Fliegenden Autos - Szenarien zur Vision von Aeromobility

09. Jun 2017 • News • TRENDONE • Trendforschung • Blog & Paper • Tourismus, Freizeit & Sport • Verkehr & Mobilität • Online & IKT & Elektronik

Erstmalig Aufmerksamkeit erhielt das Aeromobility Thema als Google-Gründer Larry Page im Herbst 2016 mehr als 100 Million US-Dollar in das junge Start-up Zee.Aero Inc. investierte. Airbus legte nach und präsentierte in Zusammenarbeit mit Italdesign das Konzept visionärer Flugautos auf dem Genfer Autosalon. Der Hype nahm an Fahrt auf und die Meldungen folgten Schlag auf Schlag.


Im April 2017 wurde erneut bekannt, dass Larry Page ein weiteres Luftmobilitäts-Start-up finanziell unterstützt. Die Kitty Hawk Corporation mit Sitz in Mountain View arbeitet an einer Drohne mit acht Elektromotoren zur Personenbeförderung. Auch Uber verfolgt mit „Elevate“ ambitionierte Pläne. Medienwirksam veranstaltete das Unternehmen im April 2017 den Elevate Summit. An drei Tagen trafen sich internationale Experten in Dallas um über Chancen und Barrieren von „on-demand urban air transportation“ zu beraten.

Drohnen und Multikopter formen eine neue Klasse der Fortbewegung in der Luft. Abseits der militärischen Nutzung haben E-Commerce-Anbieter und Logistikunternehmen frühzeitig die Potenziale der Luftfahrzeuge zur Warenlieferung bis an die Haustür erkannt. Im nächsten Schritt arbeiten aufstrebende Start-ups und etablierte Unternehmen an fliegenden Lösungen zum Personentransport. Ihre Vision eines zeitsparenden Individualverkehrs versetzt Investoren in wahre Euphorie.

Wie sich die Entwicklungsarbeit der Unternehmen auf die Zukunft auswirken kann, zeigen zwei Szenarien.

Szenario 1 – Fliegende Autos im Privatbesitz

Fliegende Autos gelten in der Frühphase ihrer Entwicklung als Status- und Lifestylesymbol. Wie bereits bei der Markteinführung der ersten Tesla-Modelle werden vermögende Privatpersonen Flugautos erwerben. Pionierunternehmen wie Aeromobil aus der Slowakei und Pal-V aus den USA profitieren als „First Mover“ und haben mit der Fertigung von Kleinstserien begonnen. Hohe Anschaffungskosten von mehr als € 200.000 sorgen für den Exklusivcharakter der Flugautos. Sie stehen in dieser Phase vielmehr in Konkurrenz zu den etablierten Fortbewegungsarten in der Luft wie z.B. Helikopterflügen als zum individuellen Straßenverkehr.

Das Flugauto entspricht einem Hybridkonzept. Als „Roadable Aircraft“ ist es für den Straßengebrauch als auch für den Flugbetrieb ausgelegt. Maximal zwei Personen können befördert werden. Start und Landung werden horizontal ausgeführt und benötigen einen regionalen Flugplatz. Die Nutzung basiert vollkommen auf der bestehenden Infrastruktur für den Luftverkehr und ist aufgrund des horizontalen Starts bzw. Landung nicht in Städten vorzufinden. Der Wert als Transportmittel ist somit stark begrenzt.

Szenario 2 – Beförderungsdienstleistung per Flugtaxi

Die Bezeichnung fliegendes Auto ist dem Begriff der Aeromobilität gewichen. Der Grund dafür: Vernetzte Dienstleistungen, die Personen in urbanen Ballungsgebieten per Lufttaxi befördern. Kernelement des Services ist das sogenannte VTOL (Vertical Take-Off and Landing). Start und Landung erfolgen senkrecht auf engstem Raum, was die Grundvoraussetzung für die städtische Nutzung darstellt. Der chinesische Anbieter Ehang sowie das deutsche Unternehmen Lilium gelten in der Branche als Wegbereiter.

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