Zwischen Meinung und Manipulation - Einfluss von Fake News

29. Mai 2017 • News • pilot • Blog & Paper • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Marketing & Medien

Bei der pilot Business Lounge am 11. Mai 2017 in München trafen Medien- und Unternehmensvertreter auf einflussreiche Speaker. Das Motto der Veranstaltung lautete: „Zwischen Meinung und Manipulation“.


Vor Ort wurde schnell klar: Das Thema Fake News trifft den aktuellen Nerv. Durch Chat Bots, Algorithmen getriebene Informationsverbreitung und unbegrenzten Informationsfluss in Echtzeit drohen die Grenzen zwischen Meinungsvielfalt und Meinungsmache zu verschwimmen.

Die lebhafte Diskussion der pilot Business Lounge-Speaker spiegelt die aktuelle Relevanz von Fake News wider: Auf der Bühne tauschten sich unser pilot Hauptgeschäftsführer Jens-Uwe Steffens, der Ex-BILD-Herausgeber und -Chefredakteur Kai Diekmann und der Historiker Prof. Dr. Jörg Baberowski von der Humboldt Universität Berlin aus.

“ Traditionelle Medien haben ihr Kommunikationsmonopol verloren, da User den für sie relevanten Content auch woanders finden. ”
Kai Diekmann, ehemaliger BILD-Herausgeber und -Chefredakteur

“ Für Menschen müssen Nachrichten nicht unbedingt wahr sein, sie müssen sie nur für gut befinden. ”
Jörg Baberowski, Historiker und Professor an der Humboldt Universität Berlin

“ Brand Safety ist in Zeiten von Algorithmen und Fake News enorm wichtig geworden. ”
Jens-Uwe Steffens, pilot Geschäftsführer

Prof. Jörg Baberowski ordnete das Themenspektrum aus historischer und soziologischer Perspektive ein. Er teilte die Auffassung von Kai Diekmann, dass Publisher es sich nicht mehr leisten können, auf soziale Plattformen zu verzichten. Dennoch betonte er die gleichzeitige Abhängigkeit.  In Bezug auf Fake News vertrat er die These, dass sich Menschen nicht einfach durch Technologien manipulieren lassen. Jörg Baberowski: „Man glaubt nur die Falschnachrichten, die sich in das eigene Lebensbild einfügen lassen.“ Es gebe immer ein Milieu, in dem Nachrichten nicht unbedingt für wahr gehalten, aber für gut befunden werden. Zu den klassischen Medien bilde sich aktuell eine Gegenöffentlichkeit, die traditionelle Medien als Informationsquellen und Multiplikatoren nicht länger benötige. Als ein prominentes Beispiel nannte er das Kommunikationsverhalten von US-Präsidenten Donald Trump.
Jörg Baberowski: Soziale Netzwerke schaffen eine Gegenöffentlickeit zu klassischen Medien

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