Produzierender Bereich mit Umsatzplus von 6,8% im Jahr 2017

04. Apr 2018 • News • Statistik Austria • Wirtschaftsstatistik • Bau & Wohnen • Produktion • Energie & Bergbau • Branchenübergreifend

Ende Dezember 2017 waren in den 65.252 Unternehmen (+1,5% im Vorjahresvergleich) des gesamten Produzierenden Bereichs (Sachgüterbereich und Bau) 909.034 unselbständig Beschäftigte (+1,1%) tätig, die im gesamten Jahr 2017 Umsatzerlöse in Höhe von 277,3 Mrd. Euro realisieren konnten, somit ein Plus von 6,8%.


Arbeitstägig bereinigt ergab sich im Vergleich zum Vorjahr für den gesamten Produzierenden Bereich ein Umsatzplus von 7,4%. Im Bau wurden von 34.874 Unternehmen (+0,8%) rund 46,6 Mrd. Euro (+3,5% bzw. +4,3% bei arbeitstägiger Bereinigung) umgesetzt, wie aktuelle Daten von Statistik Austria zeigen.

Unternehmen: Plus bei Beschäftigung und Umsatz

65.252 Unternehmen (+1,5% gegenüber Dezember 2016) mit insgesamt 909.034 unselbständig Beschäftigten (+1,1%) konnten Ende Dezember 2017 im gesamten Produzierenden Bereich (Abschnitte B bis F der ÖNACE 2008) gezählt werden. Von diesen Unternehmen wurde im Jahr 2017 insgesamt eine Brutto-Verdienstsumme (inkl. Brutto-Sonderzahlungen und Brutto-Abfertigungen) von 39,4 Mrd. Euro aufgewendet, das sind um 2,8% mehr als im Vergleichszeitraum 2016. Gleichzeitig erreichten die Umsatzerlöse 277,3 Mrd. Euro und lagen damit um 6,8% über dem Niveau des Vorjahres. Arbeitstägig bereinigt ergab sich im Vergleich zur Vorjahresperiode für den gesamten Produzierenden Bereich ein Plus von 7,4%. Somit setzte ein Unternehmen des Produzierenden Bereichs im Jahr 2017 mit durchschnittlich 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern etwas mehr als 4,2 Mio. Euro um (siehe Tabelle 1).

Der Schwerpunkt der Aktivitäten im Produzierenden Bereich lag im Bereich "Herstellung von Waren (inklusive Bergbau)", in dem Ende Dezember 2017 mit 25.818 knapp zwei Fünftel (39,6%) aller Unternehmen und rund zwei Drittel (625.861 bzw. 68,8%) aller unselbständig Beschäftigten des Produzierenden Bereichs tätig waren. Diese erzielten im Jahr 2017 mit 186,1 Mrd. Euro auch rund zwei Drittel (67,1%) der gesamten Umsatzerlöse. Die 34.874 Unternehmen im Bau (Abschnitt F der ÖNACE 2008) entsprachen einem Anteil von 53,4% und erwirtschafteten mit 238.771 bzw. 26,3% der unselbständig Beschäftigten einen Umsatz in Höhe von 46,6 Mrd. Euro (anteilig 16,8%).

Betriebe: Plus bei Beschäftigung, Arbeitsvolumen und Produktion

Produzierender Bereich insgesamt: Beschäftigung +1,1%, Arbeitsvolumen +1,3%, Produktion +6,9%

Die 65.833 Betriebe (+1,5% gegenüber Dezember 2016) des Produzierenden Bereichs (Sachgüterbereich und Bau) hatten Ende Dezember 2017 insgesamt 907.868 unselbständig Beschäftigte (+1,1%). Den in der Berichtsperiode Jänner bis Dezember 2017 ausgewiesenen Brutto-Verdiensten (inklusive Brutto-Sonderzahlungen und Brutto-Abfertigungen) in Höhe von etwa 39,4 Mrd. Euro (+2,8%) stand ein geleistetes Arbeitsvolumen der unselbständig Beschäftigten von rund 1.480,3 Mio. Arbeitsstunden (+1,3%) gegenüber. Die im gesamten Produzierenden Bereich auf dem Markt abgesetzten Güter und Leistungen repräsentierten einen Wert von 273,8 Mrd. Euro und lagen damit auf Jahressicht – absolut gesehen – deutlich über dem Vorjahresniveau (+6,9%). Unter Berücksichtigung der Arbeitstage wäre der Produktionswert um 7,5% angestiegen (siehe Tabelle 2).

