 verbesserte sich der Indikator deutlich um 18,3 Zähler.

Auch die Anschaffungsneigung lag im Dezember mit 31,0 Punkten auf ihrem Rekordwert des Jahres 2017 und damit dem höchsten Stand seit Dezember 2011.

Österreich einer der Treiber des Konsumklima in Europa

Die europäischen Verbraucher sehen die Wirtschaft im Aufwind. Im Durchschnitt aller EU-Länder stieg die Konjunkturerwartung im Dezember 2017 auf 17 Punkte, ein klares Plus von fünf Zählern im Vergleich zu September. Deutliche Zugewinne zeigten sich in Frankreich, Deutschland und Österreich. In Rumänien hingegen brach das Vertrauen der Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung vor dem Hintergrund der anhaltenden Regierungskrise drastisch ein. 

Die positiven Einschätzungen der Verbraucher decken sich mit den Daten der Europäischen Kommission, die für das Jahr 2017 eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts der EU-Länder von 2,3 Prozent erwartet. Die Einkommenserwartung legte im europäischen Durchschnitt von September auf Dezember 2017 um zwei Zähler leicht zu und erreichte 15 Punkte. Besonders positiv entwickelte sich die Erwartung höherer Löhne in Österreich und Slowenien. Die stärksten Einbußen zeigten sich auch hier in Rumänien. Die Anschaffungsneigung verbesserte sich im Vergleich zu September um einen Zähler auf 21 Punkte im Dezember. Die stärksten Zunahmen bei diesem Indikator verzeichnen Polen und Österreich.

Berechnung der ausgewählten Indikatoren Konjunktur-, und Einkommenserwartung sowie Anschaffungsneigung:

Grundlage der Ermittlung der Indikatoren sind so genannte Salden. Hier wird vom Anteil der Konsumenten, die positiv geantwortet haben (zum Beispiel: finanzielle Lage des Haushalts wird sich (viel) besser entwickeln), der Anteil derjenigen abgezogen, die negativ geantwortet haben (zum Beispiel: die finanzielle Lage des Haushalts wird sich (viel) schlechter entwickeln). In einem weiteren Schritt wird dieser Saldo mit gängigen statistischen Verfahren standardisiert und transformiert, so dass der langfristige Durchschnitt des Indikators bei 0 Punkten liegt und einen theoretischen Wertebereich von +100 bis -100 Punkten aufweist. Empirisch waren allerdings bislang seit dem Jahr 1980 meist Werte zwischen +60 und -60 Punkten realistisch. Zeigt ein Indikator einen positiven Wert, so ist die Bewertung dieser Größe durch den Konsumenten im langfristigen Vergleich überdurchschnittlich. Entsprechend umgekehrt ist es für negative Werte. Durch die Standardisierung können die Indikatoren unterschiedlicher Länder besser verglichen werden, da mentalitätsbedingte Niveauunterschiede im Antwortverhalten ausgeglichen werden, am grundsätzlichen Verlauf des Indikators dagegen nichts verändert wird.

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