Mehrheit der Geflüchteten betrachtet Deutschland als offenes und liberales Land

08. Aug 2017 • News • SINUS • Marktforschung • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Kultur • Religion

Die meisten Geflüchteten betrachten Deutschland als offenes und liberales Land - Sicherheit, Freiheit und Stabilität - Liberalität wird dabei meist als Vorzug und als Zeichen von Lebensqualität gesehen. Aber es gibt auch Irritationen. Einigen geht die liberale Haltung (Freizügigkeit, Sexualmoral, Alkoholkonsum etc.) deutlich zu weit.


SINUS-Studie zu den Migranten-Lebenswelten in Deutschland 2016

Unbestritten hat das Zukunftsthema Migration / Immigration einen enormen Einfluss auf die gesellschaftliche Situation in Deutschland. Vor diesem Hintergrund wurden im Zeitraum 2007/ 2008 zum ersten Mal die Lebenswelten und Lebensstile von Menschen mit unterschiedlichem Migrationshintergrund, so wie sie sich durch das Leben in Deutschland entwickelt haben, mit dem gesellschaftswissenschaftlichen Ansatz der Sinus-Milieus© untersucht. Ziel war ein unverfälschtes Kennenlernen und Verstehen der Alltagswelt von Migranten, ihrer Wertorientierungen, Lebensziele, Wünsche und Zukunftserwartungen. Im Ergebnis konnten acht Migrantenmilieus mit jeweils ganz unterschiedlichen Lebensauffassungen und Lebensweisen identifiziert und beschrieben werden.

In der Zwischenzeit hat sich durch die verstärkte Zu- und Abwanderung in der letzten Dekade und dem Flüchtlingszustrom der letzten Monate die Migrantenpopulation in Deutschland verändert. Zentral ist dabei die Frage, welche Segregations- und Assimilationstendenzen auszumachen sind: Welche Gruppen gehen allmählich in der Aufnahmegesellschaft auf, in welchen Gruppen zeigt sich hingegen Enttäuschung und Resignation (Abwanderungsgedanken, reaktive Aggression) aufgrund mangelnder Integrationsfortschritte?

In der Zwischenzeit hat sich durch die verstärkte Zu- und Abwanderung in der letzten Dekade und dem Flüchtlingszustrom der letzten Monate die Migrantenpopulation in Deutschland verändert. Zentral ist dabei die Frage, welche Segregations- und Assimilationstendenzen auszumachen sind: Welche Gruppen gehen allmählich in der Aufnahmegesellschaft auf, in welchen Gruppen zeigt sich hingegen Enttäuschung und Resignation (Abwanderungsgedanken, reaktive Aggression) aufgrund mangelnder Integrationsfortschritte?

Eine interdisziplinäre Projektgruppe, bestehend aus dem Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung vhw, dem Spezialisten für kleinräumliche Analysen der Migrationsdynamik microm und dem sozialwissenschaftlichen Institut SINUS, nimmt sich diesen Fragen seit Januar 2016 mit einer neuen empirischen Untersuchung an. Ziel ist eine Verstetigung der Migranten-Milieuforschung durch die Diagnose von Trendverschiebungen im Längsschnitt, eine Beschreibung der Veränderungen in der Migranten-Milieulandschaft und ein besseres Verständnis der aktuellen Integrationsdynamik. Kernthemen der Untersuchung sind kulturelle Identität, soziale Integration und gesellschaftliches Zusammenleben.

Die erste Projektphase, die qualitative Leitstudie, wird bis Ende 2016 abgeschlossen sein. Parallel dazu wird bereits an der Operationalisierung und Konstruktion des Fragebogens für die Repräsentativerhebung gearbeitet, die bis spätestens Ende 2017 belastbare Ergebnisse liefern soll.

Link zur Studie

Marktforschung wird immer komplexer – Jahr für Jahr. Gut, dass es die Gelegenheit gibt, über neue Themen nicht nur zu lesen, sondern sie praxisnah zu erleben. Kontakte in die ganze Welt zu knüpfen. Bestehende Kontakte zu intensivieren