Oberösterreich erwirtschaftete dabei mit einem Anteil von 17,8% der Betriebe 24,1% der gesamten abgesetzten Produktion Österreichs, gefolgt von Wien (13,4% der Betriebe bzw. 17,8% der abgesetzten Produktion), Niederösterreich (18,5% bzw. 16,6%) und der Steiermark (je 14,6%). Dabei waren in Oberösterreich knapp ein Viertel, in Niederösterreich und der Steiermark je rund ein Sechstel und in Wien rund ein Achtel aller unselbständig Beschäftigten tätig (siehe Tabelle 3).

Produktionsplus im Sachgüterbereich

Gegenüber dem Vorjahr stieg die Produktion im gesamten Sachgüterbereich (Abschnitte B bis E der ÖNACE 2008) nominell um 7,6% auf 227,2 Mrd. Euro. Dieses Plus basierte im Wesentlichen auf der positiven Entwicklung einer Vielzahl von Branchen im Sachgüterbereich, wobei die Abteilungen "Metallerzeugung und -bearbeitung" (+17,8%, absolut 16,7 Mrd. Euro), "Energieversorgung" (+13,5%, 38,1 Mrd. Euro), "Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen" (+12,4%, 7,3 Mrd. Euro) sowie "Herstellung von elektrischen Ausrüstungen" (+10,8%, 13,0 Mrd. Euro) im Jahr 2017 besonders prosperierten. Einen Rückgang innerhalb der zehn größten Branchen des Sachgüterbereichs gab es lediglich bei der "Herstellung von chemischen Erzeugnissen" (-0,9% bzw. 7,5 Mrd. Euro; siehe Tabelle 4).

Bau mit Produktionsplus

Im Jahr 2017 erwirtschafteten die 34.972 Betriebe (+0,8%) der österreichischen Bauunternehmen im Vergleich zur Vorjahresperiode einen abgesetzten Produktionswert von 46,6 Mrd. Euro. Das entspricht einem nominellen Plus von 3,4% im Vergleich zur Vorjahresperiode. Betrachtet man den arbeitstägig bereinigten Produktionswert, ergibt sich ein Plus von 4,2% gegenüber Jänner bis Dezember 2016 (siehe Tabelle 2).

Zuwächse verbuchten dabei vor allem die Hochbausparte "Wohnungs- und Siedlungsbau" (+7,0%) sowie die Tiefbausparten "Tunnelbau" (+18,2%) und "Kabelnetzleitungstiefbau" (+46,8% – wobei hier berücksichtigt werden muss, dass die absolute Veränderung dieser Tiefbaubranche insgesamt eine sehr untergeordnete Rolle einnimmt). Einen Rückgang wiesen hingegen die Bausparten "Bau von Bahnverkehrsstrecken" (-39,7%) und "Sonstiger Tiefbau anderweitig nicht genannt" (-20,3%) auf (siehe Tabelle 5).

Die abgesetzte Produktion der Bautätigkeit für den öffentlichen Sektor lag in der Berichtsperiode Jänner bis Dezember 2017 mit 8,0 Mrd. Euro um 2,0% über jener des Vorjahres. Die (absolut gesehen) höchsten öffentlichen Investitionen gab es dabei in den Teilsparten "Bau von Straßen" (2,1 Mrd. Euro), "Sonstiger Hochbau" (1,3 Mrd. Euro) sowie "Wohnungs- und Siedlungsbau" (1,2 Mrd. Euro).

Von den wirtschaftlich bedeutsamsten Bausparten verzeichneten der "Tunnelbau" (+21,6%) sowie der "Wohnungs- und Siedlungsbau" (+17,4%) den höchsten Anstieg gegenüber dem Vorjahr im öffentlichen Bereich. Rückgänge beim öffentlichen Produktionsvolumen gab es hingegen in den Teilsparten "Bau von Bahnverkehrsstrecken" (-40,8%), "Bauinstallation" (-28,7%), "Brücken- und Hochstraßenbau" (-17,2%) sowie "Sonstiger Ausbau" (-14,3%).

Regional betrachtet wiesen das Burgenland (+16,8%), Tirol (+7,8%) und Kärnten (+4,9%) die höchsten Produktionssteigerungen im Vergleich zur Vorjahresperiode auf. Einen leichten Rückgang gab es hingegen lediglich in Salzburg (-0,5%; siehe Tabelle 6).

Ende Dezember 2017 hatten die österreichischen Baubetriebe (ohne Baunebengewerbe) Auftragsbestände im Ausmaß von insgesamt 12,5 Mrd. Euro (+19,8%). Auf Bundesländerebene erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr die Auftragsbestände in allen Bundesländern. Dabei gab es in Vorarlberg bei einem Volumen von 683,7 Mio. Euro mit +175,8% die höchsten Zuwächse, gefolgt von Kärnten (+38,2% bzw. 628,3 Mio. Euro), Oberösterreich (+26,1% bzw. 2,5 Mrd. Euro) und der Steiermark (+21,9% bzw. 1,3 Mrd. Euro).

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