Österreichischer Arbeitsmarkt von hoher Dynamik geprägt

18. Dez 2016 • News • Statistik Austria • Statistik • Wirtschaftsstatistik • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Arbeitswelt

8% der insgesamt rund 1 Mio. im Jahr 2010 neu aufgenommenen aktiven Beschäftigungsverhältnisse wurden innerhalb von zwei Jahren wieder beendet. Laut Ergebnissen der Registerbasierten Erwerbsverläufe (ERV) von Statistik Austria arbeiten 74% der Frauen und 81% der Männer nach zwei Jahren nicht mehr aktiv im selben Job. Die häufigsten Folgen der Beendigung der aktiven Erwerbstätigkeit innerhalb von zwei Jahren sind einerseits Arbeitslosigkeit (25%) bzw. zumeist kurzfristige Phasen als sonstige Nicht-Erwerbsperson (15%) und andererseits der Wechsel in ein anderes Beschäftigungsverhältnis (17%). Elternkarenz sowie andere temporäre Abwesenheiten sind hier kaum von Bedeutung.

Beendigung der aktiven Beschäftigung aufgrund von Karenz ist auch bei jungen Frauen nicht häufig

Nur 28% der Frauen im Alter von 25 bis 34 Jahren und 22% der gleichaltrigen Männer sind nach zwei Jahren noch im selben Job tätig. Dabei spielt Elternkarenz bei Frauen dieser Altersgruppe nur eine untergeordnete Rolle: Lediglich 9% der von 25- bis 34-jährigen Frauen neu aufgenommenen Jobs werden innerhalb von zwei Jahren aufgrund einer Elternkarenz unterbrochen oder beendet.

Frauen in den meisten Branchen länger als Männer im selben Job tätig

Nach Branchen betrachtet zeigen sich deutliche Unterschiede bei der Beschäftigungsdauer 25- bis 34-Jähriger. Im Verkehrswesen, bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen sowie im öffentlichen Bereich ist der Anteil der 25- bis 34-jährigen Frauen mit einer Beschäftigungsdauer von mindestens zwei Jahren höher als jener der gleichaltrigen Männer. Im Bauwesen ist der Unterschied (Frauen 32%; Männer 13%) besonders groß. Der Grund dafür liegt aber in erster Linie in den unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen von Frauen und Männern in dieser Branche: Während Männer im Bauwesen häufig einer Saisonbeschäftigung nachgehen, sind Frauen in stärkerem Ausmaß in jahresdurchgängigen Beschäftigungsverhältnissen zu finden.

In der Informations- und Kommunikationsbranche, im Produktionsbereich sowie bei den freiberuflichen und technischen Dienstleistungen dauern hingegen die Beschäftigungsverhältnisse der Männer länger als jene der Frauen.

Beschäftigungsdauer von Frauen mit niedriger Bildung länger als jene von Männern

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Beschäftigungsverhältnis nach zwei Jahren noch besteht, ist bei 25- bis 34-jährigen Personen mit einem Hochschulabschluss zwar am höchsten, allerdings liegt der Anteil bei Männern (43%) über jenem von Frauen (37%). Bei Personen der gleichen Altersklasse mit Abschluss einer Lehre oder berufsbildenden mittleren Schule und vor allem bei Personen mit maximal Pflichtschulabschluss ist der Anteil der Beschäftigungsverhältnisse, die nach zwei Jahren noch aufrecht sind, viel niedriger. Der Anteil von Frauen ist hier jedoch deutlich höher als jener der Männer. Kaum einen Unterschied gibt es bei Personen mit Matura als höchstem Bildungsabschluss – 31% der Frauen und 32% der Männer sind nach zwei Jahren noch im selben Job tätig.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie im Schnellbericht "Fluktuationswahrscheinlichkeiten von Frauen und Männern

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