Burgenlandtourismus 2015: Wachstum durch Tagesgästeund Shopping-Tourismus

22. Jan 2016 • News • KREUTZER FISCHER & PARTNER • Marktdaten • Marktforschung • Wirtschaftsstatistik • Marktsegmentierung • Tourismus, Freizeit & Sport • Handel & Dienstleistung • Essen & Trinken • Kultur • Gastronomie

In den letzten 15 Jahren wuchsen die touristischen Besuchstage um im Burgenland insgesamt um 55 Prozent. 2015 werden vermutlich knapp 10,8 Millionen Besuchstage gezählt. Das stärkste Wachstum zeigte sich im Segment desTagestourismus, der für zwei Drittel der Besuchstage sorgt. Mehr als die Hälfte der Tagesgäste kommen zum Shoppen. Die Gäste des Übernachtungstourismus sind zu fast 50 Prozent Wellness-Touristen.


Insgesamt betrachtet hat sich der burgenländische Tourismus in den letzten fünfzehn Jahren nicht zuletzt dank der EU-Förderprogramme (Ziel 1, Phasing Out) äußerst dynamisch entwickelt. Die jährlichen Wachstumsraten liegen seit dem Jahr 2000 bei über 2,5 Prozent. Zwischen 2000 und 2014 ist die Anzahl der touristischen Besuchstage um rund drei Millionen gestiegen. Befeuert wird das Wachstum insbesondere vom Tagestourismus, auf den rund zwei Drittel des Gästezuwachses entfallen. Wie der erfolgreiche Weg des burgenländischen Tourismus fortgesetzt werden kann, wurde in einer vom Regionalmanagement Burgenland in Auftrag gegebenen Studie von Marktforscher Mag. Andreas Kreutzer im Felsenmuseum Bernstein aufgezeigt.

Das Wachstum wird insbesondere vom Tagestourismus angeschoben (+89% geg. 2000). Aber auch der Übernachtungstourismus (+22% geg. 2000) und die Besuchstage der touristisch genutzten Nebenwohnsitze (+20% geg. 2000) wachsen vergleichsweise rasch.

Der burgenländische Tourismus ist ausgelegt auf die Ausübung naturverbundener Sportarten und den Genuss von Wellness in ruhiger, stimmungsvoller Umgebung mit hoher Gastfreundschaft und guter Erreichbarkeit (Ballungsraum Wien). Die Kernzielgruppe sind Premium-Gäste sowie junge Gesellschaftsschichten, u. a. Familien. Mit dem aktuellen Claim „Sonne drin“ und den Ausprägungen „Freizeit“, „Genuss“, „Freiheit“, „Kultur“ und „Urlaub“ werden diese Angebote auch schon beworben. Defizite liegen, laut Studienautor Mag. Kreutzer, allerdings noch in der Segmentierung des Angebots hinsichtlich der Tourismustypen, aber auch in der individuellen Ansprache der Zielgruppen.

Wenngleich das Burgenland landschaftlich viel zu bieten hat, ist die relative Wettbewerbsposition im Bundesländervergleich schlecht. Die Stärken sind vielmehr das Wellness-Angebot, Radwege, Ruhe, Gastfreundschaft und nicht zuletzt der Neusiedler See.

Von allen Beherbergungskategorien sind im Burgenland im Großen und Ganzen nur das Premium-Segment und Campingplätze konkurrenzfähig. Eine Strukturbereinigung und Qualitätsoffensive bei 3- Sterne- und 1|2-Sterne-Häusern ist, um weiterhin auf Erfolgskurs zu bleiben, dringend notwendig.

Der burgenländische Tourismus benötigt Infrastrukturinvestitionen und Action

Mangels – aus touristischer Sicht – landschafts- und städtebaulicher Attraktivität kann der Tourismus im Burgenland nur mittels anziehender Tourismuseinrichtungen und sehenswerter Events angeschoben werden.

Ansätze für eine Weiterentwicklung des burgenländischen Tourismus:

  • weg von der sozialen Mitte hin zu einem differenzierten Angebot für die Premium-Zielgruppe und junge Gesellschaftsschichten (Familien)
  • Verdichtung des Wellness- und Gesundheitsangebotes mit Schwerpunkt im Mittel- und Südburgenland
  • Ausbau des Premium-Hotelangebotes rund um den Neusiedler See inkl. einschlägiger Freizeit-Facilities (Wellness, Sport, Unterhaltung etc.) sowie des internationalen Low-Budget-Segments
  • After-Work-Angebot (Gastronomie & Unterhaltung), Ausflugsgastronomie
  • Ausbau der Kulturschiene: Museen, Galerien sowie Festivals auch in der Wintersaison (Tiroler Festspiele Erl)

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