WKNÖ-Studie Breitbandausbau: 94,1 Prozent der Unternehmer fordern Glasfaser-Netz

30. Apr 2015 • News • Wirtschaftskammer • Marktforschung • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Online & IKT & Elektronik

(OTS) Eine Studie der FH Wr. Neustadt zeigt, welche Relevanz der Internetanschluss im Allgemeinen für die befragten UnternehmerInnen in den Bezirken Amstetten und Scheibbs hat , wie diese ihre momentane Internetversorgung bewerten und ob sie einen Bedarf hinsichtlich des Glasfaserbreitbandausbaus im Mostviertel sehen.

St.Pölten (OTS) - In den Bezirken Amstetten und Scheibbs traten zahlreiche Unternehmen an die Bezirksstellen der Wirtschaftskammer NÖ heran und forderten einen Ausbau des Glasfasernetzes. Die WKNÖ führte daher gemeinsam mit der FH Wiener Neustadt, Campus Wieselburg eine großangelegte Bedarfserhebung unter den Unternehmen durch. "Fast 95 Prozent fordern den Ausbau des Glasfaserbreitbands. Und fast 90 Prozent wollen einen schnellen Anschluss innerhalb der nächsten drei Jahre", sagt Wirtschaftskammer NÖ-Präsidentin Sonja Zwazl.

Der Fragebogen der FH Wieselburg wurde an 4.000 Unternehmen in den beiden Bezirken geschickt, fast 1.000 nutzten die Gelegenheit und beantworteten diesen. "Wir haben zunächst den Ist-Zustand der Internetversorgung abgefragt und danach die Wunschversorgung. Abschließend konnten die Firmen noch ihre Dringlichkeit angeben", erklärt Studienautorin Julia Krall von der FH Wieselburg.

Die wichtigsten Ergebnisse der Bedarfserhebung:

-Drei Viertel der Unternehmen verfügen derzeit über eine Downloadgeschwindigkeit von unter 17 Mbit pro Sekunde (entspricht einem herkömmlichen ADSL-Anschluss) -Fast die Hälfte der Unternehmen fordert bereits heute eine Downloadrate von 50 Mbit pro Sekunde, jedes dritte Unternehmen sogar 100 Mbit pro Sekunde -Fast 90 Prozent der Unternehmen wünschen sich innerhalb der nächsten drei Jahre eine Versorgung ihres Unternehmens mit Breitband -Auch 50 Prozent der befragten kleinen und mittleren Betriebe fordern den Ausbau des Breitbandnetzes

WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl: "Eine Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little belegt: 10 Prozent mehr Breitband bedeutet 1 Prozent mehr Wirtschaftswachstum! Das zeigt, unsere Unternehmen wissen ganz genau, wie wichtig heutzutage die Versorgung mit Breitband ist. Wenn unser Standort attraktiv bleiben soll, brauchen wir eine Versorgung mit modernem Glasfaserbreitband. Das betrifft alle Branchen!" Zum Beispiel Transportunternehmen, die ihren Fuhrpark online verfolgen und damit Routen und Lieferzeiten optimieren oder Bauunternehmen, die mit Architekten und Ziviltechnikern Pläne und Baudetails online austauschen.

Auch Thomas Welser, Sprecher der regionalen Breitbandinitiative im Mostviertel, sieht dringenden Handlungsbedarf: "Eine nicht zeitgemäße Anbindung ans Internet, wie es im Mostviertel der Fall ist, kostet nicht nur Wettbewerbsvorteile in der täglichen Arbeit, sondern ist zunehmend auch eine Frage der Standortwahl bzw. des -ausbaus. Glasfaserbreitband ist ein ,Muss‘ für die zukünftige Entwicklung in der Region!"

Die Wirtschaftskammer NÖ fordert den raschen Ausbau von Glasfaserbreitband in den Bezirken Amstetten und Scheibbs und sucht die Zusammenarbeit wie WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl betont: "Wir arbeiten sowohl mit der NÖGIG (NÖ Glasfaserinfrastruktur-gesellschaft mbH), die verantwortlich für die Breitbandinitiative des Landes Niederösterreich ist, als auch mit den etablierten Breitbandanbieter zusammen, um den Breitbandausbau im Mostviertel voranzutreiben!"

Mit der heute vorgestellten Studie verfügt die Wirtschaftskammer NÖ über eine Masterstudie, die auch in anderen Regionen Niederösterreichs verwendet werden kann, um den Bedarf zu erheben und den raschen Ausbau des Breitbandes voranzutreiben.

"Diese stellen wir natürlich gerne im Sinne unserer Unternehmen zur Verfügung. Wichtig ist letzten Endes, dass wir gemeinsam in den nächsten Jahren eine flächendeckende Versorgung mit Glasfaserbreitband schaffen. Was das Mostviertel konkret betrifft, haben wir gezeigt, dass die Unternehmen den Ausbau des Glasfaserbreitbands im Mostviertel fordern und wollen", sagt WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl und fordert für das Mostviertel einen Vierstufenplan:

-Rasch in die Umsetzung zu gehen! Dafür ist ein Masterplan, sprich eine Grobplanung für den Ausbau des Glasfaserbreitbands im Mostviertel bis Herbst 2015 mit den Kleinregionen abzuschließen -Im Winter 2015/16: Abstimmung mit den Gemeinden, bei geplanten Grabungsarbeiten auch Leerverrohrungen für Glasfaserbreitband einzuplanen -Frühjahr 2016: Beginn der Bauarbeiten -Herbst 2016: Erste fertige Breitbandanschlüsse

Die Wirtschaftskammer NÖ wird sich weiter einbringen, um den Ausbau des Breitbandes in der Region voranzutreiben. Dafür sorgt auch der von WKNÖ-Bezirksstellen koordinierte Breitband Beirat in der Region, der alle Akteure wie Gemeinden und Kleinregionen miteinbindet.

"Diese Forderungen sind absolut notwendig, um den Wirtschaftsstandort zu sichern. Denn die Digitalisierung löst ungeheure Veränderungen im Wirtschaftsleben aus. Wenn unsere Wirtschaft davon weiter profitieren soll und der Standort attraktiv bleiben soll, brauchen wir eine Versorgung mit modernem Glasfaserbreitband. Das wissen unsere Mostviertler Unternehmer schon heute, wenn sich fast 80 Prozent der befragten Unternehmer sicher sind, dass sich bei einem gut ausgebauten Breitbandnetz mehr Unternehmen und Personen in der Region ansiedeln würden", so Sonja Zwazl.

Nähere Informationen, Pressefotos und die Studie finden Sie unter wko.at/noe (https://www.wko.at/Content.Node/iv/Tag-der-Arbeitgeber-in-NOe.html)

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