Zeitungssterben in Deutschland? Ja, aber nur im Print

02. Sep 2018 • News • CIVEY • Marktforschung • Marketing & Medien

Eine aktuelle Studie von CIVEY analysiert die Nutzung von Tageszeitungen in Deutschland. Fast neun von zehn Bürgern lesen zumindest gelegentlich eine gedruckte Tageszeitung oder deren Onlineseiten. Die Mehrheit von 39 Prozent bevorzugt dabei nach wie vor die Printausgabe. 31 Prozent lesen hingegen Tageszeitungen lieber „online“, 18 Prozent „beides gleich gern”.


„Die Tageszeitung wird, ob gedruckt oder digital, auch in Zukunft überleben, weil sie für die Menschen, die an ihrer Umwelt teilhaben wollen als Zeitgenossen, unverzichtbar ist“, schrieb die Frankfurter Rundschau im November 2012, kurz nachdem sie Insolvenz angemeldet hatte.

Doch die Auflagen- und Verkaufszahlen der letzten Jahre sprechen eine andere Sprache. Nur kurze Zeit nach der Pleite der Frankfurter Rundschau erschien im Dezember 2012 die letzte Ausgabe der Financial Times Deutschland. Die Redaktion der Westfälischen Rundschau wurde zum 1. Februar 2013 komplett eingestellt, ein gutes Jahr später stellte auch die Münchner Abendzeitung im März 2014 einen Insolvenzantrag. Wurden im dritten Quartal des Jahres 2002 in Deutschland jeden Tag noch 27,49 Millionen Tageszeitungen aufgelegt, waren es im gleichen Quartal 2012 nur noch 21,13 Millionen. Wenn der Abwärtstrend konstant so weitergeht, könnte im Jahr 2034 die letzte Tageszeitung über eine Druckerpresse rollen.

Liegt die Zukunft der Tageszeitung im Internet? Auch online ist die Konkurrenz groß. Wer sich über aktuelle Ereignisse informieren möchte, bekommt zum Beispiel bei tagesschau.de oder auf t-online.de die gleiche Nachrichtenqualität, nur kostenlos. Viele Nachrichtenseiten bieten zudem Analysen und Hintergrundberichte schon am Tag des Geschehens an, während sie zumindest in den Printexemplaren der Tageszeitungen erst am Folgetag zu lesen sind.

Civey hat die Bundesbürger gefragt, ob und wie oft sie noch Tageszeitungen lesen, ob sie dabei lieber ins Internet gehen oder ein Printexemplar aufschlagen und wie sehr ihnen die gedruckte Variante fehlen würde, falls diese tatsächlich aussterben sollte.

Nur eine kleine Minderheit liest überhaupt keine Tageszeitungen

Die gute Nachricht zuerst: Nur 11,6 Prozent der Bundesbürger geben an, überhaupt „keine Tageszeitungen“ zu lesen. Das heißt, dass fast neun von zehn Bürgern zumindest gelegentlich eine Tageszeitung aufschlagen oder deren Onlineseiten besuchen. Die Mehrheit (39%) bevorzugt dabei nach wie vor die Printausgabe. 30,9 Prozent lesen hingegen Tageszeitungen lieber „online“, 17,7 Prozent „beides gleich gern”.

Die Grafik zeigt das Leseverhalten bei Tageszeitungen in Deutschland 2018: Nur 11,6 Prozent der Bundesbürger geben an, überhaupt „keine Tageszeitungen“ zu lesen. Das heißt, dass fast neun von zehn Bürgern zumindest gelegentlich eine Tageszeitung aufschlagen oder deren Onlineseiten besuchen. Die Mehrheit (39%) bevorzugt dabei nach wie vor die Printausgabe. 30,9 Prozent lesen hingegen Tageszeitungen lieber „online“, 17,7 Prozent „beides gleich gern”.

Weitere Themen in der Studie

Link zur Studie auf der Website von CIVEY

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