Teilzeitjobs lassen Erwerbstätigkeit im 2. Quartal 2014 weiter steigen; etwas mehr Arbeitslose

11. Sep 2014 • Pressemeldung • Statistik Austria • Wirtschaftsstatistik • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Arbeitswelt

Im 2. Quartal 2014 waren laut Statistik Austria 4.222.200 Personen in Österreich erwerbstätig und 206.600 arbeitslos (internationale Definition). Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im Jahresabstand insgesamt um 49.800, was auf ein deutliches Plus bei Teilzeiterwerbstätigen (+86.000) zurückgeht, das durch ein Minus bei Vollzeiterwerbstätigen (-36.200) abgeschwächt wurde. Die Zahl der Arbeitslosen (206.600) und die Arbeitslosenquote (4,7%) befanden sich im 2. Quartal 2014 leicht über dem Vorjahresniveau (196.600 bzw. 4,5%). Diesen arbeitslosen Personen standen 61.000 offene Stellen gegenüber, etwas weniger als im 2. Quartal des Vorjahres (66.700).

Höhere Erwerbstätigenquoten bei Frauen und Älteren

Der Anteil der Erwerbstätigen an der Wohnbevölkerung im Haupterwerbsalter (15 bis 64 Jahre) erhöhte sich im Jahresvergleich von 72,5% im 2. Quartal 2013 auf 72,8% im aktuellen Quartal. Bei Frauen kletterte die Erwerbstätigenquote von 67,7% auf 68,6%, bei Männern hingegen sank sie geringfügig (von 77,3% auf 77,1%). Eine höhere Erwerbstätigenquote zeigte sich insbesondere bei älteren Männern und Frauen (55 bis 64 Jahre; +2,4 Prozentpunkte auf 47,7%).

Anstieg bei Unselbständigen und Mithelfenden, etwas weniger Selbständige

Das Plus bei den Erwerbstätigen im Vergleich zum 2. Quartal 2013 (+49.800) betraf überwiegend Unselbständige (+44.800 auf 3.654.500) und hier zu zwei Drittel Frauen (+29.500). Mehr Erwerbstätige gab es im Jahresabstand besonders im Bereich "Erziehung und Unterricht" (meist Frauen), aber auch im Bereich "Information und Kommunikation" (überwiegend Männer).

Die Anzahl der Selbständigen und Mithelfenden hat sich in Summe gegenüber dem Vorjahr mit 567.600 nur wenig verändert, allerdings gab es zwischen Selbständigen und Mithelfenden entgegengesetzte Entwicklungen. So nahm die Zahl der Mithelfenden um 12.300 zu, während jene der Selbständigen um 7.300 zurückging.

Deutlicher Teilzeitzuwachs bei Frauen und Männern, zugleich Abbau von Vollzeitstellen

1.189.000 Erwerbstätige (28,2%) arbeiteten im 2. Quartal 2014 in Teilzeit. Sowohl die Anzahl der Teilzeitbeschäftigten als auch die Teilzeitquote stiegen im Vergleich zum 2. Quartal des Vorjahres deutlich an (insgesamt: +86.000 bzw. +1,7 Prozentpunkte auf 28,2%). Das Plus bei den Teilzeitstellen verteilte sich auf unselbständig Beschäftigte (+66.100) und Selbständige/Mithelfende (+19.900).

Bei den Unselbständigen gab es 39.000 mehr Frauen und 27.100 mehr Männer in Teilzeitarbeit, was die Teilzeitquote gegenüber dem Vorjahr jeweils um 1,4 Prozentpunkte auf 47,6% bzw. 9,5% erhöhte. Den 66.100 neuen Teilzeitjobs stand ein Minus von 21.300 Vollzeitstellen – fast so viele von Frauen wie von Männern – gegenüber. Umverteilungen von Vollzeit auf Teilzeit waren bereits in den Quartalsergebnissen der Krisenjahre 2009 und 2010 und nun wieder seit dem 4. Quartal 2012 zu beobachten.

Arbeitslosigkeit auf dem Niveau des Vorjahres

Die Zahl der Arbeitslosen stieg vom 2. Quartal 2013 (196.600) zum 2. Quartal 2014 (206.600) leicht an, die Arbeitslosenquote bewegte sich mit 4,7% ebenfalls etwas über dem Vorjahresniveau (4,5%). Die Quote der Männer erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr (von 4,7% auf 5,0%), jene der Frauen blieb nahezu unverändert (4,3%). Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit war auf keine spezifische Alters- oder Bildungsstufe konzentriert.

