Bildung und Job machen gesund und gesundheitsbewusster

26. Sep 2016 • News • Statistik Austria • Marktforschung • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Gesundheit

Gesundheitsverhalten, die eigene Gesundheitswahrnehmung und die Lebenserwartung sind stark von Erwerbsstatus, formaler Bildung und auch vom Geschlecht abhängig. Menschen mit Job und höherer Bildung sind gesünder.


Gesundheit nach Geschlecht, Erberbsstatus und formaler Bildung

Wie stark beeinflussen die Lebenslage und der soziale Status den individuellen Gesundheitszustand und das Gesundheitsverhalten? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen beauftragten Analyse jener Daten, die Statistik Austria im Rahmen der Österreichischen Gesundheitsbefragung 2014 erhoben hat. Bildungsstand, Erwerbsstatus und auch die Art der beruflichen Tätigkeit haben einen prägenden Einfluss auf das Gesundheitsverhalten. So stehen ein geringer Bildungsstand und Arbeitslosigkeit häufig mit gesundheitlichen Risikofaktoren wie Rauchen und starkes Übergewicht oder einer schlechteren Einschätzung der eigenen Gesundheit in Zusammenhang.

Die Ergebnisse der Gesundheitsbefragung 2014 zeigen einerseits die Verbreitung chronischer Krankheiten oder Adipositas und andererseits, wie es um das individuelle Gesundheitsbewusstsein sowie die Inanspruchnahme der Vorsorgeangebote und medizinischer Versorgungsleistungen bestellt ist. 

Wie stark beeinflussen die Lebenslage und der soziale Status den individuellen Gesundheitszustand und das Gesundheitsverhalten? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen beauftragten Analyse jener Daten, die Statistik Austria im Rahmen der Österreichischen Gesundheitsbefragung 2014 erhoben hat. Bildungsstand, Erwerbsstatus und auch die Art der beruflichen Tätigkeit haben einen prägenden Einfluss auf das Gesundheitsverhalten. So stehen ein geringer Bildungsstand und Arbeitslosigkeit häufig mit gesundheitlichen Risikofaktoren wie Rauchen und starkes Übergewicht oder einer schlechteren Einschätzung der eigenen Gesundheit in Zusammenhang.

Tägliches Rauchen und starkes Übergewicht besonders häufig bei niedriger Schulbildung und Arbeitslosigkeit

Unabhängig von der Altersstruktur zeigten sich hinsichtlich des Rauchverhaltens bei beiden Geschlechtern deutliche Bildungseffekte. Männer mit Abschluss der Pflichtschule rauchten mehr als doppelt so häufig (38%) wie Männer mit Matura oder Hochschulabschluss (17%). Bei den Frauen waren diese Unterschiede noch deutlicher (38% zu 12%). Im Vergleich zur Gesundheitsbefragung 2006/07 blieben bei den Männern die Bildungsunterschiede unter den täglich Rauchenden nahezu unverändert, während sie sich bei den Frauen vergrößert haben. Das Vorliegen von Arbeitslosigkeit erhöhte bei beiden Geschlechtern die Häufigkeit des täglichen Rauchens (Arbeitslose: Frauen 46%, Männer: 58%; Erwerbstätige: Frauen 29%, Männer 30%).

Ein ähnliches Bild zeigte sich beim Auftreten von starkem Übergewicht: Personen mit geringerer Schulbildung hatten häufiger starkes Übergewicht als jene mit höherer Schulbildung (Frauen: 19% zu 7%, Männer: 24% zu 11%). Auch die Arbeitslosigkeit beeinflusste das Auftreten von Adipositas deutlich, bei Frauen ausgeprägter als bei Männern. Lediglich 10% der erwerbstätigen Frauen, jedoch 23% der arbeitslosen Frauen hatten starkes Übergewicht (Männer: 14% zu 21%).

Subjektiver Gesundheitszustand und gesunde Lebenserwartung

Generell ist die Einschätzung der eigenen Gesundheit stark von Alter und Geschlecht abhängig: Ältere Personen schätzen ihren Gesundheitszustand häufiger negativ ein als Jüngere, Frauen schlechter als Männer. Aber auch andere soziale Faktoren beeinflussen die eigene Gesundheitswahrnehmung stark, allen voran niedrige Schulbildung und Arbeitslosigkeit. Schließt man den Einfluss des Alters aus, beurteilten formal höher gebildete Personen ihre Gesundheit zu 85% (Frauen) und 87% (Männer) mit sehr gut oder gut. Von den Personen mit maximal einem Pflichtschulabschluss fühlten sich nur 67% der Frauen und 69% der Männer gesundheitlich sehr gut oder gut. Besonders ausgeprägt waren die Unterschiede in der Einschätzung des eigenen Gesundheitszustands zwischen erwerbstätigen und arbeitslosen Personen. Nur 60% der Frauen bzw. 63% der Männer, die von Arbeitslosigkeit betroffen waren, schätzten ihren Gesundheitszustand positiv ein, im Gegensatz zu 88% der Frauen und 89% der Männer in Erwerbstätigkeit.

Die in den Daten erkennbaren Unterschiede in der Einschätzung der eigenen Gesundheit setzen sich auch in der Lebenserwartung und insbesondere der gesunden Lebenserwartung fort. Frauen und Männer mit höherer Schulbildung leben nicht nur länger als jene mit Pflichtschulabschluss, sondern sie können auch mehr Lebensjahre in guter Gesundheit verbringen. Die Bildungsunterschiede in der Lebenserwartung sind bei Männern stärker ausgeprägt als bei Frauen. Frauen mit Hochschulabschluss leben um 2,7 Jahre länger als Pflichtschulabsolventinnen, bei den Männern beträgt diese Differenz 5,7 Jahre. Noch größer sind die bildungsspezifischen Unterschiede bei der gesunden Lebenserwartung: Hochgebildete Frauen und Männer verbringen um 13,4 Jahre mehr in guter Gesundheit als Pflichtschulabsolventinnen und Pflichtschulabsolventen.

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