Schwellenangst bei Wertpapierinvestments in Österreich weit verbreitet

24. Okt 2018 • News • marketagent • Marktforschung • Finanzdienste

Klassische Sparformen sind auch 2018 die häufigste Anlagevariante, obwohl damit reale Verluste erzielt werden und mehr Menschen sparen als dafür echtes Interesse besteht. Gewohnheit, Scheu vor Komplexität und potenzielle Verlustrisiken sind Hauptbarrieren für Anlageformen mit attraktiveren Renditechancen. Eine Anlegertypologie zeigt: die „Vorsichtigen“ und die „Risikovermeider“ sind in Österreich klare Spitzenreiter, die „Moderaten“ zeigen sich begeistert von ihren Anlageerfolgen.


Interesse an Spar- und Anlageformen und ihre tatsächliche Nutzung

Sparen ist nach wie vor beliebt und wird von den meisten Bankkundinnen und -kunden genutzt. Obwohl das klassische Sparen, ob mit Sparbuch, Karte oder online, von immer mehr Menschen als kein "gutes Geschäft" mehr gesehen wird: Die Gruppe der Konsumentinnen und Konsumenten, die diese Sparform als interessant sehen, ist inzwischen niedriger als der Anteil der Nutzer. • Dagegen werden Wertpapiere inzwischen von mehr Bankkundinnen und -kunden (einem Fünftel) als besonders interessante Anlageform gesehen, wesentlich mehr, als sie tatsächlich nutzen. Wertpapiere weisen also ein deutliches, ungenutztes Potenzial – im Sinne Interesse vs. tatsächlicher Nutzung – aus. Neben den aktuellen Wertpapiernutzern (16%) findet sich noch eine relevante Zahl an früheren Wertpapierbesitzern (21%), die aktuell nicht mehr in diese Anlageform investieren.

  • Sparen ist nach wie vor beliebt und wird von den meisten Bankkundinnen und -kunden genutzt. Obwohl das klassische Sparen, ob mit Sparbuch, Karte oder online, von immer mehr Menschen als kein "gutes Geschäft" mehr gesehen wird: Die Gruppe der Konsumentinnen und Konsumenten, die diese Sparform als interessant sehen, ist inzwischen niedriger als der Anteil der Nutzer. •
  • Dagegen werden Wertpapiere inzwischen von mehr Bankkundinnen und -kunden (einem Fünftel) als besonders interessante Anlageform gesehen, wesentlich mehr, als sie tatsächlich nutzen. Wertpapiere weisen also ein deutliches, ungenutztes Potenzial – im Sinne Interesse vs. tatsächlicher Nutzung – aus. Neben den aktuellen Wertpapiernutzern (16%) findet sich noch eine relevante Zahl an früheren Wertpapierbesitzern (21%), die aktuell nicht mehr in diese Anlageform investieren.
  • Dafür sind mehrere Aspekte verantwortlich:
    • Gewohnheit: Das erste Sparbuch / die erste Sparkarte wird oft schon im Kindesalter realisiert. Ohne einschneidende Ereignisse von außen (z.B. Erbe) wird das mitunter lebenslang nicht entscheidend hinterfragt.
    • Vermeidung von Komplexität: Die Nutzung von Sparbüchern, Sparkarten, Bausparen ist sowohl prozessual als auch inhaltlich vergleichsweise wenig komplex. Die Vermeidung von erhöhter Komplexität, die mit anderen Veranlagungsformen einhergeht, ist für viele Konsumenten ein Argument gegen Veranlagungen und für klassische Sparformen.
    • Bewertung von Risiken: Da für die große Mehrheit der sparenden Bevölkerung Sparmotive wie "Notgroschen" oder "für die Kinder sparen" zentral sind, ist die Vermeidung von Verlustrisiken entscheidend. Die sichere "schleichende Enteignung" von Konsumenten, die Spareinlagen halten, die unter der Inflationsrate verzinst sind, wird offenbar als "Preis" für die vollkommene Sicherheit akzeptiert.

Spar- und Anlagetypologie in Österreich

  • Knapp die Hälfte der Österreichischen Bevölkerung (45%) stuft sich selbst als Vorsichtiger Sparer / Veranlager ein und zählt damit zu der Gruppe der "Vorsichtigen". Klassische Sparprodukte sind akzeptiert, Wertpapiere nicht. Diese Gruppe schließt Veranlagungen für sich auch für die Zukunft eher aus.
  • Ergänzend zu den "Vorsichtigen" sind auch die "Risikovermeider" zu erwähnen. Diese Gruppe ist deutlich kleiner (17%), aber auch expliziter in den Stellungnahmen gegen Veranlagungen mit Risiko. Der Grund: Negative Erfahrungen in der Vergangenheit.
  • Ungefähr 1/3 (34%) stuft sich selbst als moderat risikobereit ein und zählt daher zu den "Moderaten". Das schließt auch die Veranlagung in Wertpapiere mit ein. Nicht mit dem Hintergrund, das "schnelle Geld" zu machen, sondern langfristig Geld mit guter Rendite zu veranlagen.
  • Der klar risikobereite Investor stellt in Österreich eine klare Minderheit dar (4%). Die "Risikobereiten" sind tendenziell jung und männlich und haben aus den positiven Marktentwicklungen der letzten Jahre einen deutlichen Optimismus betreffend ihrer Investments entwickelt.

Weltspartag

  • Das Interesse am Weltspartag bleibt im Langzeit-Trend konstant. So wollen auch heuer wieder ca. 1,5 Millionen Österreicher am Weltspartag eine Bankfiliale aufsuchen. Auch, oder gerade, in Zeiten von fortschreitender Digitalisierung im Finanzbereich ist der persönliche, vertrauensfördernde Kontakt zur Bank für viele Österreicherinnen und Österreicher wichtig.
  • Auch der (Finanz-)Erziehungscharakter des Weltspartags ist weiterhin lebendig: Sparen wird für die Kinder / Enkelkinder sichtbar "institutionalisiert" und – in Form von Geschenken – auch belohnt. Nach wie vor ein wesentlicher Beweggrund, um am Weltspartag seine Bankfiliale aufzusuchen.

Informationen zur Studie und zum Thema Anlageverhalten:

gunther.oswalder@marktmeinungmensch.at
+436643314900

Context Marketing