Methodische Informationen, Definitionen: Bei den hier präsentierten Ergebnissen zu Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit handelt es sich um Daten aus dem Programm der "Europäischen Arbeitskräfteerhebung", die in Österreich im Rahmen des Mikrozensus durchgeführt wird. Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung in Haushalten, bei der Woche für Woche ca. 1.500 Haushalte befragt werden.  
Die Europäische Arbeitskräfteerhebung findet in allen Mitgliedsländern der EU statt. Dabei werden in zufällig ausgewählten privaten Haushalten in standardisierter Form Informationen zur Erwerbstätigkeit und zur Suche nach Arbeit erhoben. Diese Daten werden anschließend auf die jeweilige Bevölkerungszahl hochgerechnet. Als erwerbstätig gelten nach den hier angewandten internationalen Richtlinien Personen, die in der Referenzwoche mindestens eine Stunde gearbeitet haben oder die wegen Urlaub, Krankheit usw. nicht gearbeitet haben, aber normalerweise einer Beschäftigung nachgehen. Präsenz- und Zivildiener sind ausgeschlossen. Als arbeitslos gelten Personen, die im Sinne dieses Konzeptes nicht erwerbstätig sind, innerhalb der nächsten beiden Wochen nach der Referenzwoche eine Arbeit aufnehmen können und während der vier vorhergehenden Wochen aktiv eine Arbeit gesucht haben oder nur deshalb nicht gesucht haben, weil sie bereits eine Arbeit gefunden haben, die sie innerhalb von drei Monaten aufnehmen werden. Das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) verwendet diese Informationen aus den Mitgliedsländern v. a. um vergleichende Statistiken und Gesamtwerte zu erstellen und zu publizieren. Bei den in dieser Mitteilung publizierten Zahlen handelt es sich um saisonal nicht bereinigte Werte.  
Die Erwerbstätigenquote bezieht die Erwerbstätigen im Alter von 15 bis 64 auf die gleichaltrige Bevölkerung. Die Arbeitslosenquote berechnet sich als Anteil der Arbeitslosen an den Erwerbstätigen plus Arbeitslosen im Alter von 15 bis 74 Jahren. Die hier präsentierten Zahlen zu Teilzeitarbeit basieren auf der direkten Frage nach Teilzeitarbeit. 
Die Zahl offener Stellen stammt aus der Offenen-Stellen-Erhebung von Statistik Austria, die seit dem ersten Quartal 2009 für die Wirtschaftsabschnitte B bis S (ÖNACE 2008) laufend durchgeführt wird. Insgesamt werden pro Quartal rund 6.000 Unternehmen befragt. Seit dem ersten Quartal 2010 ist diese Erhebung in den Mitgliedsländern der EU verpflichtend durchzuführen.

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:  
Mag. Melitta FASCHING, Tel.: +43 (1) 71128-7637 bzw. melitta.fasching@statistik.gv.at und  
Mag. Käthe KNITTLER, Tel.: +43 (1) 71128-7906 bzw. kaethe.knittler@statistik.gv.at

Hauptergebnisse der Arbeitsmarktstatistik (internationale Definitionen) 2014 und 2013, Quartale

  Quartal
2/2014 1/2014 4/2013 3/2013 2/2013
Erwerbstätigkeit nach ILO-Konzept          
Erwerbstätige 4.222.200 4.138.600 4.189.300 4.230.700 4.172.400
Erwerbstätigenquote1) der 15- bis 64-Jährigen 72,8% 71,5% 72,4% 73,3% 72,5%
  Männer 77,1% 75,7% 77,4% 78,3% 77,3%
  Frauen 68,6% 67,2% 67,5% 68,5% 67,7%
Teilzeitquote2) 28,2% 28,1% 27,3% 26,2% 26,4%
  Männer 11,2% 11,3% 10,7% 9,8% 9,6%
  Frauen 47,2% 46,9% 46,4% 44,8% 45,6%
Unselbständig Erwerbstätige 3.654.500 3.586.100 3.633.500 3.675.800 3.609.700
  Männer 1.880.900 1.850.500 1.892.700 1.912.600 1.865.600
  Frauen 1.773.600 1.735.600 1.740.800 1.763.200 1.744.100
Teilzeitquote2) Unselbständige 28,0% 27,7% 27,0% 26,0% 26,5%
  Männer 9,5% 9,4% 8,9% 8,5% 8,1%
  Frauen 47,6% 47,2% 46,7% 45,1% 46,2%
Arbeitslosigkeit nach ILO-Konzept          
Arbeitslose 206.600 234.200 218.400 213.400 196.600
Arbeitslosenquote3) 4,7% 5,4% 5,0% 4,8% 4,5%
  Männer 5,0% 5,4% 4,7% 4,7% 4,7%
  Frauen 4,3% 5,3% 5,3% 4,9% 4,4%
Staatsangehörigkeit          
  Österreich 4,0% 4,5% 4,3% 4,3% 3,9%
  Ausland 9,1% 11,4% 9,8% 8,2% 8,8%
Jugendliche (15 bis 24 Jahre) 8,2% 10,6% 9,5% 9,5% 8,4%
Ältere (55 bis 64 Jahre) 3,1% 3,5% 3,5% 3,5% 3,0%
Offene Stellen          
Offene Stellen (ÖNACE 2008 B-S) 61.000 63.300 63.100 60.900 66.700
Offene-Stellen-Quote4) 1,6% 1,7% 1,7% 1,6% 1,8%

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