Rauchverbot in der Gastronomie: Auf den Gehsteigen wird es eng

06. Aug 2017 • News • KREUTZER FISCHER & PARTNER • Marktforschung • Statistik • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Gesundheit • Tourismus, Freizeit & Sport • Gastronomie

Falls es sich die nächste Bundesregierung nicht anders überlegt, tritt in zehn Monaten das uneingeschränkte Rauchverbot in der Gastronomie in Kraft. Knapp vierzig Prozent der Gäste stehen dann zum Rauchen vor der Tür, zeigt eine aktuelle Erhebung von KREUTZER FISCHER & PARTNER.


Raucher sind in Österreich zweifelsohne eine Minderheit. Laut einer Eurostat-Befragung aus dem Vorjahr liegt der Anteil der aktiven Raucher an der österreichischen Bevölkerung nur noch bei 29 Prozent. Der Anteil der „Täglichen Raucher“ tendiert bereits stark Richtung zwanzig Prozent. Zudem akzeptieren viele Raucher den vielerorts bereits vollständig umgesetzten Nichtraucherschutz und gehen schon heute zum Rauchen vor die Tür. Ab 1. Mai 2018 könnte es auf den Gehsteigen allerdings etwas eng werden, liegt doch der Anteil der Raucher unter den Lokalbesuchern mit 38 Prozent deutlich über dem repräsentativen Bevölkerungsdurchschnitt.

Anteil der Raucher sinkt mit dem Alter rasch

Im Mai 2017 hat KREUTZER FISCHER & PARTNER in einer repräsentativen Telefonbefragung bei 945 Personen ab 15 Jahren neben dem Raucherstatus auch die Häufigkeit von Lokalbesuchen erhoben. Hinsichtlich der Raucherquoten brachte die Erhebung die erwarteten Ergebnisse. Bezogen auf die gesamte Bevölkerung liegt der Anteil der aktiven Raucher bei 29 Prozent. Bei den Männern bezeichneten sich 32 Prozent als Raucher, bei den Frauen waren es 26 Prozent. Der Anteil der Raucher nimmt mit dem Alter rasch ab. Während zwischen 15 und 29 Jahren 38 Prozent zumindest gelegentlich zum Glimmstängel greifen, sind es in der Altersgruppe 60plus nur noch 13 Prozent.

Rund 70 Prozent aller Lokalbesuche von Personen unter 45 Jahren

Allerdings hat diese Verteilung für die Gastronomie wenig Aussagekraft. Denn zum einen sind Raucher tendenziell stärker „Lokalgeher“, zum anderen nimmt die Häufigkeit von Lokalbesuchen mit dem Alter rasch ab. Hochgerechnet auf die österreichische Bevölkerung ergeben sich jährlich rund 604 Millionen Lokalbesuche. Davon entfallen alleine 39 Prozent auf die Altersgruppe 15-29 Jahre. Das entspricht knapp dem Doppelten ihres Bevölkerungsanteils. Anders ausgedrückt: Die unter 30-jährigen besuchen mit durchschnittlich 150 Lokalen pro Jahr nahezu doppelt so viele wie der Durchschnitt der Bevölkerung (durchschnittlich 82 Lokalbesuche pro Person). Weitere knapp 31 Prozent aller Lokalbesuche (durchschnittlich 109 Lokalbesuche/Person) entfallen auf die Alterskohorte 30 - 44 Jahre. Insgesamt sind daher Personen unter 45 Jahren für rund 70 Prozent aller Lokalbesuche verantwortlich. Und bis zu diesem Alter liegt die Raucherquote bei durchschnittlich knapp 37 Prozent. Zudem frequentieren Raucher – ganz unabhängig von ihrem Alter – Gastronomiebetriebe durchgehend häufiger als Nicht-Raucher. Am geringsten ist der Unterschied mit rund zehn Prozent in der jüngsten Altersgruppe, vergrößert sich mit zunehmendem Alter jedoch erheblich. Bei Personen im Alter 60plus haben Raucher die doppelte Besuchsfrequenz der Nichtraucher. Nichtsdestotrotz ist die Anzahl der Lokalbesuche in dieser Alterskohorte überschaubar. Mit einem Anteil von lediglich sieben Prozent (durchschnittlich 21 Lokalbesuche pro Jahr) sind Personen knapp unterm oder im Rentenalter nur noch für wenige Gastronomen eine entscheidende Zielgruppe, auch wenn ihr Anteil an der Bevölkerung bei 30 Prozent liegt.

Link zur Studie

Studiendesign:

Repräsentative Befragung der österreichischen Bevölkerung ab 15 Jahren
Erhebungsmethodik: Telefonbefragung
Stichprobe: n=945
Erhebungszeitraum: Mai 2017
Standardabweichung: max. 2,2 Prozentpunkte.

 

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