Pflege unter Druck?

27. Jun 2014 • News • Institut für empirische Sozialforschung (IFES) • Marktforschung • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Gesundheit

Eine aktuelle Untersuchung des IFES im Auftrag der AK Oberösterreich zeigt, dass Beschäftigte in den oberösterreichischen Spitälern stark unter Zeitdruck sowie bürokratischen und organisatorischen Anforderungen leiden.

Pflege unter Druck?

Eine aktuelle Untersuchung des IFES im Auftrag der AK Oberösterreich zeigt, dass Beschäftigte in den oberösterreichischen Spitälern stark unter Zeitdruck sowie bürokratischen und organisatorischen Anforderungen leiden. Sie sind besorgt, dass sich diese Probleme durch die Spitalsreform noch verschärfen könnten. Datenbasis für die Studie ist eine telefonische Befragung unter 500 Beschäftigten des Gesundheitssektors in Oberösterreich, von denen rund 60% den Landeskrankenhäusern zuzurechnen sind.

Auch die österreichweit repräsentative Befragung von 538 Beschäftigten des Gesundheitssektors im Rahmen des von IFES regelmäßig erhobenen "Österreichischen Arbeitsgesundheitsmonitors" belegt für die Beschäftigten im Gesundheitswesen eine Reihe von spezifischen Erschwernissen: So fühlen sich etwa 46 Prozent der Gesundheitsbeschäftigten durch ihre aufreibende Arbeit psychisch-seelisch belastet. Im Durchschnitt aller Berufsgruppen sind es nur 13 Prozent. Deutlich über dem Schnitt liegende Belastungen registrieren Angehörige der Gesundheitsberufe weiters durch Zeitdruck, aber auch durch körperliche Anstrengungen, etwa infolge von Hebe- und Tragetätigkeiten. Daraus resultieren auch spezifische Gesundheitsbeeinträchtigungen, insbesondere des Bewegungs- und Stützapparates, aber auch Schlafstörungen und Erschöpfungserscheinungen. 42 Prozent der Beschäftigten geben an, auch krank zur Arbeit zu gehen – aus Rücksicht auf die Kollegen/-innen, um Ausfälle abzufangen, weil zu wenig Personal da ist. Jede/-r Fünfte geht krank zur Arbeit, weil sie/er Konsequenzen fürchtet.

Durch die oberösterreichische Spitalsreform werden jedoch keine Verbesserungen für die eigene Arbeitssituation erwartet, im Gegenteil: "sehr positiv" beurteilt die Reform in den Landeskrankenhäusern niemand der Befragten, 5 Prozent können dem Urteil "eher positiv" zustimmen, knapp acht von zehn befürchten jedoch mehr oder weniger negative Auswirkungen.

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